Madex Primo
Madex Primo von Biofa GmbH ist ein hochspezifisches, biologisches Pflanzenschutzmittel zur gezielten Regulierung des Apfelwicklers (Cydia pomonella) im Kernobstbau. Als modern formuliertes Suspensionskonzentrat basiert das Präparat auf dem natürlichen Granulovirus-Isolat GV-0015. Es hat sich als unverzichtbarer Baustein sowohl im ökologischen Landbau als auch im integrierten Pflanzenschutz etabliert, da es gezielt den Schaderreger erfasst, ohne Nützlinge oder die Umwelt zu belasten.
Die Formulierung zeichnet sich durch eine hohe Stabilität und einfache Handhabung aus. Da der Apfelwickler einer der wirtschaftlich bedeutendsten Schädlinge im Erwerbsobstbau ist, bietet Madex Primo eine hochwirksame, rückstandsfreie Lösung. Es schützt die Kulturen während der kritischen Phasen des Larvenschlupfes und verhindert effektiv den gefürchteten Bohrfrass an den Früchten.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Cydia pomonella Granulovirus gehört biologisch zur Gruppe der Baculoviren (eingestuft in der IRAC-Gruppe 31). Die Wirkungsweise ist rein fraßspezifisch: Die Larven des Apfelwicklers nehmen die Viruspartikel bei der Eiablage oder unmittelbar beim Anbeißen der Fruchtschale auf. Im stark alkalischen Mitteldarm der Larve löst sich die schützende Proteinhülle des Virus auf, wodurch die infektiösen Virionen freigesetzt werden. Diese dringen in die Darmzellen ein, vermehren sich rasant und führen innerhalb weniger Tage zum Absterben des Schädlings. Ein besonderer Vorteil dieses biologischen Mechanismus ist, dass infizierte Larven, die nicht sofort absterben, das Virus in der Population weiterverbreiten oder im Kokonstadium während der Überwinterung eingehen. Dies führt zu einem nachhaltigen, populationsmindernden Effekt über die aktuelle Saison hinaus.
Resistenzmanagement
Um einer Resistenzbildung beim Apfelwickler vorzubeugen, ist Madex Primo ein hervorragendes Werkzeug im Rahmen des Resistenzmanagements. Da es sich um ein biologisches Viruspräparat (IRAC-Gruppe 31) handelt, besteht kein Risiko von Kreuzresistenzen mit klassischen chemisch-synthetischen Insektiziden. Es empfiehlt sich, Madex Primo im Wechsel mit anderen Wirkstoffklassen einzusetzen oder gezielt in Spritzfolgen zu integrieren, insbesondere bei der Bekämpfung aufeinanderfolgender Generationen des Schaderregers, um den Selektionsdruck zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
Madex Primo ist mit den meisten gängigen Fungiziden und Blattdüngern im Obstbau mischbar. Da es sich um ein biologisches Produkt handelt, muss jedoch besonders auf den pH-Wert der Spritzbrühe geachtet werden; dieser sollte idealerweise im neutralen bis leicht sauren Bereich (pH 5 bis 8) liegen, da stark alkalische Bedingungen die Viruspartikel vorzeitig inaktivieren können. Die Zugabe eines UV-Schutzmittels oder Netzmittels kann die Wirkungsdauer auf der Kultur unter intensiver Sonneneinstrahlung optimieren. Mischungen mit stark sauren oder stark alkalischen Produkten sowie Kupferpräparaten sollten im Vorfeld auf Verträglichkeit geprüft werden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Aus ökotoxikologischer Sicht zeichnet sich Madex Primo durch ein exzellentes Sicherheitsprofil aus. Als hochspezifisches biologisches Pflanzenschutzmittel ist es absolut nützlingsschonend und schont wichtige Gegenspieler wie Raubmilben, Florfliegen und Schlupfwespen. Es ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft und kann somit auch während der Blütezeit der Kulturen flexibel angewendet werden. Für Anwender und Gewässerorganismen besteht bei sachgemäßer Anwendung und Einhaltung der Standard-Schutzmaßnahmen kein erhöhtes Risiko, was die Handhabung in der Praxis extrem sicher macht.
Zugelassene Anwendungen
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die erste Behandlung mit Madex Primo?
Der optimale Anwendungszeitpunkt liegt unmittelbar vor dem Schlupf der ersten Larven der jeweiligen Generation. Dieser Zeitpunkt lässt sich präzise mithilfe von Pheromonfallen zur Flugüberwachung und Temperatursummen-Modellen bestimmen, sobald die Hauptablage der Eier erfolgt ist.
Welchen Einfluss hat die Witterung, insbesondere UV-Strahlung, auf die Wirksamkeit?
Da Granuloviren empfindlich gegenüber ultravioletter Strahlung (UV-Licht) sind, bauen sich die Wirkstoffe auf der Blattoberfläche bei starker Sonneneinstrahlung ab. Es wird daher empfohlen, die Behandlungen in den späten Nachmittags- oder Abendstunden durchzuführen und bei anhaltend sonnigem Wetter die Spritzabstände entsprechend zu verkürzen.
Kann Madex Primo auch bei niedrigen Temperaturen eingesetzt werden?
Die Wirksamkeit des Virus hängt indirekt von der Temperatur ab, da die Larven des Apfelwicklers bei wärmeren Temperaturen aktiver sind und mehr Nahrung aufnehmen. Eine Anwendung ist ab den für den Larvenschlupf relevanten Temperaturen (ca. 15 °C) sinnvoll; bei kühlerer Witterung verzögert sich die Wirkung entsprechend der verlangsamten Larvenaktivität.
Wie verträgt sich Madex Primo mit dem Einsatz von Nützlingen im integrierten Anbau?
Hervorragend. Da das Granulovirus extrem wirtsspezifisch ist und ausschließlich Larven des Apfelwicklers (Cydia pomonella) infiziert, hat es keinerlei negative Auswirkungen auf nützliche Insekten wie räuberische Milben, Schlupfwespen oder Bienen. Es unterstützt somit die natürliche biologische Regulation im Obstgarten.
Wie sollte das Produkt gelagert werden, um die Lebensfähigkeit der Viren zu garantieren?
Da es sich um ein biologisches Produkt mit lebenden Viruspartikeln handelt, ist die Lagerungstemperatur entscheidend. Für eine langfristige Lagerung (über mehrere Jahre) wird das Einfrieren bei -18 °C empfohlen. Im Kühlschrank bei ca. 4 bis 5 °C bleibt das Produkt in der Regel mindestens zwei Jahre voll wirksam. Vermeiden Sie dauerhafte Temperaturen über 20 °C während der Lagerung.