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OTHER · Corteva Agriscience Germany GmbH

Lumiposa Xtra OSR

BVL Zul.-Nr. 00A129-60

Lumiposa Xtra OSR ist ein hochwirksames, systemisches Pflanzenschutzmittel zur Saatgutbehandlung, das speziell für den Schutz von jungen Kulturen in der sensiblen Auflaufphase entwickelt wurde. Als innovative Beizlösung bietet das Präparat, basierend auf dem modernen Wirkstoff Cyantraniliprole, einen zuverlässigen Schutz gegen ein breites Spektrum an frühen Schaderregern. Durch die Formulierung als flüssiges Konzentrat zur Saatgutbehandlung (FS) wird der Wirkstoff direkt dorthin appliziert, wo er am dringendsten benötigt wird: an der Keimlingswurzel und im jungen Spross.

Die Anwendung sichert einen homogenen Feldaufgang und stärkt die Vitalität der jungen Kulturen von Anfang an. Da die Keimlinge direkt nach dem Auflaufen geschützt sind, wird das Risiko von Ausfällen durch frühen Schaderregerdruck drastisch minimiert. Dies macht das Produkt zu einem unverzichtbaren Baustein im modernen, integrierten Pflanzenschutz, insbesondere unter schwierigen herbstlichen Witterungsbedingungen, wenn herkömmliche Spritzanwendungen oft zu spät kommen oder witterungsbedingt nicht optimal wirken können.

Wirkstoffe

Cyantraniliprole
625 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Cyantraniliprole gehört zur chemischen Klasse der Diamide und ist im IRAC-Code unter der Gruppe 28 (Ryanodin-Rezeptor-Modulatoren) klassifiziert. Nach der Keimung wird der Wirkstoff systemisch über die Wurzeln aufgenommen und mit dem Saftstrom in die oberirdischen Pflanzenteile transportiert. Sobald Schaderreger an der Kultur fressen oder saugen, nehmen sie den Wirkstoff auf. Auf biochemischer Ebene führt Cyantraniliprole zu einer unkontrollierten Freisetzung von Calciumionen aus den internen Speichern der Muskelzellen der Schaderreger. Dies verursacht einen sofortigen Fraßstopp, gefolgt von einer Lähmung und dem Absterben der Schädlinge innerhalb weniger Tage. Dieser schnelle Fraßstopp schützt die empfindlichen Keimblätter und das Hypokotyl der Kultur effektiv vor irreparablen Schäden.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, ist ein konsequentes Resistenzmanagement unerlässlich. Da Cyantraniliprole der IRAC-Gruppe 28 angehört, sollte im weiteren Verlauf der Vegetationsperiode auf nachfolgende Behandlungen mit Insektiziden derselben Wirkstoffklasse verzichtet werden. Ein Wechsel zu Pflanzenschutzmitteln mit anderen Wirkungsmechanismen (z. B. Pyrethroide oder andere zugelassene Stoffklassen) bei späteren Folgespritzungen im Herbst oder Frühjahr sichert die langfristige Wirksamkeit dieser wertvollen Beiztechnologie.

Mischbarkeit & Tankmischung

Da es sich bei diesem Pflanzenschutzmittel um eine industrielle Saatgutbeizung handelt, erfolgt die Anwendung ausschließlich in professionellen Beizstellen und nicht durch den Landwirt in der Feldspritze. Eine direkte Tankmischung im Betrieb ist daher nicht relevant. Bei der industriellen Aufbereitung des Saatguts ist jedoch auf eine hervorragende Haftung und Abriebfestigkeit (Heubach-Test) zu achten. Die Kombination mit gängigen fungiziden Beizmitteln und speziellen Saatgut-Haftmitteln (Adjuvanzien) ist in der Regel problemlos möglich, um Staubentwicklung zu minimieren und die Fließfähigkeit in der Sämaschine zu optimieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem behandelten Saatgut sowie bei der Aussaat sind strenge Arbeitsschutzmaßnahmen einzuhalten, um den Anwenderschutz zu gewährleisten; das Tragen von Schutzhandschuhen und geeigneter Arbeitskleidung ist obligatorisch. Zum Schutz von Nichtzielorganismen, insbesondere Vögeln und Kleinsäugern, muss das behandelte Saatgut vollständig in den Boden eingebracht und ordnungsgemäß mit Erde bedeckt werden. Verschüttetes Saatgut ist sofort zu beseitigen. Da der Wirkstoff systemisch wirkt, ist die Belastung für nützliche Bestäuber wie Bienen bei sachgerechter Anwendung als Beizmittel im Vergleich zu klassischen Flächenspritzungen deutlich reduziert.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Allgemein0 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie lange hält die systemische Schutzwirkung von Lumiposa Xtra OSR nach der Aussaat an?

Die systemische Schutzwirkung erstreckt sich in der Regel über die kritischen ersten 4 bis 6 Wochen nach dem Auflaufen der Kultur, was etwa den BBCH-Stadien 10 bis 14 entspricht. Danach lässt die Wirkstoffkonzentration in den wachsenden Pflanzenteilen nach, sodass bei anhaltendem Schaderregerdruck im späteren Herbst eine Feldkontrolle und eventuelle Folgemaßnahmen notwendig werden können.

Kann das mit diesem Pflanzenschutzmittel behandelte Saatgut überlagert werden?

Grundlegend sollte mit Lumiposa Xtra OSR behandeltes Saatgut in der laufenden Saison ausgesät werden. Bei einer Überlagerung unter kühlen, trockenen und frostfreien Bedingungen bleibt die Keimfähigkeit meist erhalten, jedoch sollte vor der Aussaat im Folgejahr unbedingt eine professionelle Keimfähigkeitsprüfung durchgeführt werden, um Fehlstellen im Feld zu vermeiden.

Welche Vorteile bietet diese Beizung im Vergleich zu einer frühen Pyrethroid-Spritzung?

Die Beizung wirkt unabhängig von der Witterung direkt ab der Keimung und erfasst auch Schaderreger, die verdeckt an den Wurzeln oder im Stängel fressen (wie die Kleine Kohlfliege). Zudem umgeht sie das Problem weit verbreiteter Pyrethroid-Resistenzen bei Schädlingen wie dem Erdfloh und schont gleichzeitig oberirdische Nützlinge.

Wie verhalte ich mich bei der Aussaat, um Staubentwicklung und Abdrift zu minimieren?

Es darf nur professionell aufbereitetes, abriebfestes Saatgut verwendet werden. Bei der Aussaat mit pneumatischen Sämaschinen ist darauf zu achten, dass die Abluft nicht direkt nach oben, sondern bodennah abgeleitet wird (Deflektor-Pflicht), um eine Verdriftung von Wirkstoffstäuben auf angrenzende Flächen und Nichtzielbiotope zu verhindern.

Ist nach dem Einsatz dieser Beizung eine zusätzliche Insektizidspritzung im Herbst komplett ausgeschlossen?

Nicht zwingend. Die Beizung schützt die Kultur in der empfindlichen Jugendphase. Bei extrem starkem Zuflug von Schaderregern (z. B. Erdfloh im späteren Herbst ab BBCH 15) oder starkem Larvenbefall in den Blattstielen kann eine gezielte Folgebehandlung mit einem Pflanzenschutzmittel einer anderen Wirkstoffklasse erforderlich werden.