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Sonstige · Andermatt Biogarten GmbH

Madex Apfelwicklerfrei

BVL Zul.-Nr. 02A280-00

Madex Apfelwicklerfrei ist ein hochselektives, biologisches Pflanzenschutzmittel in Form eines Suspensionskonzentrats, das speziell für die gezielte Regulierung des Apfelwicklers (Cydia pomonella) entwickelt wurde. Der Wirkstoff basiert auf einem natürlichen Granulovirus, das ausschließlich die Larven dieses Schaderregers erfasst. Dank dieser extremen Spezialisierung bleiben Nützlinge wie Raubmilben, Florfliegen oder Schlupfwespen im Obstgarten vollständig geschont, was das Produkt zu einem idealen Baustein für den integrierten und ökologischen Anbau macht.

Die flüssige Formulierung ermöglicht eine einfache Dosierung und eine hervorragende Verteilung auf den Zielflächen der Kultur. Da der Wirkstoff von den frisch geschlüpften Larven aktiv aufgenommen werden muss, bevor sie sich in die Frucht einbohren, ist eine präzise Benetzung der Blätter und Früchte entscheidend für den Bekämpfungserfolg. Madex Apfelwicklerfrei lässt sich flexibel in bestehende Spritzfolgen integrieren und unterstützt Erzeuger dabei, rückstandsfreie Ware von höchster Qualität zu produzieren.

Das Produkt ist für den Einsatz im Kernobst sowie in weiteren registrierten Kulturen geeignet, in denen der Apfelwickler als Hauptschädling auftritt. Durch den Verzicht auf chemisch-synthetische Wirkstoffe entstehen keine Rückstandsprobleme, was eine Anwendung bis kurz vor der Ernte ermöglicht und maximale Flexibilität im Erntemanagement bietet.

Wirkstoffe

Cydia pomonella Granulovirus Isolat GV-0013
42.75 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff in Madex Apfelwicklerfrei ist das Cydia pomonella Granulovirus (Isolat GV-0013). Die Wirkungsweise dieses biologischen Erregers ist rein fraßspezifisch: Sobald die jungen Apfelwicklerlarven beim Schlupf oder beim Umherwandern auf der Frucht die aufgetragenen Viruspartikel (Granula) mit der Nahrung aufnehmen, gelangt das Virus in den Verdauungstrakt des Schädlings. Im stark alkalischen Milieu des Mitteldarms der Larve löst sich die schützende Proteinhülle des Virus auf, wodurch die infektiösen Virionen freigesetzt werden. Diese dringen in die Darmzellen ein und vermehren sich dort rasant, was zu einer systemischen Infektion des gesamten Larvenkörpers führt. Bereits kurz nach der Aufnahme des Virus stellen die Larven die Fraßtätigkeit ein, sodass kein weiterer Schaden an der Kultur entsteht. Die infizierten Larven sterben innerhalb weniger Tage ab, wobei sich der Erreger im Gewebe weiter vermehrt und nach dem Zerfall der Larve wieder in die Umwelt abgegeben wird, was zu einem natürlichen Nebeneffekt der Weiterverbreitung führen kann.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen beim Apfelwickler effektiv vorzubeugen, solltest du Madex Apfelwicklerfrei stets in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept einbinden. Obwohl es sich um ein biologisches Präparat handelt, sind in der Praxis bereits lokale Resistenzen gegen klassische Granuloviren beobachtet worden. Das hier verwendete Isolat GV-0013 wurde speziell selektiert, um auch gegen solche resistenten Populationen eine hohe Wirkung zu zeigen. Dennoch empfiehlt es sich, die Anwendung mit anderen Bekämpfungsmethoden wie der Verwirrungstechnik (Pheromonen) oder dem Einsatz von nützlingsschonenden Insektiziden aus unterschiedlichen IRAC-Wirkstoffklassen abzuwechseln, um den Selektionsdruck zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Madex Apfelwicklerfrei zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit den meisten gängigen Fungiziden und Blattdüngern im Obstbau aus. Da es sich bei dem Wirkstoff jedoch um ein biologisches Protein handelt, musst du extreme pH-Werte in der Spritzbrühe unbedingt vermeiden. Mischungspartner, die den pH-Wert stark in den alkalischen Bereich (über pH 8,0) verschieben, wie beispielsweise bestimmte Kupferpräparate oder kalkhaltige Produkte, können die Proteinhülle des Virus vorzeitig schädigen und die Wirksamkeit herabsetzen. Achte zudem darauf, die Spritzbrühe nach dem Ansetzen zügig auszubringen und nicht über längere Zeit in der Sonne stehenzulassen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Aufgrund seiner biologischen Natur und der extremen Selektivität weist Madex Apfelwicklerfrei ein hervorragendes Umweltprofil auf. Es schont Bienen sowie die gesamte Palette an relevanten Nützlingen in der Kultur. Zum Schutz von Wildbienen und anderen Bestäubern wird dennoch empfohlen, die Anwendung nicht in die pralle Sonne oder den aktiven Bienenflug zu legen, sondern vorzugsweise in den Abendstunden zu behandeln, was gleichzeitig den UV-Abbau des Wirkstoffs minimiert. Beim Ansetzen der Spritzbrühe und der Ausbringung solltest du die übliche persönliche Schutzausrüstung (Arbeitskleidung, Schutzhandschuhe) tragen, um direkten Haut- und Augenkontakt mit dem Konzentrat zu vermeiden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
KernobstApfelwickler0.6000000000000001 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT

