MAXIM XL
MAXIM XL ist ein hochwirksames, modernes Pflanzenschutzmittel zur Saatgutbehandlung (Beizmittel), das speziell für den Schutz von Keimlingen und jungen Kulturen in der sensiblen Auflaufphase entwickelt wurde. Als flüssiges Fließkonzentrat (FS) formuliert, kombiniert es zwei bewährte Wirkstoffe, um ein breites Spektrum an boden- und samenbürtigen Schaderregern effektiv zu kontrollieren.
Die Kombination schützt das Saatgut und die junge Kultur vor gefürchteten Auflaufkrankheiten, die durch Pilze wie Fusarium spp. und Pythium spp. verursacht werden. Durch den frühen Schutz wird ein gleichmäßiger Feldaufgang gesichert, was die Basis für vitale Bestände und hohe Ertragssicherheit bildet, besonders unter kühlen oder feuchten Aussaatbedingungen.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die hervorragende Wirkung von MAXIM XL basiert auf dem synergistischen Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen. Fludioxonil gehört zur FRAC-Gruppe 12 (Phenylpyrrole) und greift in die osmotische Signaltransduktion der Pilze ein, was die Sporenkeimung und das Myzelwachstum der Schaderreger (insbesondere Fusarium) nachhaltig blockiert. Metalaxyl-M (auch bekannt als Mefenoxam) ist der FRAC-Gruppe 4 (Phenylamide) zugeordnet. Es wirkt systemisch und hemmt die RNA-Polymerase I der Oomyceten (wie Pythium). Dieser Wirkstoff wird schnell vom Keimling aufgenommen und translokal transportiert, wodurch auch der Neuzuwachs in den ersten Wochen nach der Keimung von innen heraus geschützt wird.
Resistenzmanagement
Um das Risiko einer Resistenzentwicklung gegenüber den Wirkstoffgruppen FRAC 12 und FRAC 4 zu minimieren, sollte MAXIM XL stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts eingesetzt werden. Da es sich um eine fertige Wirkstoffkombination mit unterschiedlichen Angriffspunkten handelt, ist das inhärente Resistenzrisiko bereits deutlich reduziert. Dennoch wird empfohlen, im weiteren Vegetationsverlauf bei eventuellen Folgebehandlungen auf Fungizide mit anderen Wirkmechanismen (Foliaranwendungen aus anderen FRAC-Klassen) zurückzugreifen.
Mischbarkeit & Tankmischung
Als Beizmittel wird MAXIM XL in der Regel in spezialisierten Saatgutaufbereitungsanlagen appliziert. Bei einer eventuellen Kombination mit anderen Beizmitteln, Mikronährstoffen oder Haftmitteln (Adjuvanzien) ist vorab stets die physikalische und biologische Verträglichkeit zu prüfen. Die Beizbrühe sollte kontinuierlich gerührt werden, um eine homogene Verteilung auf dem Saatgut zu gewährleisten, wobei auf eine präzise Dosierung und gleichmäßige Benetzung zu achten ist.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit dem konzentrierten Pflanzenschutzmittel sowie beim Absacken und Verladen des behandelten Saatguts ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Atemschutz, zwingend erforderlich. Da Metalaxyl-M und Fludioxonil toxisch für aquatische Organismen sein können, müssen strenge Auflagen zur Vermeidung von Abdrift und Staubentwicklung bei der Aussaat (z. B. Verwendung abdriftmindernder Sätechnik) eingehalten werden, um angrenzende Biotope und Gewässer zu schützen. Das behandelte Saatgut darf nicht offen auf dem Feld verbleiben, um Vögel und Kleinsäuger nicht zu gefährden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| — | Allgemein | — | 0 GRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Warum ist eine Saatgutbehandlung mit MAXIM XL bei kühlen Frühjahrstemperaturen besonders vorteilhaft?
Bei kühlen und feuchten Bedingungen verzögert sich die Keimung der Kultur. Dies verlängert das Zeitfenster, in dem der Keimling im Boden anfällig für bodenbürtige Schaderreger wie Pythium oder Fusarium ist. MAXIM XL bietet in dieser kritischen Phase einen langanhaltenden Schutzschild, bis die Kultur das empfindliche BBCH-Stadium des Auflaufens überwunden hat.
Wie wirkt sich die systemische Komponente von MAXIM XL auf den Schutz der jungen Kultur aus?
Der Wirkstoff Metalaxyl-M wird nach der Wasseraufnahme des Samens gelöst, von den Wurzeln des Keimlings aufgenommen und mit dem Saftstrom in die oberirdischen Pflanzenteile transportiert. Dadurch sind auch die ersten Laubblätter und der Stängelgrund in den ersten Wochen nach dem Auflaufen systemisch vor Infektionen geschützt.
Kann mit MAXIM XL behandeltes Saatgut bis zur nächsten Saison gelagert werden?
Ja, ordnungsgemäß behandeltes Saatgut kann unter kühlen, trockenen und frostfreien Bedingungen in der Regel bis zur nächsten Saison gelagert werden, ohne dass die Keimfähigkeit signifikant beeinträchtigt wird. Es wird jedoch empfohlen, vor der Aussaat eine Keimprobe durchzuführen.
Welche technischen Anforderungen gelten für die Aussaat von mit MAXIM XL behandeltem Saatgut?
Um den Abrieb von Beizstaub zu minimieren und die Umwelt zu schonen, muss die Aussaat mit modernen, zertifizierten Sägeräten erfolgen (z. B. mit abdriftmindernden Gebläsen bei pneumatischen Einzelkornsägeräten). Zudem muss das Saatgut vollständig in den Boden eingearbeitet werden, um eine Aufnahme durch Vögel zu verhindern.
Wie unterscheidet sich die Wirkung von Fludioxonil von der des Metalaxyl-M?
Fludioxonil verbleibt weitgehend als schützender Kontaktgürtel um das Saatgut herum und bekämpft vor allem samenbürtige Erreger wie Fusarium. Metalaxyl-M hingegen ist hochgradig systemisch und dringt in die Pflanze ein, um gezielt bodenbürtige Oomyceten (z. B. Pythium-Arten, die Wurzelfäule verursachen) abzuwehren.
Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für meine spezifische Kultur?
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