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OTHER · Biofa GmbH

Madex TOP

BVL Zul.-Nr. 00A417-00

Madex TOP von Biofa GmbH ist ein hochselektives, biologisches Pflanzenschutzmittel zur gezielten Regulierung des Apfelwicklers (Cydia pomonella). Als hochentwickeltes Granulovirus-Präparat (Isolat GV-0013 / V15) nimmt es eine Schlüsselrolle im integrierten Pflanzenschutz sowie im ökologischen Landbau ein. Die flüssige Formulierung als Suspensionskonzentrat zeichnet sich durch eine hervorragende Anwenderfreundlichkeit und exzellente Mischbarkeit aus.

Das Produkt ist speziell darauf ausgelegt, die Larven des Schädlings unmittelbar nach dem Schlupf und vor dem Eindringen in die Frucht zu erfassen. Durch die extreme Selektivität des Wirkstoffs werden wichtige Nützlinge wie Raubmilben, Florfliegen oder Schlupfwespen vollständig geschont, was Madex TOP zu einem idealen Baustein für nachhaltige Pflanzenschutzstrategien in Obstbau-Kulturen macht.

Wirkstoffe

Cydia pomonella Granulovirus Isolat GV-0013 (Isolat V15)
513.01 g/L

Wirkungsweise

Der Wirkmechanismus von Madex TOP basiert auf dem hochspezifischen Cydia pomonella Granulovirus (CpGV). Nach der oralen Aufnahme der Viruspartikel (Okklusionskörper) durch die frisch geschlüpften Larven löst sich die schützende Proteinhülle im alkalischen Milieu des Mitteldarms auf. Die freigesetzten Viren dringen in die Darmzellen ein, vermehren sich dort rasant und führen innerhalb weniger Tage zum sicheren Absterben des Schaderregers. Gemäß der IRAC-Klassifizierung wird das Granulovirus in die Gruppe 31 (Baculoviren) eingestuft. Da der Wirkungsmechanismus rein biologisch und hochselektiv ist, besteht keine Gefahr von Kreuzresistenzen mit klassischen chemisch-synthetischen Insektiziden. Dies macht das Pflanzenschutzmittel zu einem unverzichtbaren Werkzeug für das moderne Resistenzmanagement im Obstbau.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von resistenten Apfelwickler-Populationen (insbesondere gegenüber älteren CpGV-Isolaten) vorzubeugen, enthält Madex TOP das innovative Isolat V15. Dieses Isolat ist in der Lage, auch gegen das klassische Granulovirus resistente Genotypen des Schädlings erfolgreich zu bekämpfen. Für ein nachhaltiges Resistenzmanagement sollte Madex TOP im Wechsel mit Insektiziden anderer Wirkstoffklassen sowie in Kombination mit biotechnischen Verfahren wie der Verwirrungstechnik eingesetzt werden.

Mischbarkeit & Tankmischung

Madex TOP ist im Allgemeinen gut mit den gängigen Fungiziden und Blattdüngern mischbar. Da es sich um ein biologisches Produkt auf Basis lebender Viren handelt, sollte der pH-Wert der Spritzbrühe im neutralen bis leicht sauren Bereich (pH 5,0 bis 8,5) liegen; stark alkalische Mischungspartner sind unbedingt zu vermeiden. Zur Optimierung der Benetzung und zum Schutz vor UV-Strahlung, die die Viren inaktivieren kann, empfiehlt sich bei starker Sonneneinstrahlung der Zusatz eines geeigneten Netzmittels. Die Anwendung sollte bevorzugt in den späten Nachmittags- oder Abendstunden erfolgen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Aus ökotoxikologischer Sicht zeichnet sich Madex TOP durch ein hervorragendes Sicherheitsprofil aus. Als biologisches Pflanzenschutzmittel ist es als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft und schont wichtige aquatische sowie terrestrische Nichtzielorganismen wie Regenwürmer und Nützlinge vollständig. Beim Ansetzen der Spritzbrühe und der Ausbringung sind die standardmäßigen persönlichen Arbeitsschutzmaßnahmen ausreichend. Spezifische, restriktive Abstandsauflagen zu Gewässern sind aufgrund der hohen Selektivität des Virus nicht erforderlich.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Allgemein0 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die erste Anwendung von Madex TOP?

Die erste Behandlung sollte kurz vor dem Schlupf der ersten Larven der jeweiligen Generation erfolgen. Dies lässt sich präzise über Phänologiemodelle (wie RIMpro oder ZEPP) und den täglichen Flugverlauf in den Pheromonfallen bestimmen. Ziel ist es, dass die Larven das Virus direkt bei der Ei-Minierung oder beim Verlassen des Eies aufnehmen.

Wie beeinflusst die UV-Strahlung die Wirksamkeit des Granulovirus?

Granuloviren sind empfindlich gegenüber intensiver UV-Strahlung, die zu einem natürlichen Abbau der Viruspartikel auf der Blattoberfläche führt. Daher ist die Spritzung in den späten Nachmittags- oder Abendstunden besonders effektiv. Bei anhaltend sonnigem Wetter sollten die Behandlungsintervalle verkürzt oder ein geeignetes Netzmittel zugesetzt werden.

Kann Madex TOP auch bei niedrigen Temperaturen eingesetzt werden?

Da die Larven des Apfelwicklers erst ab einer Temperatur von ca. 10 bis 12 °C aktiv werden und Nahrung aufnehmen, ist eine Anwendung bei kühleren Temperaturen biologisch nicht sinnvoll. Die Applikation sollte stets an die aktiven Schlupf- und Fraßphasen des Schaderregers angepasst werden.

Wie unterscheidet sich das Isolat V15 in Madex TOP von älteren Granulovirus-Präparaten?

Das in Madex TOP enthaltene Isolat V15 (GV-0013) wurde speziell selektiert, um die im europäischen Obstbau vereinzelt aufgetretene Resistenz von Apfelwickler-Populationen gegen das klassische CpGV-Standardisolat (CpGV-M) zu brechen. Es wirkt somit hochgradig zuverlässig gegen beide Genotypen des Schädlings.

Welche Rolle spielt der pH-Wert des Wassers bei der Zubereitung der Spritzbrühe?

Ein stabiler pH-Wert zwischen 5,5 und 7,5 ist ideal. Extrem saure oder alkalische Bedingungen (pH-Werte über 8,5) können die Proteinhülle des Virus vorzeitig schädigen oder auflösen, was die Infektiosität und damit die Gesamtwirkung des Pflanzenschutzmittels drastisch reduziert.

Wie lässt sich Madex TOP am besten in eine integrierte Pflanzenschutzstrategie integrieren?

Im integrierten Anbau wird Madex TOP idealerweise mit der Verwirrungstechnik kombiniert. Bei sehr hohem Befallsdruck empfiehlt sich eine Blockbehandlung mit chemisch-synthetischen Insektiziden zur ersten Generation, gefolgt von Madex TOP zur Absicherung und zur gezielten Bekämpfung der Folgegenerationen, um Rückstände auf den Früchten vor der Ernte zu minimieren.