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OTHER · Clayton Plant Protection Ltd.

Kapparon

BVL Zul.-Nr. 00B099-60

Kapparon ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von Schorf (Venturia spp.) im Kernobstbau. Als modernes, wasserdispergierbares Granulat formuliert, basiert das Produkt auf dem bewährten Wirkstoff Dithianon. Es hat sich als ein unverzichtbarer Baustein im integrierten Pflanzenschutz etabliert, um Äpfel und Birnen vor den wirtschaftlich verheerenden Infektionen durch Apfel- und Birnenschorf zu schützen.

Die Formulierung zeichnet sich durch eine hervorragende Regenbeständigkeit und eine langanhaltende Schutzwirkung auf der Blattoberfläche aus. Nach der Anwendung bildet sich ein stabiler Spritzbelag, der auch bei wechselhaften Witterungsbedingungen im Frühjahr, der Hauptinfektionsperiode des Schorfpilzes, zuverlässig bestehen bleibt. Dies macht Kapparon zu einem verlässlichen Partner für Obstbaubetriebe, die auf eine makellose Fruchtqualität angewiesen sind.

Durch die breite Zulassung in den BBCH-Stadien von der Knospenschwellung bis zur Fruchtreife bietet das Produkt eine hohe Flexibilität in der Terminierung. Es schützt sowohl die jungen, sich entfaltenden Blätter als auch die heranwachsenden Früchte vor Primär- und Sekundärinfektionen, wodurch der Grundstein für einen gesunden Ertrag gelegt wird.

Wirkstoffe

Dithianon
700 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Kapparon enthaltene Wirkstoff Dithianon gehört zur chemischen Gruppe der Chinone und wird im FRAC-Code unter der Gruppe M09 (Multi-Site-Inhibitoren) klassifiziert. Dithianon greift an mehreren Stellen in den Stoffwechsel des Pilzes ein, indem es wichtige Enzyme blockiert, die für die Zellatmung und die Energieproduktion der Sporen notwendig sind. Dadurch wird die Keimung der Schorfsporen sowie das Eindringen des Keimschlauchs in das Pflanzengewebe effektiv unterbunden. Da es sich um einen Kontaktwirkstoff mit rein protektiver Wirkung handelt, muss das Pflanzenschutzmittel vorbeugend vor einer Infektionsperiode appliziert werden. Die Multi-Site-Wirkung minimiert das Risiko einer Resistenzentwicklung im Vergleich zu systemischen Fungiziden mit nur einem spezifischen Wirkort erheblich, was Dithianon zu einem fundamentalen Werkzeug im modernen Resistenzmanagement macht.

Resistenzmanagement

Aufgrund seines Multi-Site-Wirkungsmechanismus (FRAC-Gruppe M09) weist Kapparon ein äußerst geringes Risiko für eine Resistenzbildung auf. Um die Wirksamkeit systemischer Fungizide langfristig zu sichern, sollte Kapparon strategisch als Mischungspartner oder im Blockwechsel eingesetzt werden. Die Einbindung dieses Kontaktfungizids in das Spritzprogramm entlastet einseitig gefährdete Wirkstoffklassen und sichert den nachhaltigen Erfolg der Schorfbekämpfung über die gesamte Saison.

Mischbarkeit & Tankmischung

Kapparon ist im Allgemeinen gut mit gängigen Fungiziden, Insektiziden und Blattdüngern mischbar. Bei Tankmischungen ist jedoch darauf zu achten, dass keine stark alkalischen Komponenten oder schwefelhaltigen Produkte in unmittelbarer Kombination ausgebracht werden, da dies die Pflanzenverträglichkeit beeinträchtigen kann. Es wird empfohlen, stets eine ausreichende Wassermenge zu verwenden, um eine homogene Benetzung der gesamten Baumkrone zu gewährleisten, und die Spritzbrühe unmittelbar nach dem Ansetzen auszubringen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Kapparon ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen, obligatorisch. Da Dithianon als gewässergefährdend eingestuft ist, müssen die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Abdriftminderungsklassen strikt eingehalten werden. Das Produkt ist bei sachgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Kontakt mit blühenden Unkräutern in den Fahrgassen vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
ApfelSchorf (Venturia spp.)0–790.5 KILOGRAM_PER_HECTARE42T
BirneBirnenschorf (Venturia pyrina)0–790.5 KILOGRAM_PER_HECTARE42T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die erste Anwendung von Kapparon im Frühjahr?

Die erste Behandlung sollte präventiv vor den ersten angekündigten Niederschlägen ab dem Knospenaufbruch erfolgen. Zu diesem Zeitpunkt beginnt der Flug der Ascosporen (Primärinfektion), und ein schützender Belag auf den grünen Pflanzenteilen ist entscheidend, um den frühen Befall zu verhindern.

Wie verhält sich Kapparon bei Niederschlägen kurz nach der Applikation?

Kapparon verfügt über eine hervorragende Regenbeständigkeit. Sobald der Spritzbelag auf den Blättern angetrocknet ist (in der Regel nach 1–2 Stunden), ist er weitgehend waschfest. Selbst bei nachfolgenden Regenfällen von bis zu 20 mm bleibt ein ausreichender Schutzbelag erhalten, da sich der Wirkstoff durch Feuchtigkeit immer wieder leicht umverteilt.

Kann Kapparon auch bei niedrigen Temperaturen im zeitigen Frühjahr eingesetzt werden?

Ja, die Wirkung von Dithianon ist weitgehend temperaturunabhängig. Im Gegensatz zu einigen systemischen Fungiziden, die für eine optimale Aufnahme und Verteilung im Saftstrom der Kultur Mindesttemperaturen benötigen, schützt das Kontaktfungizid Kapparon die Blattoberfläche auch bei kühlen Temperaturen im einstelligen Bereich zuverlässig.

Warum ist der Wirkstoff Dithianon so wichtig für das Resistenzmanagement im Obstbau?

Als Multi-Site-Inhibitor (FRAC-Gruppe M09) greift Dithianon an verschiedenen biochemischen Prozessen des Pilzes gleichzeitig an. Da für eine Resistenz mehrere Mutationen gleichzeitig notwendig wären, ist eine Resistenzentwicklung extrem unwahrscheinlich. Dies macht das Produkt zum idealen Kombinationspartner für gefährdete, einstellige Wirkstoffklassen.

Was muss bei der Anwendung von Kapparon im Hinblick auf die Wartezeit beachtet werden?

Die gesetzlich vorgeschriebene Wartezeit bis zur Ernte beträgt 42 Tage. Dies bedeutet, dass späte Anwendungen im Sommer genau geplant werden müssen, um Rückstände auf den Früchten zu vermeiden und gleichzeitig den Schutz vor Spätschorf (Lagerschorf) aufrechtzuerhalten.

Gibt es Einschränkungen bei der Mischbarkeit mit Blattdüngern oder Ölen?

Ja, Mischungen mit mineralischen Ölen oder die Anwendung kurz nach einer Ölbehandlung (z. B. zur Schaderregerbekämpfung im Austrieb) sollten vermieden werden, da dies die Wachsschicht der Blätter schwächen und zu Phytotoxizität führen kann. Auch extrem saure oder alkalische Blattdünger können die Stabilität des Wirkstoffs beeinträchtigen.