Isonet T
Isonet T ist ein innovatives, biotechnisches Pflanzenschutzmittel zur biologischen Regulierung von Schaderregern im geschützten Anbau. Das System basiert auf der Verwirrungsmethode (Paarungsstörung) und wird in Form von anwendungsfertigen Dispensern geliefert. Diese verströmen kontinuierlich spezifische, synthetisch hergestellte Sexualpheromone, die dem natürlichen Lockstoff weiblicher Falter entsprechen.
Dieses umweltschonende Verfahren ist ein zentraler Baustein im integrierten Pflanzenschutz (IPM) sowie im ökologischen Anbau. Da das Produkt keine Rückstände auf den Ernteprodukten hinterlässt, eignet es sich hervorragend für anspruchsvolle Produktionsketten, bei denen strenge Rückstandshöchstmengen eingehalten werden müssen. Es schont Nutzinsekten und fügt sich nahtlos in moderne Anbausysteme ein.
Die Formulierung als passiver Verdampfer gewährleistet eine gleichmäßige und langanhaltende Wirkstoffabgabe über mehrere Monate hinweg, selbst unter den anspruchsvollen klimatischen Bedingungen in modernen Gewächshäusern.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die Wirkungsweise von Isonet T beruht auf der gezielten Störung der chemischen Kommunikation zwischen den Geschlechtern der Zielorganismen. Die aktiven Komponenten, (E,Z)-3,8-Tetradecadien-1-yl acetat und (E,Z,Z)-3,8,11-Tetradecatrien-1-yl acetat, sind synthetische Analoga des weiblichen Sexualpheromons. Nach dem Ausbringen der Dispenser im Gewächshaus sättigen diese Wirkstoffe die Luft mit einer homogenen Pheromonwolke. Diese künstliche Überkonzentration maskiert die natürlichen Lockstoffspuren der weiblichen Falter vollständig. Die männlichen Falter sind dadurch nicht mehr in der Lage, die Weibchen zu lokalisieren, was die Paarung und die nachfolgende Eiablage effektiv verhindert. Da dieser Mechanismus rein verhaltensmodifizierend ist und keine toxische Wirkung aufweist, fällt er nicht unter die klassischen IRAC-Klassifizierungen für chemische Insektizide.
Resistenzmanagement
Da Isonet T auf einem physikalisch-sensorischen Prinzip basiert und keinen biochemischen Eingriff in das Nerven- oder Stoffwechselsystem der Schaderreger vornimmt, ist die Entwicklung von Resistenzen nach derzeitigem wissenschaftlichen Stand ausgeschlossen. Das Produkt ist daher ein unverzichtbares Werkzeug im Resistenzmanagement, um den Selektionsdruck auf klassische chemische Insektizide zu minimieren und deren Wirksamkeit langfristig zu sichern.
Mischbarkeit & Tankmischung
Da es sich bei Isonet T um feste, manuell auszubringende Dispenser handelt, entfällt die klassische physikalische Tankmischbarkeit mit flüssigen Pflanzenschutzmitteln. Das System ist jedoch vollkommen kompatibel mit allen parallel durchgeführten Spritzungen von Fungiziden, Insektiziden oder Blattdüngern. Zudem verträgt sich die Pheromonanwendung hervorragend mit dem zeitgleichen Einsatz von Nützlingen wie Raubwanzen oder Schlupfwespen, da keinerlei toxische Wechselwirkungen auftreten.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Isonet T zeichnet sich durch ein exzellentes ökotoxikologisches Profil aus. Da die Wirkstoffe hochspezifisch nur auf die Zielart wirken und gasförmig in minimalen Konzentrationen abgegeben werden, besteht kein Risiko für Nichtzielorganismen wie Bienen, aquatische Lebensformen oder Regenwürmer. Für den Anwender ist der Kontakt minimal; beim Aufhängen der Dispenser wird lediglich das Tragen von Schutzhandschuhen empfohlen. Es gilt keine Wartezeit vor der Ernte, was maximale Flexibilität im Betriebsablauf ermöglicht.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| — | Allgemein | — | 0 GRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt, um die Isonet T Dispenser in der Kultur aufzuhängen?
Die Dispenser müssen zwingend vor dem Erstflug der Schaderreger im Gewächshaus installiert werden, idealerweise direkt beim Pflanzen der Kultur. Nur so wird verhindert, dass sich bereits begattete Weibchen etablieren und eine erste Generation von Larven Schäden verursacht.
Wie beeinflusst die Lüftung im Gewächshaus die Wirkung der Pheromone?
Eine sehr starke, kontinuierliche Lüftung kann die Pheromonkonzentration in der Luft lokal verdünnen. Es wird empfohlen, an den windzugewandten Seiten, in der Nähe von Lüftungsklappen und an den Stirnseiten des Gewächshauses die Dispenser-Dichte leicht zu erhöhen, um eine lückenlose Pheromonwolke aufrechtzuerhalten.
Kann Isonet T auch im Freiland eingesetzt werden?
Nein, dieses Pflanzenschutzmittel ist ausschließlich für den Einsatz im geschützten Anbau (Gewächshaus) registriert. Im Freiland verflüchtigen sich die Pheromone durch Luftbewegungen zu schnell, sodass die für eine erfolgreiche Verwirrung notwendige Wirkstoffkonzentration in der Luft nicht erreicht werden kann.
Wie lange hält die Wirkung einer Ausbringung von Isonet T an?
Die kontinuierliche Abgabe der Pheromone ist temperaturabhängig, gewährleistet jedoch in der Regel einen Schutz über einen Zeitraum von etwa 120 bis 150 Tagen. Bei sehr langen Kulturzyklen kann im späteren Verlauf eine zweite Installation von Dispensern erforderlich sein.
Wie kontrolliere ich den Befall, wenn klassische Pheromonfallen durch die Verwirrungsmethode blockiert sind?
Da die hohe Pheromonkonzentration im Gewächshaus auch die Monitoring-Fallen 'verwirrt' und diese keine Fänge mehr zeigen, muss die Befallskontrolle visuell erfolgen. Kontrollieren Sie die Kultur regelmäßig auf erste Miniergänge an den Blättern oder nutzen Sie schwarze Klebetafeln zur physischen Überwachung der Falteraktivität.
Was muss bei einem extrem hohen Ausgangsbefall zu Kulturbeginn beachtet werden?
Bei sehr hohem Befallsdruck stoßen Pheromonsysteme an ihre Grenzen, da sich Männchen und Weibchen auch zufällig finden können. In diesem Fall sollte die Population vor oder direkt beim Aufhängen der Dispenser durch den gezielten Einsatz von Nützlingen oder einer zugelassenen chemischen Behandlung einmalig abgesenkt werden.