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OTHER · hentschke+sawatzki CHEMISCHE FABRIK GmbH

microsol-bio-autofog

BVL Zul.-Nr. 006408-60

microsol-bio-autofog ist ein spezialisiertes Pflanzenschutzmittel von hentschke+sawatzki, das auf dem bewährten, naturidentischen Wirkstoff Pyrethrine basiert. Als gebrauchsfertige Formulierung für das Kalt- oder Heißnebelverfahren ist dieses Produkt besonders für den schnellen und großflächigen Einsatz in geschlossenen Räumen, Lagern oder speziellen Kulturen konzipiert. Es zeichnet sich durch eine extrem schnelle Initialwirkung gegen ein breites Spektrum von Schaderregern aus.

Die Formulierung ist darauf optimiert, als feiner Schwebenebel selbst schwer zugängliche Ritzen, Spalten und Nischen zu durchdringen. Da Pyrethrine unter Lichteinfluss rasch abgebaut werden, eignet sich das Produkt hervorragend für Anwendungen, bei denen keine langanhaltenden Rückstände erwünscht sind. Dies macht microsol-bio-autofog zu einem flexiblen Werkzeug im modernen, integrierten Pflanzenschutz sowie im Vorratsschutz.

Wirkstoffe

Pyrethrine
11.45 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Pyrethrine gehört zur IRAC-Gruppe 3A. Er wirkt als reines Kontaktgift auf das Nervensystem der Schaderreger, indem er die spannungsabhängigen Natriumkanäle in den Nervenmembranen blockiert. Dies führt zu einer dauerhaften Depolarisation der Axone, was eine unkontrollierte Reizleitung, Lähmung und schließlich den schnellen Tod der Zielorganismen zur Folge hat (sogenannter Knock-down-Effekt). Da der Wirkstoff primär über den direkten Kontakt wirkt, ist eine feine und gleichmäßige Verteilung des Nebels im gesamten Behandlungsraum entscheidend für den Bekämpfungserfolg. Die schnelle biologische Abbaubarkeit minimiert zudem das Risiko von Wirkstoffakkumulationen auf den behandelten Oberflächen.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzentwicklung bei den Zielpopulationen wirksam vorzubeugen, sollte microsol-bio-autofog stets im Wechsel mit Pflanzenschutzmitteln aus anderen IRAC-Wirkstoffklassen (wie beispielsweise Insektenwachstumsregulatoren) eingesetzt werden. Ein wiederholter, ausschließlicher Einsatz von Pyrethrinen oder synthetischen Pyrethroiden ist zu vermeiden, um den Selektionsdruck zu minimieren. Zudem wird die Integration mechanischer und hygienischer Maßnahmen im Rahmen eines integrierten Schädlingsmanagements dringend empfohlen.

Mischbarkeit & Tankmischung

Aufgrund der speziellen Ausbringungstechnik als Nebelpräparat (Autofog) wird microsol-bio-autofog in der Regel solo und ohne den Zusatz von klassischen Tankmischpartnern angewendet. Die physikalische Stabilität des Nebels und die Tröpfchengröße könnten durch Mischungen negativ beeinflusst werden. Sollte eine Kombination mit anderen Präparaten oder Additiven erwogen werden, ist vorab zwingend die Verträglichkeit und die Eignung für Nebelgeräte beim Hersteller zu erfragen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Einsatz von microsol-bio-autofog steht der Anwenderschutz an oberster Stelle. Da die Anwendung als Schwebenebel erfolgt, ist das Tragen einer vollständigen persönlichen Schutzausrüstung (PSA) inklusive Atemschutzmaske mit geeignetem Partikel- und Gasfilter während des Ausbringens und beim Betreten der Räume vor der vollständigen Lüftung obligatorisch. Obwohl Pyrethrine natürlichen Ursprungs sind, weisen sie eine hohe Toxizität gegenüber aquatischen Organismen und Bienen auf. Ein direkter Eintrag in Gewässer oder die Anwendung bei Bienenflug im Freiland muss strikt vermieden werden; im geschlossenen Raum ist auf dichte Verschlüsse zu achten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Allgemein0 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie funktioniert das Autofog-Verfahren bei microsol-bio-autofog in der Praxis?

Das Autofog-Verfahren nutzt spezielle Kalt- oder Heißnebelgeräte, die das Pflanzenschutzmittel in extrem feine Tröpfchen zerschlagen. Dieser Schwebenebel verteilt sich selbstständig und gleichmäßig im gesamten Raumvolumen, dringt in kleinste Ritzen ein und erfasst Schaderreger im Flug sowie auf Oberflächen, ohne dass der Anwender während des eigentlichen Nebelvorgangs im Raum anwesend sein muss.

Warum ist der Abbau von Pyrethrinen bei diesem Produkt so schnell?

Pyrethrine sind natürliche Ester, die extrem empfindlich gegenüber UV-Strahlung und Sauerstoff sind. Dies führt dazu, dass der Wirkstoff nach der Anwendung unter Lichteinfluss rasch durch Photolyse in ungiftige Verbindungen zerfällt. Dies ist besonders vorteilhaft für kurze Wartezeiten und rückstandsfreie Folgearbeiten in den behandelten Bereichen.

Kann microsol-bio-autofog auch in belegten Gewächshäusern angewendet werden?

Die Anwendung in belegten Räumen hängt von den spezifischen Zulassungsbestimmungen ab. Da Pyrethrine eine starke, nicht-selektive Kontaktwirkung haben, muss vorab geprüft werden, ob die vorhandenen Kulturen empfindlich reagieren (Phytotoxizitätstest) und ob biologische Nützlinge im Gewächshaus geschützt werden müssen, da diese durch den Nebel ebenfalls geschädigt werden können.

Welche Sicherheitsvorkehrungen müssen nach der Nebelanwendung getroffen werden?

Nach der Ausbringung muss der behandelte Raum für eine festgelegte Mindestzeit verschlossen bleiben, damit sich der Nebel absetzen und seine Wirkung voll entfalten kann. Vor dem Wiederbetreten ohne persönliche Schutzausrüstung ist eine gründliche und vollständige Querlüftung der Räume zwingend erforderlich, um jegliche Atemwegsbelastung auszuschließen.

Wie lässt sich microsol-bio-autofog optimal in ein biologisches Pflanzenschutzkonzept integrieren?

Aufgrund des schnellen Wirkstoffabbaus eignet sich das Produkt hervorragend als sogenannte 'Clean-up'-Maßnahme vor dem geplanten Besatz mit Nützlingen (wie Schlupfwespen oder Raubmilben). Sobald der Nebel sich gelegt hat und die Pyrethrine zerfallen sind, können die Nützlinge ohne das Risiko von schädlichen Rückstandskontakten freigelassen werden.