K-Obiol EC25
K-Obiol EC25 ist ein hochwirksames, flüssiges Pflanzenschutzmittel-Konzentrat (EC) zur Bekämpfung von Vorratsschädlingen in Getreidelagern und leeren Silozellen. Als bewährter Standard im Vorratsschutz schützt es eingelagertes Getreide zuverlässig vor dem Befall durch fressende und saugende Schadinsekten. Die Formulierung als emulgierbares Konzentrat ermöglicht eine präzise Dosierung und eine gleichmäßige Verteilung auf den behandelten Oberflächen oder direkt auf dem Erntegut während der Einlagerung.
Das Wirkungsspektrum umfasst die wichtigsten Schaderreger im Lagerbereich, darunter den Kornkäfer, den Getreidekapuziner, den Reismehlkäfer sowie verschiedene Mottenarten. Durch die gezielte Anwendung wird nicht nur der direkte Fraßschaden minimiert, sondern auch die qualitative Entwertung des Ernteguts durch Sekundärinfektionen und Verschmutzung effektiv verhindert.
K-Obiol EC25 zeichnet sich durch eine hervorragende Langzeitwirkung aus, die je nach Aufwandmenge und Anwendungsart einen monatelangen Schutz der eingelagerten Kulturen gewährleistet. Dies macht es zu einem unverzichtbaren Baustein im modernen Qualitätsmanagement von landwirtschaftlichen Betrieben und Erfassungsstellen.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der enthaltene Wirkstoff Deltamethrin gehört zur chemischen Gruppe der Pyrethroide (IRAC-Klasse 3A). Er wirkt als Kontakt- und Fraßgift mit einer ausgeprägten Initialwirkung (Knock-down-Effekt) sowie einer langanhaltenden Dauerwirkung. Der Wirkmechanismus basiert auf der Blockade der spannungsabhängigen Natriumkanäle in den Nervenmembranen der Schaderreger. Dies führt zu einer dauerhaften Depolarisation der Nervenzelle, was unkontrollierte Nervenimpulse, Lähmungen und letztendlich den schnellen Tod der Zielorganismen zur Folge hat. Aufgrund dieser schnellen Wirkung werden Schädlinge sofort an der Eiablage und weiteren Fraßtätigkeit gehindert.
Resistenzmanagement
Zur Vermeidung von Resistenzen im Vorratsschutz sollte K-Obiol EC25 im Rahmen einer integrierten Bekämpfungsstrategie eingesetzt werden. Dies beinhaltet die gründliche mechanische Reinigung der Lagerräume vor der Einlagerung. Ein Wirkstoffwechsel mit Insektiziden aus anderen IRAC-Klassen (wie z. B. Phosphorsäureestern oder physikalisch wirkenden Mitteln wie Kieselgur) ist dringend zu empfehlen, um den Selektionsdruck auf die IRAC-Gruppe 3A zu minimieren und die langfristige Wirksamkeit von Deltamethrin zu sichern.
Mischbarkeit & Tankmischung
Da K-Obiol EC25 primär als Solo-Produkt im Vorratsschutz oder zur Leerraumbehandlung eingesetzt wird, sind Tankmischungen mit anderen Pflanzenschutzmitteln in der Praxis unüblich und im Regelfall nicht erforderlich. Bei einer eventuellen Kombination mit speziellen Reinigungsmitteln oder Desinfektionsmitteln für Siloanlagen ist vorab die physikalische Verträglichkeit in einer Mischprobe zu prüfen. Es sollte stets sauberes, neutrales Wasser verwendet werden, um eine optimale Emulsionsstabilität zu gewährleisten.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit dem Konzentrat ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Nitrilhandschuhen und Atemschutz bei Aerosolbildung, zwingend erforderlich. Da Deltamethrin als Pyrethroid extrem toxisch für Wasserorganismen und nützliche Gliederfüßer ist, müssen Abdriften in Gewässer oder die Kanalisation strikt vermieden werden. Eine Anwendung in unmittelbarer Nähe von Gewässern unterliegt strengen Abstandsauflagen gemäß den BVL-Vorgaben. Das Mittel ist als bienengefährlich eingestuft, was jedoch bei der bestimmungsgemäßen Anwendung in geschlossenen Lagerräumen ein minimiertes Risiko darstellt.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| — | Allgemein | — | 0 GRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wie unterscheidet sich die Leerraumbehandlung von der direkten Getreidebehandlung mit K-Obiol EC25?
Die Leerraumbehandlung bekämpft versteckte Schaderreger in Ritzen und Spalten leerer Silos vor der Einlagerung, während die direkte Getreidebehandlung (Sprühapplikation auf den Förderstrom) das Erntegut selbst aktiv während des Einlagerungsprozesses vor Neubefall schützt.
Gibt es eine Wartezeit, die nach der Behandlung von Getreide vor der Verarbeitung eingehalten werden muss?
Die Wartezeit ist abhängig von der spezifischen Zulassung und der angewendeten Aufwandmenge. Bei der direkten Behandlung des Getreidestroms mit K-Obiol EC25 ist in der Regel keine oder nur eine sehr kurze Wartezeit einzuhalten, sodass das Getreide rasch vermarktet werden kann. Die genauen Vorgaben der BVL-Zulassung sind stets zu beachten.
Warum spielt das BBCH-Stadium bei der Anwendung von K-Obiol EC25 keine Rolle?
Da K-Obiol EC25 ein Pflanzenschutzmittel für den Vorratsschutz (Nacherntebereich) und nicht für wachsende Kulturen auf dem Feld ist, entfallen die klassischen BBCH-Stadien. Die Anwendung orientiert sich stattdessen am Zeitpunkt der Einlagerung oder der Reinigung der Lagerräume.
Kann K-Obiol EC25 auch bei niedrigen Temperaturen im Winterlager angewendet werden?
Pyrethroide wie Deltamethrin zeigen auch bei kühleren Temperaturen eine gute Wirksamkeit. Allerdings sollte die Anwendung bei Frost vermieden werden, um eine gleichmäßige Verteilung der Spritzbrühe auf den Oberflächen oder dem Getreidestrom zu gewährleisten und das Einfrieren der Applikationstechnik zu verhindern.
Welche mechanischen Maßnahmen unterstützen die Wirkung von K-Obiol EC25 im Lager?
Eine gründliche mechanische Reinigung (Aussaugen, Entfernen von Staub und Getreideresten) vor der Behandlung ist essenziell. Staubschichten können den Wirkstoff binden und dessen Kontaktwirkung auf die Schaderreger stark herabsetzen.
Wie finde ich in der Datenbank weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für den Vorratsschutz?
Nutzen Sie die Filterfunktion auf agronomy.farmable.tech und wählen Sie den Anwendungsbereich 'Vorratsschutz' oder suchen Sie gezielt nach Schaderregern wie 'Kornkäfer', um alle in Deutschland registrierten Alternativen anzuzeigen.