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OTHER · Biofa GmbH

Madex MAX

BVL Zul.-Nr. 036903-00

Madex MAX von der Biofa GmbH ist ein hochspezifisches, biologisches Pflanzenschutzmittel zur gezielten Regulierung des Apfelwicklers (Cydia pomonella) im Kernobst. Als hochentwickeltes Granulovirus-Präparat hat es sich fest im integrierten sowie im ökologischen Anbau etabliert. Es bietet Obstbauern eine hochwirksame, rückstandsfreie Lösung, um den gefürchteten Schaderreger direkt in der sensiblen Phase des Larvenschlupfs zu erfassen.

Die flüssige Formulierung als Suspensionskonzentrat zeichnet sich durch eine hervorragende Verteilung und Haftung auf den Blättern und Früchten der Kultur aus. Da der Wirkstoff ausschließlich auf die Larven des Apfelwicklers wirkt, bleiben Nützlinge wie Raubmilben, Florfliegen oder Schlupfwespen vollständig geschont. Dies macht Madex MAX zu einem unverzichtbaren Baustein moderner Pflanzenschutzstrategien, der perfekt in bestehende IPM-Konzepte integriert werden kann.

Wirkstoffe

Cydia pomonella Granulovirus Isolat GV-0006
522.96 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die Wirkung von Madex MAX basiert auf dem hochspezifischen Cydia pomonella Granulovirus (Isolat GV-0006). Nach der Ausbringung nehmen die frisch geschlüpften Larven des Apfelwicklers die Viruspartikel beim ersten Fraß an der Eischale oder Fruchtoberfläche auf. Im stark alkalischen Mitteldarm der Larve löst sich die Proteinhülle des Virus auf, wodurch die infektiösen Virionen freigesetzt werden. Diese dringen in die Darmzellen ein, vermehren sich rasant und führen innerhalb weniger Tage zum sicheren Absterben des Schaderregers. Da es sich um ein biologisches Pathogen handelt, ist der Wirkungsmechanismus rein biologischer Natur und unterscheidet sich grundlegend von chemisch-synthetischen Insektiziden. Ein besonderer Vorteil des Isolats GV-0006 ist seine optimierte Wirksamkeit gegen bestimmte resistente Apfelwickler-Populationen, die gegenüber älteren CpGV-Stämmen bereits Resistenzen entwickelt haben.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen beim Apfelwickler konsequent vorzubeugen, ist ein strategisches Wirkstoffmanagement unerlässlich. Obwohl das Isolat GV-0006 in Madex MAX auch gegen Populationen wirkt, die gegen klassische Granuloviren resistent sind, sollte das Pflanzenschutzmittel im Wechsel mit anderen Wirkstoffklassen (wie z. B. Häutungsbeschleunigern, Spinosynen oder biotechnischen Verfahren wie der Verwirrungstechnik) eingesetzt werden. Die Beschränkung der Behandlungen pro Generation und der gezielte Einsatz während der Hauptschlupfphasen sichern die langfristige Effektivität dieser biologischen Methode.

Mischbarkeit & Tankmischung

Madex MAX ist im Allgemeinen gut mit einer Vielzahl von gängigen Fungiziden und Insektiziden im Kernobstbau mischbar. Da es sich um ein lebendes Viruspräparat handelt, sollte der pH-Wert der Spritzbrühe im neutralen bis leicht sauren Bereich (pH 5 bis 8) liegen; stark alkalische Mischungspartner (wie z. B. Kupferpräparate oder Kalkschwefelbrühe) können die Stabilität des Virus beeinträchtigen und sollten nicht direkt im Tank gemischt werden. Die Zugabe eines Netzmittels kann bei schwierigen Benetzungsverhältnissen auf der Kultur die Verteilung optimieren. Es wird empfohlen, die Spritzbrühe nach dem Ansetzen zügig auszubringen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Als biologisches Pflanzenschutzmittel weist Madex MAX ein hervorragendes Umweltprofil auf. Es ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft und schont aquatische Organismen sowie Bodenlebewesen in hohem Maße. Dennoch sind bei der Anwendung die standardmäßigen persönlichen Schutzausrüstungen für den Anwenderschutz zu tragen, um einen direkten Kontakt mit dem Konzentrat zu vermeiden. Aufgrund der extremen Spezifität des Granulovirus bestehen keine nennenswerten Risiken für Nichtzielorganismen, was die Flexibilität bei der Einhaltung von Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern im Vergleich zu chemischen Alternativen deutlich erhöht.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
KernobstApfelwickler0.05 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT1T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die erste Behandlung mit Madex MAX?

Der optimale Anwendungszeitpunkt richtet sich nach dem Larvenschlupf des Apfelwicklers. Dieser kann präzise mithilfe von Pheromonfallen zur Flugüberwachung und Temperatursummen-Modellen über Prognosesysteme bestimmt werden. Die erste Spritzung sollte kurz vor dem Schlupf der ersten Larven der jeweiligen Generation erfolgen.

Welchen Einfluss hat die UV-Strahlung auf die Wirksamkeit des Granulovirus?

Granuloviren sind UV-empfindlich und werden durch intensives Sonnenlicht auf der Fruchtoberfläche im Laufe der Zeit abgebaut. Daher empfiehlt es sich, Madex MAX bevorzugt in den späten Nachmittags- oder Abendstunden auszubringen. Bei anhaltend sonnigem Wetter und starkem Befallsdruck sollten die Behandlungsintervalle entsprechend angepasst werden.

Kann Madex MAX auch bei niedrigen Temperaturen eingesetzt werden?

Da die Larven des Apfelwicklers erst ab einer Temperatur von ca. 10 bis 12 °C aktiv werden und mit dem Fraß beginnen, ist eine Anwendung bei kühleren Temperaturen biologisch nicht sinnvoll. Die Behandlung sollte dann erfolgen, wenn die Temperaturen die Aktivität und somit die Nahrungsaufnahme der Schaderreger begünstigen.

Wie lagert man Madex MAX am besten, um die Haltbarkeit des Virus zu garantieren?

Da es sich um ein biologisches Produkt mit lebenden Viren handelt, ist die Lagerungstemperatur entscheidend. Im Kühlschrank bei ca. 4 °C ist das Produkt mindestens zwei Jahre haltbar. Für eine langfristige Lagerung über mehrere Jahre wird das Einfrieren bei -18 °C empfohlen, ohne dass die Aktivität des Virus beeinträchtigt wird.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen den Apfelwickler?

Nutzen Sie hierzu die Such- und Filterfunktion auf agronomy.farmable.tech. Wählen Sie unter der Kategorie „Schaderreger“ den Apfelwickler aus und filtern Sie nach der gewünschten Kultur. Das System listet Ihnen alle in Deutschland beim BVL registrierten biologischen und chemischen Pflanzenschutzmittel übersichtlich auf.

Ist Madex MAX für den Einsatz in Kombination mit der Verwirrungstechnik geeignet?

Ja, Madex MAX ist der ideale Kombinationspartner für Flächen, auf denen die biotechnische Verwirrungstechnik angewendet wird. Bei hohem Ausgangsbefall oder an den Randbereichen von Verwirrungsanlagen kann das Mittel gezielt eingesetzt werden, um die verbliebenen Larven biologisch zu dezimieren und den Befallsdruck nachhaltig zu senken.