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OTHER · Andermatt Biogarten GmbH

Madex Apfelwicklerfrei

BVL Zul.-Nr. 00A280-00

Madex Apfelwicklerfrei von Andermatt Biogarten GmbH ist ein hochspezifisches, biologisches Pflanzenschutzmittel zur gezielten Regulierung des Apfelwicklers (Cydia pomonella). Als flüssige Formulierung basiert das Präparat auf dem natürlichen Cydia pomonella Granulovirus (CpGV, Isolat V15). Es stellt eine tragende Säule sowohl im integrierten als auch im ökologischen Anbau dar, da es sich durch eine extreme Selektivität auszeichnet und wichtige Nützlinge im Obstbau vollständig schont.

Die Formulierung ist optimal auf die landwirtschaftliche Praxis abgestimmt. Nach der Ausbringung auf die Kulturen nehmen die frisch geschlüpften Larven des Schaderregers die Viruspartikel bei ihrer ersten Fraßtätigkeit auf. Da das Virus hochspezifisch wirkt, besteht keinerlei Gefahr für Nichtzielorganismen wie Bienen, Schlupfwespen oder Raubmilben, was Madex Apfelwicklerfrei zu einem idealen Baustein für moderne, rückstandsfreie Pflanzenschutzstrategien macht.

Wirkstoffe

Cydia pomonella Granulovirus Isolat GV-0013 (Isolat V15)
42.75 g/L

Wirkungsweise

Die Wirkungsweise des enthaltenen Cydia pomonella Granulovirus (CpGV) basiert auf einem hochspezifischen biologischen Mechanismus. Nach der oralen Aufnahme der Granula durch die Junglarven (L1-Stadium) des Apfelwicklers lösen sich die schützenden Proteinhüllen im alkalischen Milieu des Mitteldarms auf. Die freigesetzten Viruspartikel dringen in die Darmzellen ein, vermehren sich dort rasant und führen innerhalb weniger Tage zum sicheren Absterben des Schädlings. Da es sich um ein biologisches Viruspräparat handelt, ist es nicht in die klassischen chemischen IRAC-Klassen eingestuft, sondern wirkt als biologisches Insektizid über die gezielte Infektion des Wirtsorganismus. Ein entscheidender Vorteil des Isolats V15 ist seine Fähigkeit, auch jene Populationen des Apfelwicklers zu erfassen, die bereits eine Resistenz gegen das klassische CpGV-Standardisolat entwickelt haben.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzbildung des Schaderregers wirksam vorzubeugen, ist das Resistenzmanagement auch bei biologischen Präparaten von zentraler Bedeutung. Obwohl das Isolat V15 gezielt zur Überwindung von Resistenzen gegen ältere CpGV-Isolate selektiert wurde, sollte Madex Apfelwicklerfrei im Rahmen einer integrierten Strategie im Wechsel mit anderen Wirkstoffklassen oder biotechnischen Maßnahmen wie der Pheromon-Verwirrungstechnik eingesetzt werden. Ein strategischer Wechsel mit anderen zugelassenen Pflanzenschutzmitteln sichert die langfristige Wirksamkeit dieses wertvollen biologischen Werkzeugs.

