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OTHER · Life Scientific Limited

NIANTIC

BVL Zul.-Nr. 008996-00

NIANTIC ist ein hochwirksames, systemisches Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen (Ungräsern) und zweikeimblättrigen Unkräutern in Winterweichweizen. Als wasserdispergierbares Granulat (WG) formuliert, kombiniert dieses Pflanzenschutzmittel zwei bewährte Sulfonylharnstoff-Wirkstoffe mit einem hocheffizienten Safener, um eine maximale Kulturverträglichkeit bei gleichzeitig kompromissloser Unkrautkontrolle zu gewährleisten.

Das Wirkungsspektrum umfasst wirtschaftlich bedeutende Ungräser wie den Acker-Fuchsschwanz, den Gemeinen Windhalm, Weidelgras-Arten sowie die Taube Trespe. Darüber hinaus erfasst NIANTIC zuverlässig wichtige zweikeimblättrige Schaderreger wie Kamille-Arten und die Vogel-Sternmiere. Die Anwendung erfolgt flexibel im Nachauflauf im Frühjahr, sobald das Wachstum der Schadpflanzen einsetzt.

Wirkstoffe

Iodosulfuron
6 g/kg · Wirkstoff
Mefenpyr
90 g/kg · Safener
Mesosulfuron
30 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die biologische Aktivität von NIANTIC basiert auf den beiden aktiven Wirkstoffen Mesosulfuron und Iodosulfuron, die beide zur HRAC-Gruppe B (ALS-Inhibitoren) gehören. Nach der Aufnahme über das Blatt und teilweise über die Wurzel werden die Wirkstoffe systemisch in der Pflanze transportiert und akkumulieren in den meristematischen Geweben. Dort blockieren sie das Enzym Acetolactat-Synthase (ALS), was die Biosynthese der essenziellen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin unterbindet. Dies führt zu einem sofortigen Wachstumsstopp der Schaderreger, gefolgt von Chlorosen und dem Absterben des Gewebes. Der integrierte Safener Mefenpyr-diethyl schützt die Kultur (Winterweichweizen) selektiv vor phytotoxischen Schäden. Er beschleunigt den Abbau der Herbizidwirkstoffe in den Kulturpflanzen, während der metabolische Abbau in den Zielunkräutern und -ungräsern ausbleibt, sodass die volle herbizide Wirkung auf die Schaderreger erhalten bleibt.

Resistenzmanagement

Da beide herbiziden Wirkstoffe in NIANTIC der HRAC-Gruppe B (ALS-Inhibitoren) angehören, besteht ein inhärentes Risiko für die Selektion resistenter Biotypen, insbesondere beim Acker-Fuchsschwanz und bei Weidelgras-Arten. Zur Vermeidung von Resistenzen sollte NIANTIC stets in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept eingebunden werden. Dies umfasst den Fruchtfolgewechsel, pflanzenbauliche Maßnahmen (wie eine angepasste Bodenbearbeitung) sowie den gezielten Wirkstoffwechsel mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen (z. B. HRAC-Gruppen A, K3 oder O) in der Spritzfolge.

