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OTHER · Sharda Cropchem Espana S.L.

MONEX

BVL Zul.-Nr. 00A634-00

MONEX ist ein hochspezialisiertes Pflanzenschutzmittel zur gezielten Steuerung des Fruchtansatzes und der Erntequalität im Erwerbsobstbau, insbesondere beim Kulturapfel (Malus domestica). Als Wachstumsregulator auf Basis eines synthetischen Auxins unterstützt das Produkt Obstbauern bei zwei kritischen Schritten im Kulturverlauf: der chemischen Fruchtausdünnung im Nachblütenbereich sowie der Verhinderung des vorzeitigen Fruchtfalls kurz vor der Ernte.

Die Formulierung ist optimal auf eine gleichmäßige Benetzung der Blätter und Früchte ausgelegt. Durch die präzise Regulierung des endogenen Hormonhaushalts der Kultur ermöglicht MONEX eine Optimierung der Fruchtgröße, verbessert die Ausfärbung und beugt der gefürchteten Alternanz (schwankende Erträge in aufeinanderfolgenden Jahren) wirksam vor.

In der modernen integrierten Produktion hat sich der Einsatz von NAA-basierten Präparaten wie MONEX fest etabliert, da sie eine mechanische oder händische Ausdünnung effizient ergänzen oder ersetzen und somit maßgeblich zur Senkung der Produktionskosten beitragen.

Wirkstoffe

1-Naphthylessigsäure
10 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff in MONEX ist 1-Naphthylessigsäure (NAA), ein synthetisches Phytohormon aus der Gruppe der Auxine. Die Wirkung basiert auf der Nachahmung der natürlichen Indol-3-essigsäure (IES) im pflanzlichen Stoffwechsel. Je nach Anwendungszeitpunkt entfaltet der Wirkstoff zwei gegensätzliche, physiologische Effekte in der Kultur. Bei einer frühen Anwendung nach der Blüte (zur Fruchtausdünnung) induziert NAA eine temporäre Stressreaktion und stimuliert die Ethylenbildung. Dies führt zu einem gezielten Abstoßen schwächerer, unzureichend befruchteter Jungfrüchte, wodurch die verbleibenden Früchte besser mit Nährstoffen versorgt werden. Bei einer späten Anwendung vor der Ernte hingegen hemmt NAA die Bildung der Trennzone im Fruchtstiel, wodurch der vorzeitige Fruchtfall (Vorerntefruchtfall) effektiv unterbunden und das Erntefenster flexibler gestaltet wird.

Resistenzmanagement

Da es sich bei MONEX um einen Wachstumsregulator und nicht um ein klassisches Fungizid oder Insektizid handelt, steht das klassische Resistenzmanagement im Sinne von Wirkstoffresistenzen hier nicht im Vordergrund. Dennoch ist ein sorgsames Management zur Vermeidung von physiologischen Fehlsteuerungen unerlässlich. Um eine Überregulierung oder unerwünschte Effekte wie Kleinfrüchtigkeit ("Pygmäenfrüchte") zu verhindern, sollte die Anwendung strikt an den BBCH-Stadien der Kultur und den herrschenden Witterungsbedingungen ausgerichtet werden. Ein Wechsel mit anderen Ausdünnungsmethoden oder Wirkstoffen im Rahmen einer integrierten Strategie wird empfohlen.

