LANDOR CT
LANDOR CT von Syngenta ist ein hochentwickeltes, flüssiges Beizmittel (Formulierungstyp: FS – Fließkonzentrat zur Saatgutbehandlung) zum Schutz von Kulturen gegen ein breites Spektrum von samen- und bodenbürtigen Schaderregern. Durch die Kombination von drei bewährten Wirkstoffen bietet das Pflanzenschutzmittel einen hervorragenden Rundumschutz in der sensiblen Keimungs- und Auflaufphase. Es sichert den Feldaufgang und legt das Fundament für vitale, ertragsstarke Bestände.
Das Wirkspektrum deckt wichtige wirtschaftliche Schaderreger wie Schneeschimmel, Steinbrand, Flugbrand-Arten sowie frühe Netzflecken und Streifenkrankheiten ab. Dank der modernen Formulierung haftet das Produkt optimal am Korn, was die Staubentwicklung bei der Aussaat minimiert und eine gleichmäßige Verteilung bei der Saatgutaufbereitung gewährleistet.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die herausragende Wirkung von LANDOR CT basiert auf dem synergistischen Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen. Die enthaltenen Wirkstoffe Difenoconazol und Tebuconazol gehören zur Gruppe der Triazole (DMI-Fungizide, FRAC-Gruppe 3). Sie hemmen die Ergosterol-Biosynthese in den Zellmembranen der Pilze, was zu einem schnellen Wachstumsstopp des Myzels führt. Während Tebuconazol schnell aufgenommen wird und einen starken Initialschutz bietet, sorgt Difenoconazol für eine langanhaltende systemische Wirkung im jungen Keimling. Ergänzt werden die Triazole durch Fludioxonil, einen Wirkstoff aus der Klasse der Phenylpyrrole (FRAC-Gruppe 12). Fludioxonil ist ein Kontaktwirkstoff, der die Signaltransduktion (osmotische Signalübertragung) des Pilzes stört und die Sporenkeimung sowie das Keimschlauchwachstum direkt auf der Kornoberfläche und im umgebenden Boden blockiert. Diese Kombination schützt die Kultur sowohl von innen als auch von außen.
Resistenzmanagement
Durch die Kombination von Wirkstoffen aus zwei völlig unterschiedlichen FRAC-Klassen (FRAC 3 und FRAC 12) besitzt LANDOR CT ein eingebautes Resistenzmanagement. Da die Schaderreger gleichzeitig an verschiedenen biochemischen Zielorten angegriffen werden, ist das Risiko einer Resistenzentwicklung äußerst gering. Um diese Schutzwirkung langfristig zu erhalten, sollte das Pflanzenschutzmittel stets im Wechsel mit Beizmitteln anderer Wirkstoffklassen eingesetzt werden, und es ist auf eine lückenlose, gleichmäßige Applikation auf dem Saatgut zu achten.
Mischbarkeit & Tankmischung
Als spezialisiertes Beizmittel wird LANDOR CT in der Regel solo in professionellen Beizanlagen appliziert. Bei Bedarf ist es jedoch physikalisch gut mischbar mit gängigen flüssigen Saatgutbehandlungsmitteln, wie beispielsweise speziellen Spurennährstoffdüngern oder zugelassenen Beiz-Insektiziden. Vor großflächigen Mischungen wird dringend empfohlen, eine Mischprobe im kleinen Maßstab durchzuführen und die Hinweise der Mischpartner bezüglich Wasserqualität und Viskosität genauestens zu beachten.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit LANDOR CT und dem gebeizten Saatgut steht der Anwenderschutz im Vordergrund. Das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), insbesondere Schutzhandschuhe und Atemschutz beim Abfüllen und Reinigen der Beizanlagen, ist obligatorisch. Um die Tierwelt zu schützen, muss das gebeizte Saatgut vollständig in den Boden eingebracht werden; verschüttetes Saatgut ist sofort zu beseitigen, um eine Aufnahme durch Vögel oder Wildtiere zu verhindern. Das Produkt ist als gewässergefährdend eingestuft, weshalb ein direkter Eintrag in Oberflächengewässer strikt zu vermeiden ist.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| — | Allgemein | — | 0 GRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Für welche Kulturen ist LANDOR CT primär als Beizmittel vorgesehen?
LANDOR CT ist speziell für die Saatgutbehandlung von Getreidekulturen (wie Weizen, Dinkel, Roggen und Triticale) entwickelt worden, um junge Keimlinge vor boden- und samenbürtigen Pilzinfektionen zu schützen.
Wie wirkt sich die Beizung mit LANDOR CT auf die Keimfähigkeit des Saatguts aus?
Bei sachgerechter Anwendung und Einhaltung der empfohlenen Aufwandmengen zeigt LANDOR CT eine hervorragende Kulturverträglichkeit. Es beeinträchtigt die Keimfähigkeit nicht und fördert einen gleichmäßigen, vitalen Feldaufgang.
Kann mit LANDOR CT behandeltes Saatgut gelagert werden?
Ja, professionell gebeiztes und gut abgetrocknetes Saatgut kann unter kühlen, trockenen und gut belüfteten Bedingungen gelagert werden. Eine Überlagerung bis zur nächsten Saison ist meist ohne signifikanten Keimkraftverlust möglich, sollte aber vor der Aussaat per Keimprobe überprüft werden.
Warum enthält LANDOR CT drei verschiedene Wirkstoffe?
Die Kombination aus Difenoconazol, Fludioxonil und Tebuconazol vereint systemische und kontaktwirksame Eigenschaften. Dies sichert eine lückenlose Wirkung sowohl gegen Erreger auf der Kornoberfläche (z. B. Steinbrand) als auch im Inneren des Korns (z. B. Flugbrand) und beugt Resistenzen vor.
Was muss bei der Aussaat von mit LANDOR CT behandeltem Saatgut beachtet werden?
Das Saatgut muss vollständig und gleichmäßig im Boden abgelegt werden (ordnungsgemäße Saattiefe), um den Abrieb von Beizstaub zu minimieren und den Zugriff durch Vögel oder Nagetiere zu verhindern. Moderne Sämaschinen mit aktiver Staubminderung sind zu bevorzugen.
Wie entsorgt man Reste von gebeiztem Saatgut oder Beizbrühe?
Reste von gebeiztem Saatgut dürfen niemals in der Natur verbleiben oder verfüttert werden. Sie müssen über den autorisierten Agrar-Entsorgungsweg oder als Sonderabfall entsorgt werden. Beizgeräte sind gründlich auf dem Feld oder über spezielle Reinigungssysteme zu spülen.