Häufige Fragen

Wie bestimmst du den optimalen Zeitpunkt für die erste Behandlung mit Madex Apfelwicklerfrei?

Der optimale Behandlungsstart richtet sich nach dem Schlupf der ersten Larven. Um diesen Zeitpunkt präzise zu treffen, solltest du den Falterflug mithilfe von Pheromonfallen überwachen und die Daten mit aktuellen Temperatursummen-Modellen (z. B. über regionale Prognosedienste) abgleichen. Die Spritzung muss erfolgen, bevor sich die Larven in die Frucht einbohren.

Warum spielt die UV-Strahlung eine so große Rolle bei der Anwendung?

Granuloviren sind von Natur aus empfindlich gegenüber ultravioletter Strahlung, die den Wirkstoff auf den Blättern und Früchten mit der Zeit inaktiviert. Um die Wirkungsdauer des Spritzbelags zu maximieren, solltest du die Behandlung bevorzugt in den späten Nachmittags- oder Abendstunden oder bei bedecktem Himmel durchführen.

Wie lagerst du Madex Apfelwicklerfrei richtig, um die Vitalität der Viren zu erhalten?

Da es sich um lebende virale Proteine handelt, ist die Lagertemperatur entscheidend. Im Kühlschrank bei 4 bis 8 °C ist das Produkt mindestens zwei Jahre stabil. Wenn du es im Gefrierschrank bei -18 °C lagerst, bleibt die volle Wirksamkeit sogar noch deutlich länger erhalten. Vermeide unbedingt warme Lagerorte über 20 °C.

Kannst du das Produkt auch bei kühlen Temperaturen im Frühjahr spritzen?

Die Wirkung des Virus setzt voraus, dass die Larven aktiv sind und den Wirkstoff durch Fraß aufnehmen. Bei Temperaturen unter 15 °C ist die Aktivität und Nahrungsaufnahme der Apfelwicklerlarven stark verlangsamt. Warte mit der Behandlung daher, bis die Temperaturen steigen und ein aktiver Larvenschlupf stattfindet.

Welchen Einfluss hat der pH-Wert des Spritzwassers auf den Bekämpfungserfolg?

Der pH-Wert der Spritzbrühe sollte im neutralen bis leicht sauren Bereich liegen (optimal zwischen 6,0 und 7,5). Ein stark alkalischer pH-Wert (über 8,0) im Tank führt dazu, dass sich die schützende Proteinhülle der Viren bereits im Spritzfass auflöst, wodurch die Viren absterben und die Wirkung auf dem Feld verloren geht.

Wie integrierst du das Produkt am besten in eine Strategie gegen resistente Apfelwickler-Populationen?

Das in Madex Apfelwicklerfrei enthaltene Isolat GV-0013 wirkt auch gegen Populationen, die eine Resistenz gegen das klassische Granulovirus entwickelt haben. Um diese Wirkung langfristig zu sichern, solltest du das Mittel im Wechsel mit der Verwirrungstechnik und nützlingsschonenden chemischen Insektiziden einsetzen, um den Selektionsdruck zu streuen.