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OTHER · BASF SE

Isonet LE

BVL Zul.-Nr. 006978-00

Isonet LE ist ein hochspezialisiertes, biotechnologisches Pflanzenschutzmittel von BASF SE, das als gebrauchsfertiges Dispensersystem zur biologischen Regulierung von Schaderregern im Weinbau und in Sonderkulturen eingesetzt wird. Die Formulierung basiert auf der kontinuierlichen Abgabe von synthetischen Sexualpheromonen, die den natürlichen Lockstoffen der weiblichen Falter nachempfunden sind. Durch diese gezielte Anwendung wird die Paarung der Zielorganismen effektiv unterbunden, ohne dass chemische Wirkstoffe auf die Pflanzen oder Trauben appliziert werden müssen.

Das Produkt nimmt eine Schlüsselrolle im modernen, integrierten Pflanzenschutz ein. Da es sich um ein passives Verdampfersystem handelt, das manuell in der Kultur ausgebracht wird, entstehen keinerlei Spritznebel oder Abdriftrisiken. Dies macht Isonet LE zu einer äußerst umweltschonenden und rückstandsfreien Lösung, die sich hervorragend für den Einsatz in sensiblen Lagen sowie im ökologischen Landbau eignet.

Das Wirkspektrum konzentriert sich primär auf die wirtschaftlich bedeutenden Traubenwicklerarten. Durch die gleichmäßige Freisetzung der Pheromone über die gesamte Flugsaison hinweg bietet das System einen lückenlosen Schutz der Kultur von der ersten bis zur nachfolgenden Generation der Schaderreger.

Wirkstoffe

(E,E/Z)-7,9-Dodecadien-1-ylacetat
163.4 g/kg
(E/Z)-9-Dodecen-1-ylacetat
143.6 g/kg

Wirkungsweise

Die Wirkungsweise von Isonet LE basiert auf dem Prinzip der Paarungsstörung (Verwirrungsmethode). Die beiden enthaltenen aktiven Komponenten, (E,E/Z)-7,9-Dodecadien-1-ylacetat und (E/Z)-9-Dodecen-1-ylacetat, sind synthetische Analoga der natürlichen weiblichen Sexuallockstoffe des Bekreuzten und des Einbindigen Traubenwicklers. Nach dem Aufhängen der Dispenser in der Kultur geben diese die Pheromone kontinuierlich an die Umgebungsluft ab, wodurch eine gleichmäßige Pheromonwolke im Bestand entsteht. Diese künstliche Überlagerung führt dazu, dass die männlichen Falter die wesentlich schwächeren Duftspuren der tatsächlichen weiblichen Tiere nicht mehr lokalisieren können. Die sensorischen Rezeptoren der Männchen werden receptorspezifisch gesättigt, was die erfolgreiche Partnersuche und somit die Begattung verhindert. Da keine Eiablage stattfindet, wird das Entstehen der schadverursachenden Raupengeneration von vornherein unterbunden, ohne dass ein toxischer Effekt auf die Insekten ausgeübt wird.

Resistenzmanagement

Da es sich bei der Verwirrungsmethode um einen rein verhaltensmodifizierenden, nicht-toxischen Wirkungsmechanismus handelt, ist das Risiko einer Resistenzentwicklung bei den Zielschaderregern als äußerst gering einzustufen. Isonet LE eignet sich daher perfekt als integraler Bestandteil eines nachhaltigen Resistenzmanagements. Durch den konsequenten Einsatz dieses Pheromonsystems kann der Selektionsdruck auf klassische, chemisch-synthetische Insektizide drastisch reduziert werden, wodurch deren Wirksamkeit für eventuell notwendige Korrekturbehandlungen langfristig erhalten bleibt.

Mischbarkeit & Tankmischung

Da Isonet LE als festes Dispensersystem manuell in den Kulturen aufgehängt wird, entfällt die klassische physikalische Tankmischbarkeit mit flüssigen Pflanzenschutzmitteln oder Blattdüngern vollständig. Das Produkt ist jedoch uneingeschränkt kompatibel mit allen gängigen Spritzprogrammen. Fungizid- oder Insektizidbehandlungen sowie Laubarbeiten und maschinelle Pflegemaßnahmen können ohne zeitliche Einschränkungen oder gegenseitige Beeinträchtigungen wie gewohnt durchgeführt werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Isonet LE zeichnet sich durch ein herausragendes Sicherheits- und Ökotoxikologieprofil aus. Da die Wirkstoffe selektiv auf die Zielschaderreger wirken und in Kleinstmengen gasförmig abgegeben werden, besteht kein Risiko für Nichtzielorganismen wie Bienen, räuberische Nützlinge, Vögel oder Bodenorganismen. Es gelten keine abdriftbedingten Abstandsauflagen zu Gewässern oder terrestrischen Biotopen. Für den Anwender ist der Kontakt auf das Aufhängen der Dispenser beschränkt, was unter Beachtung der Standard-Arbeitsschutzvorgaben (wie dem Tragen von Schutzhandschuhen) ein Maximum an Anwendersicherheit garantiert.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Allgemein0 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt, um Isonet LE in der Kultur auszubringen?

Die Dispenser müssen zwingend vor dem Beginn des Erstflugs der ersten Generation der Traubenwickler aufgehängt werden. Dies wird in der Praxis über Temperaturmodelle (Gradtag-Berechnungen) oder erste Fänge in Monitoringsystemen bestimmt. Ein verspätetes Aufhängen mindert die Wirksamkeit erheblich, da bereits begattete Weibchen Eier ablegen können.

Welchen Einfluss hat die Flächengröße auf den Erfolg der Verwirrungsmethode?

Für eine optimale Wirkung ist eine möglichst große, zusammenhängende und windgeschützte Fläche ideal (idealerweise ab 1 bis 2 Hektar). Auf sehr kleinen oder stark zerklüfteten Parzellen kann die Pheromonwolke durch Wind verweht werden, zudem droht hier der Zuflug bereits begatteter Weibchen aus unbehandelten Nachbarflächen.

Wie verhält sich die Pheromonabgabe bei extremen Wetterbedingungen wie Hitze oder Starkregen?

Die Dispenser sind so konstruiert, dass die Wirkstoffe geschützt im Inneren des Trägermaterials liegen und kontrolliert durch die Membran diffundieren. Starkregen wäscht die Wirkstoffe nicht aus. Bei anhaltend extremen Temperaturen kann sich die Diffusionsrate leicht erhöhen, die Wirkungsdauer ist jedoch so dimensioniert, dass sie die gesamte relevante Flugsaison abdeckt.

Müssen die Dispenser nach der Ernte wieder aus der Kultur entfernt werden?

Aus Gründen der Betriebshygiene und des Umweltschutzes sollten die verbrauchten Dispenser nach Ende der Saison oder während des Rebschnitts im Winter aus den Anlagen entfernt und fachgerecht über den Hausmüll entsorgt werden, um Plastikrückstände in der Kultur zu vermeiden.

Wie wird der Bekämpfungserfolg bei der Anwendung von Isonet LE kontrolliert?

Da klassische Pheromonfallen zur Überwachung im Verwirrungsgebiet ebenfalls 'verwirrt' werden und stumm bleiben sollten (was ein Zeichen für eine funktionierende Pheromonwolke ist), erfolgt die Erfolgskontrolle primär durch visuelle Kontrollen auf Eiablage oder frühen Raupenbefall (Sauerwurm- und Süßwurmbefall) direkt an den Gescheinen bzw. Trauben.