Mischbarkeit & Tankmischung

MONEX sollte für eine optimale Wirkung bevorzugt solo ausgebracht werden, da die Aufnahme des Wirkstoffs stark von den klimatischen Bedingungen und dem pH-Wert der Spritzbrühe abhängt. Die Kombination mit Netzmitteln kann die Penetration des Wirkstoffs verbessern, erhöht jedoch auch das Risiko von Phytotoxizität bei empfindlichen Sorten. Mischungen mit sauren oder stark alkalischen Pflanzenschutzmitteln sowie Blattdüngern sind zu vermeiden, um die Stabilität des Auxins nicht zu gefährden. Die Anwendung sollte in den kühlen Morgen- oder Abendstunden bei hoher Luftfeuchtigkeit erfolgen, um ein zu schnelles Antrocknen des Spritzbelags zu verhindern.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit MONEX sind die standardmäßigen Arbeitsschutzmaßnahmen für Pflanzenschutzmittel einzuhalten, einschließlich des Tragens von Schutzkleidung und Handschuhen bei der Handhabung des Konzentrats. Der Wirkstoff 1-Naphthylessigsäure ist als biologisch aktiv eingestuft; entsprechende Abdriftminderungsklassen und Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern sind gemäß den BVL-Zulassungsbestimmungen strikt zu beachten, um aquatische Organismen zu schützen. Das Produkt ist bei sachgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte direkter Kontakt mit blühenden Unkräutern im Unterwuchs vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
ApfelFruchtausdünnung69–721.5 KILOGRAM_PER_HECTARE
ApfelMinderung des Vorernte-Fruchtfalls71–871.5 KILOGRAM_PER_HECTARE7T

Häufige Fragen

Welchen Einfluss hat die Temperatur auf die Wirkung von MONEX bei der Fruchtausdünnung?

Die Wirkung von 1-Naphthylessigsäure (NAA) ist stark temperaturabhängig. Optimale Bedingungen für die Fruchtausdünnung liegen bei Temperaturen zwischen 15 °C und 22 °C. Bei kühlerer Witterung unter 12 °C ist die Aufnahme unzureichend, während Temperaturen über 25 °C zu einer Überreaktion der Kultur und Blattschäden führen können.

Wie verhindert MONEX den Vorernte-Fruchtfall bei Äpfeln?

Kurz vor der Ernte sinkt der natürliche Auxingehalt im Fruchtstiel, was zur Bildung einer Trennzone und zum Abfallen der Früchte führt. Durch die späte Anwendung von MONEX wird der Auxinspiegel künstlich hoch gehalten. Dies verzögert die Ausbildung der Trennschicht um mehrere Tage bis Wochen, sodass die Früchte länger am Baum reifen können.

Kann MONEX bei allen Apfelsorten gleichermaßen zur Ausdünnung eingesetzt werden?

Nein, Apfelsorten reagieren sehr unterschiedlich auf NAA. Sorten wie 'Elstar' oder 'Gala' erfordern eine sehr präzise Dosierung, da hier bei falschem Timing das Risiko von 'Pygmäenfrüchten' (kleine, nicht wachsende Früchte, die am Baum verbleiben) besteht. Bei triploiden Sorten wie 'Jonagold' ist die Reaktion oft milder. Vor dem großflächigen Einsatz sollten sortenspezifische Beratungsempfehlungen herangezogen werden.

Warum ist die relative Luftfeuchtigkeit bei der Applikation von MONEX so wichtig?

Da der Wirkstoff systemisch über das Blatt- und Fruchtgewebe aufgenommen werden muss, ist eine langsame Antrocknung der Spritzbrühe entscheidend. Eine hohe relative Luftfeuchtigkeit (über 70 %) verlängert die Phase, in der der Spritzfilm flüssig bleibt, und maximiert so die Wirkstoffaufnahme. Trockene, windige Bedingungen am Mittag sind daher ungeeignet.

Wie unterscheidet sich das BBCH-Stadium für die Ausdünnung von dem für die Fruchtfallminderung?

Für die Fruchtausdünnung liegt das optimale Anwendungsfenster im Nachblütenbereich (BBCH 69 bis ca. 72), wenn die jungen Früchte eine Größe von 8 bis 15 mm erreicht haben. Zur Minderung des Vorernte-Fruchtfalls erfolgt die Behandlung deutlich später, meist etwa 10 bis 14 Tage vor dem geplanten Erntetermin (BBCH 85–87), unter Einhaltung der gesetzlichen Wartezeit.

Kann MONEX mit Fungiziden gegen Schorf oder Mehltau gemischt werden?

Obwohl physikalische Mischbarkeiten existieren können, wird von Tankmischungen mit Fungiziden generell abgeraten. Da Wachstumsregulatoren hochpräzise physiologische Prozesse steuern, können Mischungspartner die Penetrationsrate unvorhersehbar verändern. Um die gewünschte Ausdünnungs- oder Stoppwirkung exakt zu steuern, ist eine Solo-Anwendung der sicherste Weg.