microsol-pyrho SP-autofog
microsol-pyrho SP-autofog ist ein hochspezialisiertes Pflanzenschutzmittel zur Raum- und Leerlagerbehandlung, das für die effektive Bekämpfung von fliegenden und kriechenden Schaderregern im Nebelverfahren entwickelt wurde. Formuliert von der hentschke+sawatzki CHEMISCHE FABRIK GmbH, eignet sich dieses Produkt hervorragend für den Einsatz in geschlossenen Räumen, Gewächshäusern und Lagereinrichtungen, um hygienische Bedingungen vor der Belegung oder Einlagerung zu sichern. Die praktische Ausrichtung als selbsttätig abblasenendes Aerosol ("autofog") ermöglicht eine lückenlose Verteilung des Wirkstoffnebels selbst in schwer zugänglichen Winkeln.
Die Formulierung kombiniert natürliche Pyrethrine mit dem Synergisten Piperonylbutoxid. Diese Kombination sorgt für eine extrem schnelle Initialwirkung (Knock-down-Effekt) gegen ein breites Spektrum von Vorrats- und Hygieneschädlingen. Da sich natürliche Pyrethrine unter Lichteinfluss rasch abbauen, eignet sich das Produkt besonders für sensible Bereiche, in denen langanhaltende Wirkstoffrückstände unerwünscht sind.
Durch die automatische Auslösung wird das Anwenderrisiko während der Applikation minimiert. Das System ist darauf ausgelegt, den Raum ohne manuelle Begleitung während des eigentlichen Vernebelungsprozesses mit einem feinen, schwebfähigen Wirkstoffnebel zu füllen, was eine gleichmäßige Benetzung aller Oberflächen garantiert.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die biochemische Wirkung von microsol-pyrho SP-autofog basiert auf dem dualen Prinzip von Naturpyrethrinen und dem Synergisten Piperonylbutoxid. Pyrethrine gehören zur IRAC-Gruppe 3A. Sie wirken als Kontaktgifte, die direkt an den spannungsabhängigen Natriumkanälen der Nervenmembranen der Schaderreger ansetzen. Durch das Offenhalten dieser Kanäle kommt es zu einer langanhaltenden Depolarisation, die zu unkontrollierten Nervenimpulsen, Lähmungen und schließlich zum schnellen Absterben der Zielorganismen führt. Piperonylbutoxid (PBO) selbst besitzt keine insektizide Wirkung, fungiert jedoch als hocheffizienter Synergist. Es blockiert die körpereigenen Entgiftungsenzyme der Insekten (insbesondere die Cytochrom-P450-Monooxygenasen). Dadurch wird verhindert, dass der Schaderreger die aufgenommenen Pyrethrine metabolisiert und abbaut. Dies führt zu einer drastischen Steigerung der biologischen Wirksamkeit und sichert den Bekämpfungserfolg auch bei verminderter Sensibilität der Zielorganismen.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen innerhalb der IRAC-Gruppe 3A vorzubeugen, sollte microsol-pyrho SP-autofog stets als Teil eines integrierten Schädlingsmanagements (IPM) eingesetzt werden. Obwohl der Zusatz von Piperonylbutoxid metabolische Resistenzmechanismen effektiv blockiert, kann eine kontinuierliche Anwendung die Selektion von Target-Site-Resistenzen (wie der kdr-Mutation) begünstigen. Daher wird empfohlen, Behandlungen mit diesem Pflanzenschutzmittel mit Wirkstoffen aus anderen IRAC-Klassen abzuwechseln und flankierende physikalische sowie hygienische Reinigungsmaßnahmen konsequent umzusetzen.
Mischbarkeit & Tankmischung
Da es sich bei microsol-pyrho SP-autofog um ein gebrauchsfertiges, selbsttätig vernebelndes Aerosolsystem handelt, ist eine physikalische Tankmischung mit anderen Pflanzenschutzmitteln oder Zusatzstoffen weder vorgesehen noch technisch möglich. Die Formulierung ist exakt auf die Tröpfchengröße und Schwebefähigkeit des automatischen Ausbringungssystems abgestimmt. Sollten ergänzende Behandlungen mit anderen Präparaten (z. B. Oberflächenspritzungen) notwendig sein, müssen diese als separate Arbeitsschritte vor der eigentlichen Raumvernebelung durchgeführt werden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Einsatz von microsol-pyrho SP-autofog steht der Anwenderschutz an oberster Stelle. Da die Anwendung in geschlossenen Räumen erfolgt, darf der Raum während des Vernebelungsvorgangs keinesfalls betreten werden. Beim Aufstellen und Auslösen sowie beim späteren Betreten zur Belüftung ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) einschließlich Atemschutzmaske mit Kombinationsfilter (A2-P3) zu tragen. Da Pyrethrine extrem toxisch für Fische und andere Wasserorganismen sowie für Bienen sind, muss eine Abdrift des Nebels ins Freiland oder in Oberflächengewässer durch striktes Abdichten der Behandlungsräume verhindert werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| — | Allgemein | — | 0 GRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wie funktioniert das "autofog"-System in der Praxis?
Das System verfügt über ein spezielles Einweg-Auslöseventil. Nach dem manuellen Arretieren des Ventils strömt der gesamte Doseninhalt selbstständig als feiner Nebel aus. Der Anwender muss den Raum sofort nach dem Auslösen verlassen und diesen während der Einwirkzeit verschlossen halten.
Warum ist der Zusatz von Piperonylbutoxid (PBO) so wichtig?
PBO hemmt die Entgiftungsenzyme im Körper der Schaderreger. Ohne diesen Synergisten könnten viele Insekten die natürlichen Pyrethrine schnell abbauen und sich von der anfänglichen Lähmung wieder erholen. PBO sichert somit den endgültigen Bekämpfungserfolg.
Wie lange muss der behandelte Raum nach der Anwendung verschlossen bleiben?
Für eine optimale Wirkung gegen die Zielorganismen sollte der Raum für mindestens 4 bis 6 Stunden, idealerweise jedoch über Nacht, komplett verschlossen bleiben. Anschließend ist eine gründliche Querlüftung vor dem Wiederbetreten zwingend erforderlich.
Dürfen sich während der Behandlung Kulturen oder Erntegüter im Raum befinden?
Dies hängt von den spezifischen Zulassungsbestimmungen der BVL-Registrierung ab. In der Regel ist microsol-pyrho SP-autofog für leere Räume und Lager zugelassen. Bei einer Anwendung in belegten Gewächshäusern muss vorab die Pflanzenverträglichkeit der jeweiligen Kultur geprüft werden, um Phytotoxizität zu vermeiden.
Baut sich der Wirkstoff nach der Anwendung schnell ab?
Ja, natürliche Pyrethrine sind extrem licht- und sauerstoffempfindlich. Sie bauen sich unter dem Einfluss von UV-Licht und Luft innerhalb weniger Stunden ab. Dies ist ein großer Vorteil für den Vorratsschutz, da kaum langanhaltende Rückstände auf Oberflächen verbleiben.
Müssen Oberflächen nach der Vernebelung gereinigt werden?
Flächen, die direkt mit Lebens- oder Futtermitteln in Berührung kommen, sollten nach der vorgeschriebenen Lüftungszeit und vor der erneuten Nutzung feucht gereinigt werden, um eventuelle Wirkstoffbeläge mechanisch zu entfernen.