Alle Mittel
Sonstige · Corteva Agriscience Germany GmbH

Milestone

BVL Zul.-Nr. 007726-00

Milestone ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel von Corteva Agriscience, das speziell für den Einsatz im Winterraps (BRSNW) entwickelt wurde. Als flüssige Formulierung kombiniert dieses Herbizid zwei komplementäre Wirkstoffe, um ein breites Spektrum an einjährigen ein- und zweikeimblättrigen Unkräutern im Nachauflauf zu bekämpfen. Es hat sich als Standardlösung für die herbstliche Unkrautbekämpfung etabliert, insbesondere in Regionen mit hohem Druck durch Problemunkräuter und Ungräser.

Die Stärke dieses Herbizids liegt in der Kombination von Boden- und Blattwirkung. Dadurch erfasst Milestone nicht nur bereits aufgelaufene Schaderreger, sondern baut auch einen langanhaltenden Wirkstofffilm auf der Bodenoberfläche auf, der nachkeimende Unkräuter und Ungräser zuverlässig unterdrückt. Dies sichert der Kultur einen entscheidenden Wachstumsvorsprung über die Wintermonate hinweg.

Wirkstoffe

Aminopyralid
6.3 g/L · Wirkstoff
Propyzamid
500 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die hervorragende Wirkung von Milestone basiert auf dem Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen. Aminopyralid gehört zur HRAC-Gruppe 4 (synthetische Auxine). Es imitiert das pflanzliche Wuchshormon Auxin, was zu einem unkontrollierten Wachstum, einer Störung des Nährstofftransports und schließlich zum Absterben der zweikeimblättrigen Unkräuter führt. Dieser Wirkstoff wird sowohl über die Blätter als auch über die Wurzeln aufgenommen. Propyzamid hingegen ist der HRAC-Gruppe 3 (Hemmung der Mikrotubuli-Anordnung) zugeordnet. Es verhindert die Zellteilung (Mitose) in den Wurzelspitzen der Keimlinge, indem es die Polymerisation von Tubulin stört. Da Propyzamid hauptsächlich über die Wurzeln aufgenommen wird, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit für die optimale Verteilung und Wirkung im Boden essenziell. Zusammen bieten beide Wirkstoffe eine lückenlose Kontrolle von Ungräsern wie dem Ackerfuchsschwanz und wichtigen zweikeimblättrigen Unkräutern.

Resistenzmanagement

Durch die Kombination zweier unterschiedlicher HRAC-Wirkstoffgruppen (Gruppe 3 und Gruppe 4) bietet Milestone bereits ein integriertes Resistenzmanagement. Um der Entstehung von Resistenzen, insbesondere bei schwer bekämpfbaren Ungräsern wie dem Ackerfuchsschwanz, langfristig vorzubeugen, solltest du dieses Pflanzenschutzmittel im Rahmen einer weiten Fruchtfolge einsetzen. Wechselnde Wirkmechanismen in den Vor- und Nachkulturen sowie der gezielte Einsatz mechanischer Maßnahmen unterstützen die Nachhaltigkeit deiner Herbizidstrategie.

Mischbarkeit & Tankmischung

Milestone zeigt sich in der Praxis als gut mischbar mit gängigen Graminiziden sowie ausgewählten Fungiziden und Insektiziden, die im Herbst im Raps eingesetzt werden. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen der Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und vermeide Mischungen bei extremen Witterungsbedingungen wie Frost oder starker Sonneneinstrahlung, um die Kulturverträglichkeit nicht zu gefährden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Milestone ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, unerlässlich, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da keine spezifische Bieneneinstufung im Datenblatt vorliegt, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, vermeiden und die Behandlung bevorzugt in den Abendstunden durchführen. Um aquatische Organismen und Bodenlebewesen zu schonen, sind Abdriften auf angrenzende Gewässer und Saumstrukturen durch den Einsatz abdriftmindernder Technik konsequent zu minimieren.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterrapsEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter14–991.5 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Milestone im Herbst?

Der beste Anwendungszeitpunkt liegt im späten Herbst (meist ab Ende Oktober bis November), wenn die Bodentemperaturen dauerhaft unter 8 bis 10 °C sinken. Bei diesen kühlen Bedingungen ist der Abbau von Propyzamid im Boden verlangsamt, was die Dauerwirkung gegen keimende Ungräser wie den Ackerfuchsschwanz maximiert.

Warum spielt die Bodenfeuchtigkeit eine so wichtige Rolle für die Wirkung?

Der Wirkstoff Propyzamid wird hauptsächlich über die Wurzeln der Schaderreger aufgenommen. Ein feuchter Boden ist notwendig, damit sich der Wirkstoff in der Keimzone der Unkräuter verteilt und von den Wurzeln aufgenommen werden kann. Bei extremer Trockenheit ist die Wirkung deutlich verzögert oder abgeschwächt.

Kann ich Milestone auch auf gefrorenem Boden ausbringen?

Eine Anwendung auf gefrorenem Boden ist zu vermeiden, insbesondere wenn die Gefahr von Abschwemmungen in angrenzende Gewässer oder Gräben durch Niederschläge oder Schmelzwasser besteht. Der Boden sollte aufnahmefähig und nicht wassergesättigt sein.

Wie verhält sich Milestone bei Spätverunkrautung im Frühjahr?

Obwohl Milestone eine hervorragende Dauerwirkung über den Winter besitzt, ist es primär für die herbstliche Bekämpfung konzipiert. Die im Herbst ausgebrachte Wirkstoffmenge verhindert das Auflaufen von Unkräutern bis weit in das Frühjahr hinein, sodass eine Nachbehandlung im Frühjahr in der Regel nicht erforderlich ist.

Welche Kulturen kann ich nach dem Umbruch eines mit Milestone behandelten Rapsbestandes anbauen?

Sollte es zu einem vorzeitigen Umbruch des Rapsbestandes kommen (z. B. durch Auswinterung), musst du die Nachbauvorschriften genau beachten. Aufgrund der Persistenz von Aminopyralid im Boden dürfen oft nur bestimmte Kulturen wie Raps oder Getreide nachgebaut werden. Empfindliche Kulturen wie Leguminosen oder Rüben sollten in der Rotation erst nach Ablauf der vorgeschriebenen Wartezeiten folgen.

Wie kann ich die Wirkung gegen resistenten Ackerfuchsschwanz optimieren?

Nutze Milestone als festen Baustein in einer integrierten Strategie. Da Propyzamid einen anderen Wirkungsmechanismus als klassische Graminizide (FOPs/DIMs/ALS-Hemmer) besitzt, erfasst es auch resistente Biotypen. Kombiniere dies mit pflanzenbaulichen Maßnahmen wie einer späten Rapsaussaat und mechanischer Bodenbearbeitung vor der Saat.