Latifam
Latifam ist ein hochspezialisiertes Pflanzenschutzmittel von GLOBACHEM NV, das auf dem Wirkstoff Silthiofam (125 g/l) basiert. Als innovative Beizlösung konzipiert, nimmt dieses Produkt eine Schlüsselrolle beim Schutz von Kulturen gegen bodenbürtige Schaderreger ein. Die flüssige Formulierung ermöglicht eine präzise und gleichmäßige Applikation direkt auf dem Saatgut, wodurch ein lückenloser Schutzfilm von der Keimung an gewährleistet wird.
Der Fokus dieses Spezialpräparats liegt auf der Bekämpfung von pilzlichen Erregern im Wurzelsystem, insbesondere der gefürchteten Schwarzbeinigkeit. Da dieser Schaderreger über den Boden übertragen wird und die Leitungsbahnen der Kulturen blockiert, bietet die gezielte Saatgutbehandlung mit Latifam einen entscheidenden Vorteil gegenüber klassischen Blattspritzungen, welche diese sensible Zone im Boden nicht erreichen können.
Durch den frühen Schutz der jungen Wurzeln unterstützt Latifam eine vitale Bestandesetablierung, verbessert die Nährstoff- sowie Wasseraufnahme und sichert das Ertragspotenzial auch unter hohem Infektionsdruck ab. Es stellt somit ein unverzichtbares Werkzeug für professionelle Ackerbaubetriebe dar, die anspruchsvolle Fruchtfolgen nachhaltig managen wollen.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in Latifam enthaltene Wirkstoff Silthiofam gehört zur chemischen Gruppe der Thiophencarboxamide (FRAC-Gruppe 29). Er zeichnet sich durch einen einzigartigen, hochspezifischen Wirkungsmechanismus aus: Silthiofam hemmt gezielt das Enzym ATP-Citrat-Lyase im Citratzyklus des Pilzes. Diese Blockade stört die Energieerzeugung und den Lipidmetabolismus des Schaderregers nachhaltig, was das Wachstum der Pilzhyphen stoppt, noch bevor sie in das Wurzelgewebe der Kultur eindringen können. Da Silthiofam eine systemische Wirkung besitzt, wird es nach der Keimung von den Wurzeln aufgenommen und lokal in der Rhizosphäre sowie im basalen Stängelbereich verteilt. Dies sorgt für einen langanhaltenden Schutzschild genau dort, wo der Infektionsdruck durch bodenbürtige Pilze am größten ist.
Resistenzmanagement
Da Silthiofam (FRAC-Gruppe 29) einen sehr spezifischen Wirkungsort besitzt, ist ein vorausschauendes Resistenzmanagement unerlässlich. Um das Risiko einer Resistenzselektion bei bodenbürtigen Schaderregern zu minimieren, sollte Latifam stets in ein ganzheitliches pflanzenbauliches Konzept integriert werden. Dazu gehören eine weite Fruchtfolgegestaltung, der Anbau toleranter Sorten sowie der konsequente Wechsel mit Beizwirkstoffen anderer Wirkstoffklassen in den Folgejahren.
Mischbarkeit & Tankmischung
Als Saatgutbehandlungsmittel wird Latifam in der Regel in spezialisierten Beizanlagen appliziert. Die physikalische Kompatibilität mit gängigen Standardbeizen (wie Insektiziden oder anderen Fungiziden zur Kontrolle von Auflaufkrankheiten) sowie marktüblichen Haftmitteln und Farbstoffen ist im Vorfeld durch Mischbarkeitstests zu überprüfen. Bei der Zubereitung der Beizbrühe ist auf eine gleichmäßige Wasserqualität und eine kontinuierliche Rührung zu achten, um Entmischungen zu verhindern und eine homogene Verteilung auf dem Korn zu garantieren.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Latifam und dem gebeizten Saatgut steht der Anwenderschutz an erster Stelle. Das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Atemschutz beim Abfüllen und Säen, ist obligatorisch. Da der Wirkstoff toxisch für aquatische Organismen sein kann, sind strenge Auflagen zur Vermeidung von Staubentwicklung beim Sävorgang einzuhalten (z. B. die Verwendung abdriftmindernder Sätechnik). Gebeiztes Saatgut muss vollständig in den Boden eingearbeitet werden, um Vögel und Kleinsäuger vor einer unbeabsichtigten Aufnahme zu schützen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| — | Allgemein | — | 0 GRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der Einsatz von Latifam besonders wirtschaftlich sinnvoll?
Der Einsatz empfiehlt sich vor allem bei engem Getreideanteil in der Fruchtfolge (insbesondere nach Weizen oder Gerste), auf Standorten mit bekanntem Risiko für Schwarzbeinigkeit sowie bei frühen Aussaatterminen im Herbst, da hier der Infektionsdruck durch bodenbürtige Pilze besonders hoch ist.
Wie wirkt sich Silthiofam auf die Keimfähigkeit des Saatguts aus?
Silthiofam zeichnet sich durch eine hervorragende Kulturverträglichkeit aus. Bei sachgemäßer Anwendung und Einhaltung der empfohlenen Aufwandmengen hat Latifam keinen negativen Einfluss auf die Keimfähigkeit, den Triebkraftindex oder die Jugendentwicklung der Keimlinge.
Kann mit Latifam behandeltes Saatgut bis zur nächsten Saison gelagert werden?
Ja, ordnungsgemäß gebeiztes und trockenes Saatgut kann unter kühlen, dunklen und gut belüfteten Bedingungen gelagert werden. Es wird jedoch empfohlen, vor der Aussaat im Folgejahr eine Keimfähigkeitsprüfung durchzuführen, um eventuelle lagerungsbedingte Vitalitätsverluste auszuschließen.
Welche Anforderungen gelten für die Aussaat von mit Latifam behandeltem Saatgut?
Um den Eintrag des Wirkstoffs in die Umwelt zu minimieren, muss die Aussaat mit staubmindernden Sämaschinen erfolgen. Zudem ist darauf zu achten, dass das Saatgut vollständig mit Erde bedeckt ist (keine freiliegenden Körner auf Vorgewenden oder Feldrainen), um Wildtiere zu schützen.
Ersetzt die Beizung mit Latifam die spätere Fungizidspritzung im Frühjahr?
Nein, Latifam schützt das Wurzelsystem in der kritischen frühen Entwicklungsphase vor bodenbürtigen Schaderregern wie Schwarzbeinigkeit. Es bietet keinen Schutz gegen spätere Blatt- oder Ährenkrankheiten (wie Rostpilze oder Septoria), weshalb im Frühjahr eine gezielte Bestandesbeobachtung und gegebenenfalls eine Blattapplikation notwendig bleibt.