Madex MAX
Madex MAX ist ein hochselektives, biologisches Pflanzenschutzmittel zur gezielten Regulierung des Apfelwicklers (Cydia pomonella) im Kernobst. Als flüssiges Suspensionskonzentrat basiert das Präparat auf dem hochwirksamen Cydia pomonella Granulovirus (Isolat GV-0006). Es ist sowohl für den ökologischen Landbau als auch für integrierte Anbausysteme hervorragend geeignet, da es keine chemisch-synthetischen Rückstände auf den Früchten hinterlässt und die natürliche Balance im Obstgarten schont.
Das Produkt zeichnet sich durch seine extreme Selektivität aus. Es wirkt ausschließlich gegen die Larven des Apfelwicklers, während Nützlinge, Bienen und andere Nichtzielorganismen vollständig geschont werden. Dies macht Madex MAX zu einem unverzichtbaren Baustein in modernen, rückstandsfreien Pflanzenschutzstrategien im Erwerbsobstbau.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die Wirkung von Madex MAX beruht auf der oralen Aufnahme der Granuloviren durch die frisch geschlüpften Larven des Apfelwicklers. Sobald die Larve an der behandelten Schale nagt oder frisst, nimmt sie die Viruspartikel auf. Im stark alkalischen Milieu des Mitteldarms der Raupe löst sich die schützende Proteinhülle des Virus auf, wodurch die infektiösen Virionen freigesetzt werden. Diese dringen in die Darmzellen ein, vermehren sich rasant und führen innerhalb weniger Tage zum Absterben des Schädlings. Da es sich um ein biologisches Viruspräparat handelt, fällt der Wirkstoff nicht unter die klassischen chemischen IRAC-Klassen, sondern wird als biologisches Insektizid eingestuft. Ein besonderer Vorteil dieses spezifischen Isolats (GV-0006) ist seine Fähigkeit, auch solche Apfelwickler-Populationen zu erfassen, die bereits Resistenzen gegen herkömmliche Granulovirus-Präparate entwickelt haben.
Resistenzmanagement
Um einer Resistenzbildung vorzubeugen, ist die Verwendung des neuartigen Isolats GV-0006 in Madex MAX bereits ein entscheidender Vorteil. Dennoch sollte das Produkt im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzprogramms im Wechsel mit anderen Wirkstoffklassen eingesetzt werden. Die Kombination oder der blockweise Wechsel mit chemischen Insektiziden oder biotechnischen Verfahren (wie der Verwirrungstechnik) sichert den langfristigen Erfolg und schützt die Wirksamkeit dieser wertvollen biologischen Ressource.
Mischbarkeit & Tankmischung
Madex MAX ist mit den meisten gängigen Fungiziden und Insektiziden im Obstbau mischbar. Extrem wichtig für die Stabilität des Virus ist jedoch der pH-Wert der Spritzbrühe, der idealerweise im leicht sauren bis neutralen Bereich (pH 5 bis 8) liegen sollte. Stark alkalische Mischungspartner (wie bestimmte Kupferpräparate oder Kalkbrühen) können die Proteinhülle des Virus vorzeitig auflösen und die Wirkung drastisch reduzieren. Da UV-Strahlung die Viren abbaut, empfiehlt sich die Ausbringung in den späten Nachmittags- oder Abendstunden sowie die Verwendung von ausreichend Wasser für eine lückenlose Benetzung der Kulturen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Aus ökologischer Sicht ist Madex MAX als äußerst materialschonend und sicher einzustufen. Es ist als nicht bienengefährlich (B4) klassifiziert und schont wichtige Nützlinge wie Raubmilben, Schlupfwespen und Florfliegen. Auch für Gewässerorganismen und Bodenlebewesen besteht bei sachgemäßer Anwendung kein praxisrelevantes Risiko. Beim Ansetzen der Spritzbrühe sind die üblichen persönlichen Schutzmaßnahmen für Pflanzenschutzmittel einzuhalten, um einen direkten Kontakt mit dem Konzentrat zu vermeiden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Kernobst | Apfelwickler | — | 0.05 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | — |
Häufige Fragen
Wie bestimme ich den optimalen Behandlungszeitpunkt für Madex MAX?
Der optimale Zeitpunkt richtet sich nach dem Larvenschlupf der jeweiligen Apfelwickler-Generation. Dieser kann präzise mithilfe von Temperatursummen-Modellen und dem Monitoring mittels Pheromonfallen bestimmt werden. Die erste Behandlung sollte kurz vor dem erwarteten Schlupf der ersten Larven erfolgen.
Muss ich bei starker Sonneneinstrahlung die Behandlungsabstände verkürzen?
Da Granuloviren empfindlich auf UV-Licht reagieren, baut sich der Wirkstoffbelag an sonnigen Tagen im Laufe der Zeit ab. Bei anhaltend starkem Falterflug und intensiver Sonneneinstrahlung sollte der Abstand zwischen den Anwendungen auf etwa 6 bis 8 sonnige Tage verkürzt werden, um einen lückenlosen Schutz der Früchte zu gewährleisten.
Wie verhält sich das Pflanzenschutzmittel bei Niederschlägen nach der Anwendung?
Sobald der Spritzbelag auf den Früchten und Blättern der Kultur vollständig angetrocknet ist, besitzt Madex MAX eine gute Regenfestigkeit. Niederschläge bis zu 20 mm erfordern in der Regel keine sofortige Wiederholung der Behandlung, sofern der Belag zuvor gut abtrocknen konnte.
Kann Madex MAX auch bei kühleren Temperaturen im Frühjahr eingesetzt werden?
Die Viren selbst sind temperaturstabil, allerdings ist die Aktivität der Schaderreger stark temperaturabhängig. Da die Larven den Wirkstoff aktiv durch Fraß aufnehmen müssen, ist eine Anwendung erst dann sinnvoll, wenn die Temperaturen so hoch sind, dass die Larven aktiv schlüpfen und fressen (meist ab einer Abendtemperatur von ca. 15 °C).
Warum ist eine gründliche Benetzung der Kultur bei der Applikation so entscheidend?
Die Larven des Apfelwicklers bohren sich sehr schnell nach dem Schlupf in die Frucht ein. Nur wenn die gesamte Fruchtoberfläche lückenlos mit dem Pflanzenschutzmittel benetzt ist, nimmt die Larve beim ersten Anbeißen eine tödliche Dosis des Virus auf. Eine sorgfältige Applikationstechnik mit ausreichend Wasser ist daher für den Bekämpfungserfolg entscheidend.
Gibt es beim Einsatz von Madex MAX Probleme mit Rückständen auf dem Erntegut?
Nein, als biologisches Präparat hinterlässt Madex MAX keine chemisch-synthetischen Rückstände. Es ist daher hervorragend für späte Anwendungen kurz vor der Ernte geeignet, um die Früchte bis zur Pflücke rückstandsfrei vor spätem Befall zu schützen.