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Sonstige · CBC Europe S.r.l.

Isonet T

BVL Zul.-Nr. 00A421-00

Isonet T ist ein innovatives Pflanzenschutzmittel zur biotechnischen Regulierung von Schaderregern im geschützten Anbau. Als passives Dispensersystem basiert es auf der bewährten Verwirrungsmethode (Mating Disruption). Es wurde speziell entwickelt, um den Paarungszyklus von Schmetterlingsschädlingen – insbesondere der Tomatenminiermotte (Tuta absoluta) – hocheffektiv und umweltschonend zu stören.

Die Formulierung besteht aus anwendungsfertigen Verdampfern (Dispensern), die kontinuierlich die spezifischen synthetischen Sexualpheromone (E,Z,Z)-3,8,11-Tetradecatrien-1-ylacetat und (E,Z)-3,8-Tetradecadien-1-ylacetat in die Umgebungsluft abgeben. Durch diese kontinuierliche Freisetzung wird eine gleichmäßige Pheromonwolke im Pflanzenbestand aufgebaut, die über die gesamte kritische Flugphase des Schädlings stabil bleibt.

Dieses biotechnische Verfahren hat sich als unverzichtbarer Baustein im modernen, integrierten Pflanzenschutz (IPM) etabliert. Da es rückstandsfrei arbeitet und keine Wartezeiten erfordert, eignet sich Isonet T hervorragend für den Einsatz in anspruchsvollen Produktionssystemen, bei denen Rückstandsfreiheit und der Schutz von Nützlingen im Vordergrund stehen.

Wirkstoffe

(E,Z,Z)-3,8,11-Tetradecatrien-1-ylacetat+(E,Z)-3,8-Tetradecadien-1-ylacetat
803 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die Wirkungsweise von Isonet T basiert auf dem Prinzip der sensorischen Überflutung und Verwirrung. Die im Dispenser enthaltenen Wirkstoffe sind synthetische Nachbildungen des natürlichen weiblichen Sexualpheromons des Zielschädlings. Nach dem Aufhängen der Dispenser im Bestand verteilen sich die Pheromone kontinuierlich in der Luft und überlagern die natürlichen Lockstoffspuren der weiblichen Falter. Die männlichen Falter orientieren sich normalerweise an den feinen Pheromonfahnen der Weibchen, um diese zur Paarung zu finden. Durch die künstliche Sättigung der Luft mit den Wirkstoffen (E,Z,Z)-3,8,11-Tetradecatrien-1-ylacetat und (E,Z)-3,8-Tetradecadien-1-ylacetat werden die Geruchsrezeptoren der Männchen dauerhaft stimuliert und desorientiert. Sie sind dadurch nicht mehr in der Lage, die Weibchen zu lokalisieren. Infolgedessen bleibt die Begattung aus, es werden keine befruchteten Eier abgelegt, und der Aufbau einer schädigenden Larvenpopulation in der Kultur wird effektiv verhindert.

Resistenzmanagement

Da es sich bei der Verwirrungsmethode um einen rein verhaltensmodifizierenden, biotechnischen Mechanismus und nicht um eine biochemisch-toxische Wirkung handelt, ist das Risiko einer Resistenzentwicklung äußerst gering. Dennoch solltest du Isonet T stets als Teil einer integrierten Pflanzenschutzstrategie betrachten. Bei extrem hohem Ausgangsbefall oder starkem Zuflug von außen empfiehlt es sich, zu Beginn der Saison eine flankierende Behandlung mit zugelassenen, nützlingsschonenden Insektiziden aus unterschiedlichen IRAC-Wirkstoffklassen durchzuführen, um den Populationsdruck rasch abzusenken.

Mischbarkeit & Tankmischung

Da Isonet T als festes, passives Dispensersystem manuell im Pflanzenbestand aufgehängt wird, entfällt die klassische Tankmischung mit flüssigen Pflanzenschutzmitteln oder Additiven im Spritztank komplett. Du kannst dieses System daher völlig unabhängig von chemischen Spritzfolgen einsetzen. Achte jedoch darauf, dass nachfolgende Spritzbehandlungen mit anderen Pflanzenschutzmitteln die Dispenser mechanisch nicht beschädigen oder deren Verdampfungsoberfläche durch dicke Beläge beeinträchtigen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit den Dispensern und deren Ausbringung solltest du die allgemeinen Arbeitsschutzregeln beachten und geeignete Schutzhandschuhe tragen, um direkten Hautkontakt mit den konzentrierten Pheromonen im Inneren der Kapillaren zu vermeiden. Da das Produkt gezielt und ausschließlich auf das Verhalten der Zielschädlinge wirkt, ist es extrem nützlingsschonend und stellt keine Gefahr für Bestäuber wie Hummeln oder Bienen dar. Dennoch sollte die Ausbringung sorgfältig erfolgen und verbrauchte Dispenser nach Kulturende ordnungsgemäß aus der Anlage entfernt und entsorgt werden, um die Umwelt nicht unnötig zu belasten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Allgemein0 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt, um Isonet T in meiner Kultur aufzuhängen?

Du solltest die Dispenser unbedingt vor dem Beginn des ersten Falterflugs der Tomatenminiermotte im Gewächshaus installieren. Nur so verhinderst du von Anfang an die erste Paarungswelle und den Aufbau einer nachfolgenden Generation. Nutze Pheromonfallen zur Überwachung, um den optimalen Startpunkt nicht zu verpassen.

Wie verteile ich die Dispenser am besten im Gewächshaus?

Hänge die Dispenser gleichmäßig im oberen Drittel der Pflanzen auf, da sich die Falter bevorzugt in den oberen Triebspitzen paaren. Achte besonders auf die Randbereiche, Eingänge und Lüftungsöffnungen – hier solltest du die Dichte der Dispenser leicht erhöhen, um einen Zuflug von außen abzufangen und die Pheromonkonzentration stabil zu halten.

Was muss ich tun, wenn der Befallsdruck der Tomatenminiermotte bereits sehr hoch ist?

Die Verwirrungsmethode funktioniert am besten bei niedrigem bis mittlerem Befallsdruck. Wenn du bereits einen starken Befall oder Miniergänge feststellst, solltest du die Population vor dem Aufhängen von Isonet T durch eine gezielte Behandlung mit einem zugelassenen Pflanzenschutzmittel absenken. Kombiniere das System zudem mit dem Einsatz von Raubwanzen (z. B. Macrolophus pygmaeus).

Beeinflusst die Lüftung im Gewächshaus die Wirksamkeit der Verwirrungsmethode?

Ja, starker Luftzug kann die Pheromonwolke lokal verdünnen. In sehr stark belüfteten Gewächshäusern oder in der Nähe von Ventilatoren solltest du die Dispenserverteilung anpassen und an den windzugewandten Seiten zusätzliche Dispenser platzieren, um Lücken in der Pheromonbarriere zu vermeiden.

Müssen die Dispenser nach der Ernte aus dem Gewächshaus entfernt werden?

Ja, du solltest die verbrauchten Dispenser am Ende der Kulturzeit zusammen mit den Pflanzenresten oder separat aus dem Gewächshaus entfernen und fachgerecht entsorgen. Dies sichert eine saubere Betriebshygiene und verhindert, dass alte, wirkungslose Dispenser in der nächsten Saison die visuelle Kontrolle erschweren.