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Sonstige · Biofa GmbH

Madex MAX

BVL Zul.-Nr. 006903-00

Madex MAX ist ein hochselektives, biologisches Pflanzenschutzmittel zur gezielten Regulierung des Apfelwicklers (Cydia pomonella) im Kernobst. Als modernes Formulierungskonzept auf Basis eines spezifischen Granulovirus-Isolats (CpGV) hat sich das Präparat fest im integrierten sowie im ökologischen Anbau etabliert. Es bietet Obstbauern eine hochwirksame und rückstandsfreie Lösung, um den gefürchteten Schaderreger direkt in der sensiblen Schlupfphase der Larven zu erfassen.

Die flüssige Formulierung ermöglicht eine einfache Handhabung und präzise Dosierung im Betrieb. Da der Wirkstoff extrem spezifisch wirkt, werden Nützlinge wie Raubmilben, Florfliegen oder Schlupfwespen vollständig geschont. Dies macht Madex MAX zu einem unverzichtbaren Baustein in modernen, nachhaltigen Pflanzenschutzstrategien, bei denen der Erhalt des ökologischen Gleichgewichts im Obstgarten im Vordergrund steht.

Wirkstoffe

Cydia pomonella Granulovirus Isolat GV-0006
6.24 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff in Madex MAX ist das *Cydia pomonella* Granulovirus Isolat GV-0006, welches in die IRAC-Gruppe 31 (Baculoviren) eingestuft ist. Die Wirkung beruht auf einer reinen Fraßwirkung: Die jungen Apfelwicklerlarven müssen die Viruspartikel (Granula) bei der Ei-Minierung oder beim ersten Fressen an der Frucht aufnehmen. Nach der Aufnahme lösen sich die Proteinhüllen der Viren im stark alkalischen Milieu des Larvenmitteldarms auf, wodurch die infektiösen Virionen freigesetzt werden. Diese dringen in die Darmzellen ein, vermehren sich dort rasant und breiten sich im gesamten Körper der Larve aus. Innerhalb weniger Tage stellt die Larve die Fraßtätigkeit ein und stirbt ab. Ein besonderer Vorteil dieses Isolats ist seine optimierte Wirksamkeit gegen bestimmte Apfelwickler-Populationen, die bereits Resistenzen gegen ältere CpGV-Isolate entwickelt haben.

Resistenzmanagement

Im Rahmen des Resistenzmanagements ist Madex MAX ein wertvolles Werkzeug. Da der biologische Wirkmechanismus (IRAC-Gruppe 31) völlig anders ist als der von synthetischen Insektiziden, gibt es keine Kreuzresistenzen. Um die Entstehung von Resistenzen gegen das Granulovirus selbst zu verhindern, solltest du Madex MAX im Wechsel mit anderen Wirkstoffklassen einsetzen oder es in Spritzfolgen integrieren, die auf verschiedenen Wirkungsweisen basieren. Das Isolat GV-0006 hilft aktiv dabei, bestehende Resistenzbrüche in der Praxis zu überwinden.

Mischbarkeit & Tankmischung

Bei der Herstellung von Tankmischungen solltest du besonders auf den pH-Wert der Spritzbrühe achten. Da sich die Proteinhülle des Virus im alkalischen Bereich auflöst, sollte der pH-Wert des Wassers im Tank idealerweise zwischen 5,0 und 8,0 liegen. Vermeide Mischungen mit stark alkalischen Produkten wie Kalkbrühe oder bestimmten Kupferpräparaten, da diese die Viren vorzeitig inaktivieren können. Die Zugabe von Netzmitteln oder speziellen UV-Schutzmitteln kann die Verteilung und die Beständigkeit des Belags auf den Blättern und Früchten bei starker Sonneneinstrahlung verbessern.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Obwohl Madex MAX als biologisches Pflanzenschutzmittel ein äußerst günstiges Umweltprofil aufweist, solltest du bei der Ausbringung die standardmäßige persönliche Schutzausrüstung tragen, um direkten Kontakt mit Augen und Haut zu vermeiden. Da keine spezifische Bienengefährlichkeitsklasse im Register vorgegeben ist, empfiehlt sich aus Vorsorgegründen eine Anwendung außerhalb des aktiven Bienenflugs, vorzugsweise in den Abendstunden. Achte zudem darauf, dass keine Abdrift in angrenzende Gewässer oder Biotopstrukturen gelangt, um die lokale aquatische Fauna und andere Nichtzielorganismen zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
KernobstApfelwickler0.05 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die erste Behandlung mit Madex MAX?

Der optimale Behandlungsstart richtet sich nach dem Flugverlauf des Apfelwicklers und der Temperatursumme. Du solltest die erste Anwendung kurz vor dem erwarteten Larvenaktivitäts- bzw. Schlupfbeginn durchführen, also direkt nach dem Höhepunkt des Falterflugs. Prognosemodelle helfen dir dabei, diesen Zeitpunkt präzise zu bestimmen.

Wie beeinflusst UV-Strahlung die Wirkung des Granulovirus und was kann ich dagegen tun?

Granuloviren sind empfindlich gegenüber ultravioletter Strahlung (Sonnenlicht), die den Wirkstoff auf der Pflanze mit der Zeit abbaut. Um eine optimale Wirkung zu erzielen, solltest du die Behandlungen in den späten Nachmittags- oder Abendstunden durchführen. Bei anhaltend sonnigem Wetter empfiehlt es sich, die Spritzabstände zu verkürzen oder einen geeigneten UV-Schutz beizumischen.

Kann ich Madex MAX auch bei niedrigen Temperaturen einsetzen?

Da Madex MAX ein Fraßgift ist, hängt die Wirkung direkt von der Aktivität und dem Fraßverhalten der Larven ab. Bei Temperaturen unter 15 °C ist die Larvenaktivität stark reduziert, weshalb auch die Wirkung verzögert eintritt. Plane die Behandlung daher idealerweise an Tagen mit warmen Abendtemperaturen, an denen die Larven aktiv fressen.

Wie oft muss ich die Behandlung während einer Generation des Apfelwicklers wiederholen?

Da sich der Schlupf einer Generation über mehrere Wochen hinziehen kann und der Wirkstoff durch UV-Licht und Zuwachs abgebaut wird, ist meist eine Blockbehandlung erforderlich. In der Regel solltest du den Belag alle 8 bis 14 Tage erneuern, bei starkem Sonnenschein oder starkem Neuzuwachs der Kulturen eher nach 7 bis 8 Tagen.

Warum ist Madex MAX besonders wertvoll für Betriebe mit bekannten Resistenzen gegen klassische Granuloviren?

Madex MAX enthält das spezifische Isolat GV-0006. Dieses Isolat wurde selektiert, um auch jene Apfelwickler-Populationen erfolgreich zu bekämpfen, die eine Resistenz gegen das herkömmliche mexikanische Granulovirus (CpGV-M) entwickelt haben. Wenn du in deiner Region eine nachlassende Wirkung älterer Viruspräparate bemerkst, bietet dir dieses Produkt eine hochwirksame Alternative zur Überwindung dieser Resistenz.

Wie lagere ich Madex MAX am besten, um die Haltbarkeit der Viren zu garantieren?

Da es sich um ein biologisches Produkt mit lebenden Viruspartikeln handelt, ist die richtige Lagerung entscheidend. Du solltest das Produkt kühl lagern (idealerweise im Kühlschrank bei 4 bis 8 °C), um die volle Aktivität über die Saison zu erhalten. Für eine langfristige Lagerung über den Winter kann das Präparat auch eingefroren werden, ohne dass die Wirksamkeit leidet.