Inixio Plus
Inixio Plus ist ein leistungsstarkes Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Schaderregern in Winterweichweizen. Als modernes Herbizid kombiniert es drei hochwirksame Sulfonylharnstoff-Wirkstoffe mit einem integrierten Safener, um eine hervorragende Kulturverträglichkeit bei gleichzeitig maximaler Unkrautwirkung zu gewährleisten. Die Formulierung ist speziell darauf ausgelegt, im Frühjahr eine breite Palette an Problemunkräutern und Ungräsern im Keim- und frühen Wachstumsstadium zu erfassen.
Durch die Kombination von Amidosulfuron, Iodosulfuron und Mesosulfuron bietet das Produkt eine hervorragende Breitenwirkung. Es bekämpft nicht nur den gefürchteten Acker-Fuchsschwanz, sondern erfasst auch das Einjährige Rispengras sowie eine Vielzahl wirtschaftlich bedeutender einjähriger zweikeimblättriger Unkräuter. Dies macht Inixio Plus zu einem flexiblen Baustein in der Unkrautbekämpfungsstrategie von Getreideerzeugern, besonders bei der Frühjahrsbehandlung im Winterweichweizen.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die biologische Wirkung von Inixio Plus basiert auf der Hemmung des Enzyms Acetolactat-Synthase (ALS), welches der HRAC-Gruppe 2 (ehemals Gruppe B) zugeordnet wird. Die drei enthaltenen Wirkstoffe Amidosulfuron, Iodosulfuron und Mesosulfuron blockieren dieses Schlüsselenzym, das für die Biosynthese der essenziellen, verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin in den Pflanzen unerlässlich ist. Nach der Aufnahme über das Blatt und teilweise über die Wurzel wird der Wirkstoffstrom in die meristematischen Gewebe transportiert, wo er zu einem sofortigen Wachstumsstopp der empfindlichen Schaderreger führt. Die Unkräuter sterben schließlich über einen Zeitraum von mehreren Wochen langsam ab. Um die Kulturverträglichkeit im Winterweichweizen abzusichern, enthält die Formulierung den Safener Mefenpyr. Dieser Wirkstoff besitzt selbst keine herbizide Wirkung, sondern beschleunigt in den Kulturpflanzen selektiv den Abbau der Herbizidwirkstoffe in ungiftige Metaboliten. Dadurch wird der Winterweichweizen effektiv vor phytotoxischen Schäden geschützt, während die Schaderreger, die den Safener nicht verwerten können, voll erfasst werden.
Resistenzmanagement
Da alle drei aktiven Wirkstoffe in Inixio Plus zur HRAC-Gruppe 2 (ALS-Hemmer) gehören, ist ein konsequentes Resistenzmanagement zwingend erforderlich. Um der Entstehung resistenter Biotypen – insbesondere beim Acker-Fuchsschwanz – vorzubeugen, solltest du dieses Pflanzenschutzmittel im Rahmen einer weiten Fruchtfolge einsetzen und mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen abwechseln oder kombinieren. Vermeide die ausschließliche, wiederholte Anwendung von ALS-Hemmern auf derselben Fläche und nutze mechanische Maßnahmen sowie pflanzenbauliche Praktiken zur Reduzierung des Unkrautdrucks.
Mischbarkeit & Tankmischung
Inixio Plus zeigt sich in der Praxis als gut mischbar mit vielen gängigen Fungiziden, Insektiziden und flüssigen Stickstoffdüngern (AHL). Bei Mischungen mit AHL sollte jedoch auf eine ausreichende Abhärtung der Wachsschicht der Kultur geachtet werden, um Blattschäden zu vermeiden. Die Zugabe eines vom Hersteller empfohlenen Adjuvans kann die Benetzung und Wirkstoffaufnahme unter schwierigen Witterungsbedingungen, wie anhaltender Trockenheit, deutlich verbessern. Achte darauf, die Spritze vor dem Ansetzen der Mischung gründlich zu reinigen und das Produkt stets in ausreichend Wasser vollständig aufzulösen, bevor weitere Mischpartner hinzugefügt werden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit diesem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, bei der Handhabung des Konzentrats und der Ausbringung obligatorisch. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Datenblatt angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern vorsorglich auf eine Anwendung in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, verzichten und Behandlungen bevorzugt in den Abendstunden durchführen. Um Einträge in Oberflächengewässer und angrenzende Biotope zu vermeiden, sind die allgemeinen Abdriftminderungsmaßnahmen und die Einhaltung von Gewässerabständen strikt zu beachten.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Winterweichweizen | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras | 13–32 | 500 GRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Inixio Plus im Frühjahr?
