Metazamix
Metazamix ist ein leistungsstarkes, breit wirksames Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern und dem Gemeinen Windhalm im Winterraps. Als Suspensionskonzentrat formuliert, kombiniert dieses Pflanzenschutzmittel drei bewährte Wirkstoffe, um sowohl über den Boden als auch über das Blatt eine nachhaltige Unkrautfreiheit im sensiblen Auflaufstadium der Kultur zu sichern.
Die Anwendung erfolgt im frühen Nachauflauf (BBCH 10 bis 15), was dem Raps einen optimalen Start ohne konkurrierende Schaderreger ermöglicht. Durch die Kombination von Boden- und Blattwirkung erfasst das Produkt bereits aufgelaufene Unkräuter ebenso wie nachkeimende Wellen, was besonders bei ungleichmäßigem Unkrautauflauf von großem Vorteil ist.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die herausragende Wirkung von Metazamix basiert auf dem Zusammenspiel dreier Wirkstoffe mit unterschiedlichen Mechanismen. Metazachlor gehört zur HRAC-Gruppe 15 (Hemmung der Synthese sehr langkettiger Fettsäuren) und wirkt primär über die Wurzeln und Keimscheiden der keimenden Unkräuter, wodurch das Wachstum frühzeitig gestoppt wird. Aminopyralid und Picloram gehören beide zur HRAC-Gruppe 4 (synthetische Auxine). Sie werden schnell über die Blätter und Wurzeln aufgenommen und systemisch in der Pflanze verteilt. Sie stören das hormonelle Gleichgewicht und führen zu unkontrolliertem Wachstum, typischen Deformationen (Epinastie) und schließlich zum Absterben der empfindlichen Schaderreger.
Resistenzmanagement
Durch die Kombination von Wirkstoffen aus den HRAC-Gruppen 15 und 4 bietet Metazamix ein integriertes Resistenzmanagement direkt aus dem Kanister. Um der Selektion resistenter Biotypen – insbesondere beim Gemeinen Windhalm – langfristig vorzubeugen, sollte dieses Pflanzenschutzmittel im Rahmen einer weiten Fruchtfolge mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen abgewechselt werden. Ein wiederholter, einseitiger Einsatz von Wirkstoffen mit gleichem Mechanismus ist zu vermeiden.
Mischbarkeit & Tankmischung
Metazamix zeigt sich im Allgemeinen gut verträglich mit gängigen Nachauflauf-Graminiziden sowie Insektiziden, die zur Bekämpfung von Rapserdfloh oder Rübenfliege eingesetzt werden. Bei Mischungen ist stets auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge von mindestens 200 bis 400 l/ha zu achten, um eine gleichmäßige Benetzung des Bodens und der Blätter zu gewährleisten. Extreme Temperaturschwankungen oder Frostgefahr kurz nach der Behandlung können die Kulturverträglichkeit beeinträchtigen und sollten gemieden werden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen. Aufgrund des Wirkstoffs Metazachlor gelten strenge Auflagen zum Schutz des Grundwassers und von Oberflächengewässern; ein Eintrag in angrenzende Biotope ist durch den Einsatz abdriftmindernder Technik zu verhindern. Das Produkt ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollten Anwendungen zum Schutz von Nichtzielorganismen stets fachgerecht und bei Windstille durchgeführt werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Winterraps | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | 10–15 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Warum ist die Bodenfeuchtigkeit für die Wirkung von Metazamix so wichtig?
Da der enthaltene Wirkstoff Metazachlor hauptsächlich über den Boden und die Wurzeln aufgenommen wird, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit zum Zeitpunkt der Anwendung oder kurz danach entscheidend. Feuchtigkeit sorgt dafür, dass der Wirkstoff im Boden gelöst und von den keimenden Unkräutern optimal aufgenommen werden kann. Bei extremer Trockenheit kann die Bodenwirkung verzögert eintreffen.
Welche Einschränkungen gibt es bezüglich der Metazachlor-Mengenbegrenzung auf derselben Fläche?
Um das Grundwasser zu schützen, gilt in Deutschland eine strenge Regelung für metazachlorhaltige Pflanzenschutzmittel. Innerhalb von drei Jahren darf die maximale Aufwandmenge von 1000 g Metazachlor pro Hektar auf derselben Fläche nicht überschritten werden. Da Metazamix 500 g/L Metazachlor enthält, entspricht eine Anwendung von 1,5 l/ha genau 750 g Wirkstoff, was bei der Fruchtfolgeplanung berücksichtigt werden muss.
Was muss ich beim Nachbau beachten, falls der Winterraps vorzeitig umgebrochen werden muss?
Aufgrund der Persistenz der enthaltenen Wuchsstoffe (Aminopyralid und Picloram) im Boden gibt es strenge Vorgaben für den Umbruch. Bei vorzeitigem Kulturverlust können in der Regel nur bestimmte Kulturen wie Wintergetreide (nach tiefem Pflügen) nachgebaut werden. Empfindliche Kulturen wie Leguminosen oder Kartoffeln dürfen erst nach Ablauf der regulären Wartezeit und gründlicher Bodenbearbeitung angebaut werden.
Kann Metazamix auch im Vorauflauf eingesetzt werden?
Nein, Metazamix ist speziell für den frühen Nachauflauf (BBCH 10 bis 15) registriert. Die enthaltenen Wuchsstoffe Aminopyralid und Picloram benötigen bereits aufgelaufene Unkrautblätter, um ihre volle systemische Wirkung zu entfalten. Eine reine Vorauflaufanwendung würde das Potenzial dieser Blattwirkstoffe ungenutzt lassen.
Wie verhält sich das Produkt bei der Bekämpfung von Klettenlabkraut?
Dank der Kombination aus Picloram und Aminopyralid besitzt Metazamix eine hervorragende und schnelle Wirkung gegen Klettenlabkraut, selbst wenn dieses zum Anwendungszeitpunkt bereits das Keimblattstadium überschritten hat. Die Wuchsstoffe führen zu einer raschen Deformation und dem anschließenden Absterben dieses schwer bekämpfbaren Unkrauts.