KERIAXO 50 WG
KERIAXO 50 WG ist ein hochkonzentriertes Bodenherbizid in Form eines wasserdispergierbaren Granulats (WG), das speziell für den professionellen Einsatz im Winterweichweizen entwickelt wurde. Mit dem bewährten Wirkstoff Flumioxazin bietet das Mittel eine starke und langanhaltende Residualwirkung gegen ein breites Spektrum auflaufender Unkräuter. Es bildet nach der Anwendung einen stabilen Herbizidfilm auf der Bodenoberfläche, der neu keimende Schaderreger direkt beim Durchstoßen der Schicht erfasst.
Das Pflanzenschutzmittel ist besonders für die frühe Unkrautbekämpfung im Herbst positioniert. Durch das breite Anwendungsfenster vom Vorauflauf bis zum Erreichen des vierten Laubblattes der Kultur (BBCH 00–14) bietet es Landwirten eine hohe Flexibilität in der Arbeitserledigung. Es schaltet konkurrenzstarke Unkräuter und den Gemeinen Windhalm aus, bevor diese der Kultur Licht, Wasser und Nährstoffe entziehen können.
Dank seiner modernen Formulierung lässt sich das Granulat schnell und rückstandsfrei im Spritztank auflösen. KERIAXO 50 WG etabliert sich damit als verlässlicher Partner für saubere Bestände im Getreidebau und dient als hervorragendes Fundament für nachfolgende Pflanzenschutzmaßnahmen.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in KERIAXO 50 WG enthaltene Wirkstoff Flumioxazin gehört zur chemischen Gruppe der N-Phenylphthalimide und ist als PPO-Inhibitor in die HRAC-Gruppe 14 eingestuft. Er hemmt gezielt das Enzym Protoporphyrinogen-Oxidase, welches eine Schlüsselrolle in der Chlorophyll- und Hemsynthese der Pflanzen spielt. Durch diese Blockade kommt es im Gewebe der Schaderreger zu einer Akkumulation von Porphyrinen. Unter dem Einfluss von Licht und Sauerstoff führt dies zur Bildung hochreaktiver Singulett-Sauerstoff-Radikale. Diese Radikale zerstören die Zellmembranen durch Lipidperoxidation extrem schnell. Die auflaufenden Unkräuter sterben kurz nach dem Kontakt mit dem Herbizidfilm an der Bodenoberfläche ab, oft noch bevor sie das Tageslicht vollständig erreichen.
Resistenzmanagement
Um das Risiko einer Resistenzentwicklung bei wichtigen Unkräutern und dem Gemeinen Windhalm zu minimieren, solltest du KERIAXO 50 WG stets als Baustein einer vorausschauenden Antiresistenzstrategie nutzen. Vermeide den wiederholten, alleinigen Einsatz von Wirkstoffen aus der HRAC-Gruppe 14 auf derselben Fläche. Nutze stattdessen Tankmischungen oder Spritzfolgen mit Partnern, die über andere, komplementäre Wirkungsmechanismen verfügen, und halte dich strikt an die empfohlenen Aufwandmengen.
Mischbarkeit & Tankmischung
KERIAXO 50 WG lässt sich im Allgemeinen gut mit anderen gängigen Bodenherbiziden mischen, die für den Einsatz im Herbst in Winterweichweizen zugelassen sind. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchführen. Achte auf eine ausreichende Wassermenge und eine kontinuierliche Rührung im Spritztank. Von Mischungen mit flüssigen Blattdüngern oder starken Additiven im frühen Nachauflauf wird abgeraten, um die Kulturverträglichkeit bei ungünstigen Witterungsverhältnissen nicht zu gefährden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit KERIAXO 50 WG ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und robusten Schutzhandschuhen bei der Tankbefüllung und Ausbringung, unerlässlich. Zum Schutz von Nichtzielorganismen und der Umwelt solltest du Abdriften auf angrenzende Flächen und Gewässer konsequent vermeiden. Da für dieses Produkt spezifische Schutzauflagen gelten, empfiehlt sich eine Anwendung in den windstillen Abendstunden. Vermeide zudem Behandlungen, wenn Bienen aktiv fliegen oder blühende Beikräuter im Bestand vorhanden sind.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Winterweichweizen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | 10–14 | 60 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | 0–9 | 60 GRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung mit KERIAXO 50 WG?
Der beste Anwendungszeitpunkt liegt im Vorauflauf bis zum frühen Nachauflauf der Kultur (BBCH-Stadium 00 bis 14). Um die maximale Bodenwirkung zu erzielen, solltest du das Pflanzenschutzmittel auf ein feines, gut abgesetztes und klumpenfreies Saatbett ausbringen, idealerweise kurz vor angekündigten Niederschlägen.
Welche Rolle spielt die Bodenfeuchtigkeit für die Wirkung des Mittels?
Da Flumioxazin ein klassischer Bodenwirkstoff ist, benötigt er Feuchtigkeit, um im Boden aktiviert zu werden und einen gleichmäßigen Wirkungsfilm an der Oberfläche zu bilden. Bei anhaltender Trockenheit kann die Wirkung verzögert einsetzen; sobald jedoch Niederschläge fallen, wird der Wirkstoff reaktiviert und erfasst auflaufende Schaderreger zuverlässig.
Kann ich KERIAXO 50 WG auch in anderen Getreidearten außer Winterweichweizen einsetzen?
Nein, das Produkt ist laut BVL-Zulassung ausschließlich für die Anwendung in Winterweichweizen (TRZAW) registriert. Ein Einsatz in anderen Getreidearten wie Gerste oder Roggen ist nicht zulässig und kann zu schweren Schäden an den Kulturen führen.
Wie integriere ich das Produkt am besten in mein Resistenzmanagement?
Flumioxazin gehört zur HRAC-Gruppe 14 (PPO-Inhibitoren). Um einer Resistenzbildung bei Unkräutern und dem Gemeinen Windhalm vorzubeugen, solltest du diesen Wirkmechanismus im Verlauf der Fruchtfolge mit anderen Wirkstoffklassen abwechseln (z. B. HRAC-Gruppe 15 oder 3) und mechanische sowie pflanzenbauliche Maßnahmen zur Unkrautunterdrückung kombinieren.
Was muss ich bei einem vorzeitigen Umbruch der Kultur beachten?
Sollte ein vorzeitiger Umbruch des behandelten Winterweichweizens notwendig werden, musst du die Abbauzeiten des Wirkstoffs im Boden berücksichtigen. Vor der Neuansaat von Folgekulturen wird in der Regel eine tiefe, wendende Bodenbearbeitung (Pflügen) dringend empfohlen, um eventuelle Wirkstoffrückstände zu verdünnen und Schäden an den Folgekulturen zu vermeiden.