Der beste Behandlungszeitraum liegt im frühen Frühjahr, sobald das Wachstum der Unkräuter und Ungräser einsetzt und die Temperaturen tagsüber stabil über 5 °C liegen. Achte darauf, dass die Schaderreger aktiv wachsen, da die systemische Aufnahme der ALS-Hemmer stark von der Stoffwechselaktivität der Pflanzen abhängt. Nachtfröste kurz vor oder nach der Spritzung solltest du meiden, um die Kultur nicht unnötig zu stressen.
Wie wirkt sich trockenes Wetter auf die Effizienz der Behandlung aus?
Bei anhaltender Trockenheit bilden Unkräuter eine dickere Wachsschicht (Kutikula) aus, was die Aufnahme der Wirkstoffe erschwert. In solchen Phasen empfiehlt es sich, die Behandlung in die frühen Morgenstunden zu verlegen, wenn die Luftfeuchtigkeit höher ist und Tau auf den Blättern liegt, oder ein geeignetes Adjuvans zuzusetzen, um die Benetzung und das Eindringen der Wirkstoffe zu optimieren.
Kann ich Inixio Plus auch in anderen Getreidearten außer Winterweichweizen einsetzen?
Nein, dieses Pflanzenschutzmittel ist laut BVL-Zulassung ausschließlich für den Einsatz in Winterweichweizen (TRZAW) registriert. Eine Anwendung in anderen Getreidearten wie Gerste, Roggen oder Hafer kann aufgrund des Fehlens spezifischer Verträglichkeiten oder Zulassungen zu schweren phytotoxischen Schäden an der Kultur führen.
Was musst du beim Nachbau von Folgekulturen nach dem Einsatz von Inixio Plus beachten?
Da die Wirkstoffe im Boden mikrobiell abgebaut werden müssen, hängt der sichere Nachbau von Folgekulturen von der Bodenfeuchtigkeit, dem pH-Wert und der biologischen Aktivität ab. Nach einer normalen Ernte im Herbst können in der Regel Wintergetreide oder Winterraps nach einer tiefen Bodenbearbeitung gesät werden. Bei vorzeitigem Umbruch der Kultur solltest du unbedingt die spezifischen Wartezeiten und Richtlinien des Herstellers für den Zwischen- oder Nachbau konsultieren.
Warum ist der Safener Mefenpyr in der Formulierung so wichtig für deinen Weizen?
Mefenpyr sorgt dafür, dass die Zellen des Winterweichweizens die herbiziden Wirkstoffe Amidosulfuron, Iodosulfuron und Mesosulfuron extrem schnell abbauen und neutralisieren können. Ohne diesen Safener würde der Weizen dieselben schweren Wachstumshemmungen und Chlorosen zeigen wie die zu bekämpfenden Unkräuter, da er biologisch empfindlich auf ALS-Hemmer reagiert.
Wie erkennst du, ob die Schaderreger auf deiner Fläche bereits Resistenzen gegen ALS-Hemmer aufweisen?
Wenn du einige Wochen nach der Behandlung feststellst, dass einzelne Pflanzen des Acker-Fuchsschwanzes völlig unbeschadet weiterwachsen, während benachbarte Unkräuter derselben Art erfolgreich bekämpft wurden, kann dies ein Hinweis auf eine beginnende Resistenz sein. In diesem Fall solltest du für Folgebehandlungen dringend auf Wirkstoffe mit einem anderen HRAC-Wirkungsmechanismus ausweichen und eine Resistenzanalyse durchführen lassen.