INSEKTENIL CROP Protect EC
INSEKTENIL CROP Protect EC ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel, das als Emulsionskonzentrat (EC) formuliert ist. Es kombiniert den bewährten pyrethroiden Wirkstoff Deltamethrin mit dem hocheffizienten Synergisten Piperonylbutoxid (PBO). Diese Kombination zielt darauf ab, ein breites Spektrum an saugenden und beißenden Schaderregern schnell und nachhaltig zu kontrollieren, indem sie die natürliche Entgiftungsfähigkeit der Zielorganismen blockiert.
Durch die Formulierung als Emulsionskonzentrat verteilt sich das Produkt hervorragend auf den behandelten Oberflächen der Kulturen und dringt schnell in die Kutikula der Schaderreger ein. Es wird vor allem in Segmenten eingesetzt, in denen ein schneller Knock-down-Effekt und eine zuverlässige Sofortwirkung gegen hartnäckige Schädlingspopulationen gefordert sind.
Die Kombination aus Wirkstoff und Synergist macht dieses Pflanzenschutzmittel zu einem wertvollen Werkzeug im modernen Ernteschutz, da es auch bei schwer bekämpfbaren Populationen eine hohe biologische Aktivität zeigt und die Wirkungsdauer des Pyrethroids optimiert.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der primäre Wirkstoff Deltamethrin gehört zur IRAC-Gruppe 3A (Pyrethroide). Er wirkt als Kontakt- und Fraßgift, das die Natriumkanäle in den Nervenmembranen der Schaderreger blockiert. Dies führt zu einer dauerhaften Depolarisation der Nervenzellen, was rasch zu unkontrollierten Impulsen, Lähmung und schließlich zum Tod der Schädlinge führt (Knock-down-Effekt). Der Clou dieser Formulierung liegt im Zusatz von Piperonylbutoxid (PBO). PBO selbst besitzt keine insektizide Wirkung, fungiert jedoch als Synergist. Es blockiert die körpereigenen Entgiftungsenzyme der Insekten (insbesondere Cytochrom-P450-Monooxygenasen), die normalerweise für den Abbau von Pyrethroiden verantwortlich sind. Dadurch wird der Abbau von Deltamethrin im Schaderreger drastisch verzögert, was die Wirksamkeit des Mittels vervielfacht und selbst teilresistente Populationen wieder empfindlich macht.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, sollte INSEKTENIL CROP Protect EC strikt im Wechsel mit Insektiziden aus anderen IRAC-Wirkstoffklassen (wie z. B. Neonicotinoiden, Diamiden oder Spinosynen) eingesetzt werden. Obwohl der Synergist Piperonylbutoxid bestehende metabolische Resistenzen teilweise aushebeln kann, darf das Produkt nicht dauerhaft oder ausschließlich angewendet werden. Die Einhaltung der maximalen Anzahl an Anwendungen pro Saison und die Integration mechanischer sowie biologischer Maßnahmen im Rahmen des integrierten Pflanzenschutzes sind für den langfristigen Wirkstofferhalt essenziell.
Mischbarkeit & Tankmischung
INSEKTENIL CROP Protect EC zeigt im Allgemeinen eine gute physikalische Mischbarkeit mit gängigen Fungiziden. Dennoch wird vor jeder großflächigen Anwendung ein Mischungstest in einem kleinen Gefäß (Kübelprobe) empfohlen. Bei Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge zu achten, um eine homogene Benetzung der Kultur zu gewährleisten. Die Zugabe von sauren Puffern kann bei alkalischem Spritzwasser (pH-Wert über 7) sinnvoll sein, da Deltamethrin in alkalischem Milieu schneller hydrolysiert und an Wirkung verliert.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Als pyrethroidhaltiges Pflanzenschutzmittel ist INSEKTENIL CROP Protect EC als hochtoxisch für aquatische Organismen und nützliche Gliederfüßer eingestuft. Beim Umgang ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Nitrilhandschuhen, zwingend zu tragen. Abdriftsmindernde Düsen und die strikte Einhaltung von Gewässerabständen (Abdrift- und Abschwemmungsauflagen des BVL) sind gesetzlich vorgeschrieben. Zum Schutz von Wildbienen und anderen Bestäubern darf die Behandlung nicht auf blühende Kulturen oder aktiv von Bienen beflogene Flächen erfolgen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| — | Allgemein | — | 0 GRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Warum enthält INSEKTENIL CROP Protect EC neben Deltamethrin auch Piperonylbutoxid (PBO)?
Piperonylbutoxid blockiert die Entgiftungsenzyme (Cytochrom P450) im Körper der Schaderreger. Dadurch kann das Insekt das Deltamethrin nicht mehr abbauen, was die insektizide Wirkung drastisch verstärkt und hilft, bestehende metabolische Resistenzen zu überwinden.
Welche Rolle spielt der pH-Wert des Spritzwassers bei der Anwendung?
Deltamethrin ist in alkalischem Wasser (pH-Wert über 7) instabil und baut sich durch Hydrolyse schnell ab. Für eine optimale Stabilität und Wirkung sollte der pH-Wert der Spritzbrühe im leicht sauren bis neutralen Bereich (pH 5,5 bis 6,5) liegen; gegebenenfalls ist ein pH-Regulator zuzusetzen.
Wie wirkt sich die Temperatur auf die Effizienz des Mittels aus?
Pyrethroide wie Deltamethrin weisen einen negativen Temperaturkoeffizienten auf. Das bedeutet, dass ihre Wirksamkeit bei kühleren Temperaturen (unter 20 °C) optimal ist. Bei extremer Hitze (über 25 °C) nimmt die Wirkung ab, weshalb Behandlungen in den kühlen Morgen- oder Abendstunden durchgeführt werden sollten.
Ist das Produkt bienengefährlich und was muss bei der Anwendung beachtet werden?
Aufgrund des Wirkstoffs Deltamethrin ist das Mittel als bienengefährlich eingestuft. Es darf nicht auf blühenden Kulturen oder Unkräutern ausgebracht werden. Anwendungen müssen außerhalb des Bienenflugs, vorzugsweise in den Abendstunden, erfolgen, um Bestäuber aktiv zu schützen.
Wie kann ich im Farmable-Portal nach alternativen Pflanzenschutzmitteln für meine Kultur suchen?
Nutzen Sie die Filterfunktion in unserer Produktdatenbank auf agronomy.farmable.tech. Filtern Sie nach Ihrer spezifischen Kultur und dem Ziel-Schaderreger, um eine Liste aller in Deutschland (BVL) zugelassenen Alternativen inklusive deren Wirkstoffklassen für ein optimales Resistenzmanagement zu erhalten.
Was versteht man unter dem 'Knock-down-Effekt' bei diesem Produkt?
Der Knock-down-Effekt beschreibt die extrem schnelle Kontaktwirkung von Deltamethrin. Unmittelbar nach dem Kontakt mit dem Spritzbelag werden die Nervenbahnen der Schaderreger blockiert, was zu einer sofortigen Lähmung führt. Die Schädlinge stellen die Nahrungsaufnahme augenblicklich ein und sterben kurz darauf ab.