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Sonstige · Farmachem S.A.

JUDO

BVL Zul.-Nr. 00B205-00

JUDO ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von Pilzkrankheiten im Steinobstbau. Als flüssige Formulierung basiert das Präparat auf dem bewährten Wirkstoff Dodin (400 g/l). Es hat sich im professionellen Kirschanbau als verlässlicher Baustein etabliert, um die Vitalität der Kulturen zu sichern und einen frühzeitigen Blattfall zu verhindern.

Der Fokus der zugelassenen Anwendungen liegt auf der Bekämpfung der Sprühfleckenkrankheit (Blumeriella jaapii) in Süßkirschen und Sauerkirschen. Diese Pilzerkrankung kann bei feucht-warmer Witterung im Sommer zu massivem Blattverlust führen, was die Holzreife beeinträchtigt und die Ertragsfähigkeit für das Folgejahr schwächt. JUDO bietet hier einen starken protektiven und kurativen Schutz direkt in der kritischen Phase der Fruchtentwicklung.

Wirkstoffe

Dodin
400 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in JUDO enthaltene Wirkstoff Dodin gehört zur chemischen Gruppe der Guanidine (FRAC-Gruppe 24). Der Wirkungsmechanismus basiert auf der gezielten Störung der Membranpermeabilität der Pilzzellen. Dodin lagert sich aufgrund seiner tensidähnlichen Eigenschaften in die Zellmembranen der Schaderreger ein, zerstört deren Struktur und führt zum Austritt von lebenswichtigen Zellbestandteilen, was den Zelltod des Pilzes zur Folge hat. Neben dieser membranstörenden Wirkung hemmt Dodin auch wichtige Enzyme im Energiestoffwechsel des Pilzes. Durch diese duale physiologische Beeinträchtigung blockiert der Wirkstoff effektiv die Keimung der Sporen sowie das Wachstum des Keimschlauchs und verhindert so die Etablierung einer Infektion in der Kultur.

Resistenzmanagement

Da Dodin einer spezifischen Wirkstoffklasse angehört, ist ein konsequentes Resistenzmanagement unerlässlich, um die langfristige Wirksamkeit zu sichern. Du solltest JUDO daher im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen einsetzen. Vermeide aufeinanderfolgende Behandlungen mit demselben Wirkstoff und halte dich strikt an die empfohlenen Aufwandmengen, um die Selektion resistenter Stämme der Sprühfleckenkrankheit in deinen Kulturen zu verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

JUDO zeigt im Allgemeinen eine gute Mischbarkeit mit gängigen Insektiziden und Fungiziden im Obstbau. Bei Tankmischungen ist jedoch auf die Wasserqualität zu achten; extrem hartes Wasser oder sehr alkalische Spritzbrühen können die Stabilität der Formulierung beeinträchtigen. Es wird empfohlen, vor der großflächigen Anwendung eine Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchzuführen. Vermeide Mischungen mit stark alkalischen Produkten oder bestimmten Blattdüngern, um Ausfällungen und Phytotoxizität an den Kulturen zu verhindern.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit JUDO ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung für den Anwender obligatorisch. Zum Schutz von Gewässerorganismen sind Abdriften in Oberflächengewässer strikt zu vermeiden; nutze stets abdriftmindernde Technik und halte die lokalen Abstandsauflagen ein. Da keine spezifische Bieneneinstufung vorliegt, gilt die allgemeine Vorsichtsmaßnahme: Behandle blühende Kulturen oder Bereiche, in denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, vorzugsweise in den späten Abendstunden nach dem täglichen Bienenflug.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SüßkirscheSprühfleckenkrankheit (Blumeriella jaapii)71–791.7 LITER_PER_HECTARE14T
SauerkirscheSprühfleckenkrankheit (Blumeriella jaapii)71–791.7 LITER_PER_HECTARE14T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit JUDO gegen die Sprühfleckenkrankheit?

Der optimale Einsatzzeitraum liegt in den BBCH-Stadien 71 bis 79, also von der Fruchtentwicklung (Fruchtgröße etwa 10 % der endgültigen Größe) bis zur fortgeschrittenen Fruchtreife. Achte besonders auf feucht-warme Witterungsperioden ab Ende Mai, da diese die Infektion durch den Schaderreger massiv begünstigen. Eine vorbeugende Behandlung vor angekündigten Niederschlägen bietet den besten Schutz.

Warum ist der Erhalt des Blattwerks nach der Ernte bei Kirschen so wichtig?

Die Sprühfleckenkrankheit führt ohne Behandlung zu vorzeitigem Blattfall im Sommer. Wenn deine Kulturen bereits im Juli oder August ihre Blätter verlieren, fehlt ihnen die Assimilationsfläche für die Einlagerung von Reservestoffen im Holz. Dies schwächt die Frosthärte im Winter und reduziert den Blütenknospenansatz sowie das Ertragspotenzial für das nächste Jahr drastisch.

Kann ich JUDO auch bei unbeständigem Wetter anwenden?

Dodin besitzt eine gute Regenbeständigkeit, sobald der Spritzbelag auf den Blättern angetrocknet ist. Du solltest die Anwendung daher so planen, dass das Pflanzenschutzmittel vor dem Einsetzen des Regens vollständig abtrocknen kann (meist reichen 1 bis 2 Stunden). Nach dem Antrocknen ist der Wirkstoff teil-systemisch geschützt und wird nicht leicht abgewaschen.

Wie integriere ich JUDO am besten in mein Antiresistenz-Konzept?

Da der Wirkstoff Dodin einen spezifischen Wirkungsmechanismus hat, solltest du ihn maximal zweimal pro Saison einsetzen. Wechsle bei nachfolgenden Behandlungen auf Fungizide mit anderen Wirkmechanismen, beispielsweise aus den Gruppen der SDHI oder Strobilurine, um das Risiko von Resistenzbildungen bei der Sprühfleckenkrankheit zu minimieren.

Was muss ich bei der Wartezeit von JUDO beachten?

Die gesetzlich vorgeschriebene Wartezeit zwischen der letzten Anwendung und der Ernte beträgt bei Süß- und Sauerkirschen 14 Tage. Plane deine Behandlungen in den BBCH-Stadien 71–79 so ein, dass dieses Intervall bis zum geplanten Pflücktermin strikt eingehalten wird, um Rückstände auf den Früchten zu vermeiden.

Wie verhalte ich mich, wenn während der geplanten Spritzung Wind aufkommt?

Um Abdrift auf benachbarte Flächen und Gewässer zu vermeiden, solltest du die Behandlung bei Windgeschwindigkeiten über 5 m/s sofort unterbrechen. Nutze zudem stets abdriftmindernde Düsen und passe den Spritzdruck an, um ein feines, abdriftgefährdetes Tropfenspektrum zu verhindern und den Wirkstoff gezielt in die Baumkrone zu applizieren.