Mischbarkeit & Tankmischung

Madex Apfelwicklerfrei ist im Allgemeinen gut mit gängigen Fungiziden und Blattdüngern mischbar. Da es sich um ein lebendes Viruspräparat handelt, sollte der pH-Wert der Spritzbrühe im neutralen bis leicht sauren Bereich (pH-Wert von 5,0 bis 8,0) liegen; stark alkalische Mischungspartner oder kupferhaltige Pflanzenschutzmittel können die Stabilität der Viren beeinträchtigen. Die Anwendung sollte bevorzugt in den späten Nachmittags- oder Abendstunden oder bei bedecktem Himmel erfolgen, um den UV-Abbau des Wirkstoffs zu minimieren. Die Zugabe eines geeigneten Netzmittels kann die Benetzung auf den Kulturen zusätzlich optimieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Aus ökotoxikologischer Sicht zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch ein hervorragendes Sicherheitsprofil aus. Als biologisches Präparat ist es als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft und schont wichtige Nützlinge wie räuberische Milben, Florfliegen und Schlupfwespen im Obstbau. Es bestehen keine strengen Gewässerabstandsauflagen, dennoch sind die allgemeinen Anwenderschutzbestimmungen bei der Ausbringung einzuhalten. Da das Produkt keine chemisch-synthetischen Rückstände auf dem Erntegut hinterlässt, bietet es maximale Flexibilität bis kurz vor der Ernte.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Allgemein0 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die erste Anwendung von Madex Apfelwicklerfrei?

Die erste Behandlung muss exakt kurz vor dem Schlupf der ersten Larven (L1-Stadium) erfolgen. Dies lässt sich präzise durch den Einsatz von Pheromonfallen zur Flugüberwachung und die Berechnung von Temperatursummen (Gradtagmodellen) bestimmen. Sobald der Hauptschlupf einsetzt, müssen die Eier und die frisch geschlüpften Larven mit dem Spritzbelag auf den Kulturen in Kontakt kommen.

Wie beeinflusst die Witterung und insbesondere UV-Strahlung die Wirkung des Granulovirus?

Granuloviren sind extrem UV-empfindlich. Unter starker Sonneneinstrahlung baut sich der Wirkstoff auf den Kulturen rasch ab. Daher empfiehlt es sich, die Applikation in den späten Nachmittagsstunden oder bei bewölktem Himmel durchzuführen. Bei anhaltend sonnigem Wetter und starkem Falterflug sollten die Behandlungsintervalle entsprechend verkürzt werden.

Kann Madex Apfelwicklerfrei auch bei niedrigen Temperaturen eingesetzt werden?

Da die Larven des Apfelwicklers erst ab einer konstanten Temperatur von ca. 10 bis 12 °C aktiv werden und mit dem Fraß beginnen, ist eine Anwendung bei kühleren Temperaturen biologisch nicht sinnvoll. Die Wirksamkeit ist direkt an die Fraßaktivität der Schaderreger gekoppelt, da das Virus oral aufgenommen werden muss.

Warum ist das Isolat V15 in Madex Apfelwicklerfrei so wichtig für den Obstbau?

In einigen europäischen Obstbaugebieten haben Apfelwicklerpopulationen Resistenzen gegen das klassische CpGV-Standardisolat (CpGV-M) entwickelt. Das in Madex Apfelwicklerfrei enthaltene Isolat V15 (GV-0013) überwindet diese spezifischen Resistenzmechanismen und sichert somit die biologische Bekämpfbarkeit des Schädlings auch in betroffenen Regionen.

Gibt es eine Wartezeit, die vor der Ernte eingehalten werden muss?

Aufgrund der rein biologischen und hochspezifischen Natur des Granulovirus ist für Madex Apfelwicklerfrei in der Regel keine Wartezeit (Wartezeit: 0 Tage) vorgeschrieben. Dies erlaubt eine hochflexible Anwendung bis unmittelbar vor der Ernte, um auch späte Generationen des Schädlings ohne Rückstandsrisiko zu erfassen.

Wie lagert man das Produkt am besten, um die Vitalität der Viren zu erhalten?

Da es sich um ein biologisches Produkt mit lebenden Viren handelt, ist die Lagerungstemperatur entscheidend. Für eine langfristige Lagerung (über mehrere Jahre) wird das Einfrieren bei -18 °C empfohlen. Im Kühlschrank bei ca. 4 bis 5 °C bleibt das Produkt in der Regel für mindestens zwei Saisons voll wirksam. Direkte Hitze und Sonneneinstrahlung sind unbedingt zu vermeiden.