Mischbarkeit & Tankmischung

NIANTIC ist im Allgemeinen gut mit gängigen Fungiziden, Insektiziden und flüssigen Stickstoffdüngern (AHL) mischbar. Zur Optimierung der Benetzung und Wirkstoffaufnahme, insbesondere bei ungünstigen Witterungsbedingungen oder fortgeschrittenem Unkrautwachstum, wird die Zugabe eines vom Hersteller empfohlenen Additivs (Netzmittels) dringend angeraten. Vor der Tankmischung mit Mikronährstoffen oder komplexen Mischungspartnern sollte stets eine physikalische Verträglichkeitsprobe durchgeführt werden. Mischungen mit Wuchsstoff-Herbiziden sollten zur Vermeidung von Antagonismen zeitlich versetzt erfolgen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit NIANTIC sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Maßnahmen (wie Schutzhandschuhe und Schutzanzug beim Ansetzen und Ausbringen) strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässerorganismen und terrestrischen Nichtzielpflanzen sind die in der Zulassung festgelegten Abstandsauflagen (Abdriftminderungsklassen und Pufferzonen) zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen genauestens zu beachten. Das Pflanzenschutzmittel ist als nichtbienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch im Sinne des integrierten Pflanzenschutzes nicht in blühende Bestände oder an Orten mit aktivem Bienenflug während der Hauptflugzeit ausgebracht werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterweichweizenTaube Trespe13–300.5 KILOGRAM_PER_HECTARE
WinterweichweizenAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–300.5 KILOGRAM_PER_HECTARE
WinterweichweizenAcker-Fuchsschwanz, Kamille-Arten, Vogel-Sternmiere13–320.3 KILOGRAM_PER_HECTARE
WinterweichweizenTaube Trespe11–250.4 KILOGRAM_PER_HECTARE
WinterweichweizenGemeiner Windhalm13–320.15 KILOGRAM_PER_HECTARE
WinterweichweizenAcker-Fuchsschwanz, Kamille-Arten, Vogel-Sternmiere11–250.4 KILOGRAM_PER_HECTARE
WinterweichweizenAcker-Fuchsschwanz, Kamille-Arten, Vogel-Sternmiere11–250.3 KILOGRAM_PER_HECTARE
WinterweichweizenGemeiner Windhalm11–250.15 KILOGRAM_PER_HECTARE
WinterweichweizenAcker-Fuchsschwanz, Flug-Hafer, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–300.4 KILOGRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für NIANTIC im Frühjahr?

Der beste Bekämpfungserfolg wird erzielt, wenn die Behandlung im Frühjahr bei einsetzendem Wachstum der Unkräuter und Ungräser erfolgt (BBCH-Stadium 11 bis 32 der Kultur). Die Schaderreger sollten sich im aktiven Wachstum befinden und idealerweise das 2- bis 4-Blatt-Stadium noch nicht überschritten haben, da jüngere Pflanzen die Wirkstoffe schneller aufnehmen.

Warum ist die Zugabe eines Additivs (Netzmittels) bei NIANTIC so wichtig?

Da die Wirkstoffe von NIANTIC primär über das Blatt aufgenommen werden, verbessert ein geeignetes Additiv die Benetzung der oft wachshaltigen Blattoberflächen von Ungräsern (wie dem Acker-Fuchsschwanz). Dies sichert eine schnelle und gleichmäßige Wirkstoffaufnahme auch bei kühleren Frühjahrstemperaturen.

Wie verhält sich NIANTIC bei Nachtfrösten nach der Behandlung?

Die Anwendung sollte nicht bei Frost oder unmittelbar vor angekündigten Nachtfrösten erfolgen. Obwohl der enthaltene Safener Mefenpyr die Kultur schützt, kann extremer Kältestress den Abbau des Herbizids im Weizen verlangsamen, was vorübergehende Aufhellungen zur Folge haben kann. Optimal sind wüchsige Tage mit Temperaturen über 8 °C.

Kann NIANTIC auch in anderen Getreidearten außer Winterweichweizen eingesetzt werden?

Nein, NIANTIC besitzt in Deutschland eine spezifische Zulassung ausschließlich für Winterweichweizen (TRZAW). Ein Einsatz in anderen Getreidearten wie Wintergerste, Roggen oder Hafer kann zu schweren phytotoxischen Schäden an der Kultur führen, da diese Kulturen die Wirkstoffe nicht vertragen.

Was muss beim Nachbau von Folgekulturen nach dem Einsatz von NIANTIC beachtet werden?

Nach dem regulären Einsatz von NIANTIC im Frühjahr können im Rahmen der normalen Fruchtfolge im Herbst in der Regel Wintergetreide oder Raps nachgebaut werden. Vor dem Umbruch oder bei vorzeitigem Kulturenabgang ist eine tiefe Bodenbearbeitung (Pflügen) ratsam, um eventuelle Wirkstoffrückstände im Boden zu verdünnen.

Wie lässt sich das Risiko einer Resistenzbildung bei Acker-Fuchsschwanz minimieren?

Um einer Selektion von ALS-resistenten Biotypen entgegenzuwirken, sollte NIANTIC nicht jährlich auf derselben Fläche eingesetzt werden. Kombinieren Sie das Pflanzenschutzmittel mit pflanzenbaulichen Maßnahmen wie einer späten Aussaat des Winterweizens und wechseln Sie in der Fruchtfolge auf Wirkstoffe mit anderen HRAC-Klassen.