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OTHER · Janssen Pharmaceutica N.V.

PENBOTEC 400SC

BVL Zul.-Nr. 008923-00

PENBOTEC 400SC ist ein hochspezialisiertes Pflanzenschutzmittel zur Nacherntebehandlung (Post-Harvest) von Kernobst. Mit dem bewährten Wirkstoff Pyrimethanil (400 g/l), formuliert als flüssiges Suspensionskonzentrat (SC), bietet dieses Fungizid einen hocheffektiven Schutz gegen die wirtschaftlich bedeutendsten Lagerfäulen. Es wurde speziell für den Einsatz in modernen Packbetrieben und Erzeugerorganisationen entwickelt, um die Qualität der Ernteprodukte während der anschließenden Kühl- und CA-Lagerung sowie auf langen Transportwegen zu sichern.

Die Anwendung erfolgt unmittelbar nach der Ernte im Drencher- oder Tauchverfahren. Durch diese gezielte Applikation direkt an den potenziellen Eintrittspforten – wie mechanischen Ernteverletzungen oder Stielrissen – verhindert PENBOTEC 400SC zuverlässig die Etablierung von Schaderregern, bevor diese die Frucht zerstören können. Dies macht das Produkt zu einem unverzichtbaren Baustein im modernen Qualitätsmanagement des Obstbaus.

Das Wirkungsspektrum umfasst die wichtigsten pilzlichen Erreger von Lagerkrankheiten. Insbesondere gegen den gefürchteten Grünschimmel (Penicillium expansum) sowie gegen Grauschimmel (Botrytis cinerea) zeigt das Präparat eine herausragende und lang anhaltende Wirkung, wodurch Lagerverluste signifikant minimiert werden.

Wirkstoffe

Pyrimethanil
400 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in PENBOTEC 400SC enthaltene Wirkstoff Pyrimethanil gehört zur chemischen Klasse der Anilinopyrimidine und ist in die FRAC-Gruppe 9 eingestuft. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der Hemmung der Methionin-Biosynthese des Pilzes. Da Methionin eine essenzielle Aminosäure ist, führt diese Blockade zu einer Störung des Proteinstoffwechsels und verhindert die Sekretion von Enzymen, die der Pilz für das Eindringen in das Pflanzengewebe benötigt (wie Pektinasen und Cellulasen). Pyrimethanil besitzt exzellente präventive und translaminare Eigenschaften. Es hemmt effektiv das Keimschlauchwachstum sowie die Myzelentwicklung des Schaderregers direkt an der Infektionsstelle. Durch diese gezielte Unterbindung der enzymatischen Gewebezersetzung wird die Ausbreitung von Wundinfektionen im Lager wirksam gestoppt, noch bevor sichtbare Symptome auf der Fruchtschale auftreten.

Resistenzmanagement

Zur Vermeidung von Resistenzselektionen gegenüber Wirkstoffen aus der FRAC-Gruppe 9 (Anilinopyrimidine) ist ein striktes Antiresistenzmanagement einzuhalten. PENBOTEC 400SC darf pro Partie maximal einmal angewendet werden. Zudem muss die Behandlungsstrategie mit den im Freiland durchgeführten Pflanzenschutzmaßnahmen abgestimmt sein: Wurden vor der Ernte bereits anilinopyrimidinhaltige Fungizide zur Schorf- oder Kelchfäulebekämpfung eingesetzt, sollte im Lager ein Wirkstoffwechsel zu einer anderen chemischen Klasse erfolgen, um die langfristige Wirksamkeit dieser wichtigen Wirkstoffgruppe zu sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Da PENBOTEC 400SC in geschlossenen Drencher- und Tauchanlagen eingesetzt wird, ist die physikalische und chemische Stabilität der Gebrauchbrühe von entscheidender Bedeutung. Bei eventuellen Kombinationen mit Fruchtwachsen oder anderen zugelassenen Nacherntehilfsmitteln ist vorab stets ein Mischbarkeitstest (Kübeltest) durchzuführen. Es ist auf eine konstante Wasserqualität und einen neutralen bis leicht sauren pH-Wert der Brühe zu achten, um Ausfällungen oder eine beschleunigte Degradation des Wirkstoffs im Kreislaufsystem zu verhindern.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Aufgrund der Anwendung in geschlossenen Systemen der Nacherntebehandlung ist das Risiko eines direkten Eintrags in die Umwelt oder einer Gefährdung von Nichtzielorganismen wie Bienen oder Vögeln im Vergleich zu Freilandanwendungen minimal. Dennoch erfordert der Umgang mit dem Konzentrat beim Ansetzen der Brühe und der Reinigung der Anlagen konsequenten Anwenderschutz, einschließlich der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (Schutzanzug, Nitrilhandschuhe und Atemschutz). Die Entsorgung von Restbrühen und Reinigungswasser muss streng nach den abfallrechtlichen Vorgaben erfolgen, um jeden Eintrag in die Kanalisation oder Oberflächengewässer zu verhindern.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Allgemein0 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von PENBOTEC 400SC nach der Ernte?

Die Behandlung sollte so schnell wie möglich nach der Ernte erfolgen, idealerweise innerhalb von 24 bis maximal 48 Stunden. Da Verletzungen, die während des Pflückens und Transports entstehen, die primären Eintrittspforten für Schaderreger wie Penicillium darstellen, muss der Wirkstoff appliziert werden, bevor die Pilzsporen auskeimen und tief in das Fruchtfleisch eindringen können.

Wie wird PENBOTEC 400SC in der Praxis auf die Früchte appliziert?

Die Anwendung erfolgt über spezielle Großkisten-Drenchanlagen (Großduschen) oder durch das vollständige Eintauchen der Großkisten in ein Tauchbecken. Wichtig ist dabei eine vollständige und gleichmäßige Benetzung aller Früchte – auch im Inneren der Kiste –, um einen lückenlosen Schutzfilm aufzubauen.

Welche Anforderungen werden an das Wasser in der Drenchanlage gestellt?

Das verwendete Wasser muss sauber und frei von übermäßigen organischen Verschmutzungen wie Erde oder Laub sein, da diese den Wirkstoff binden und die Wirksamkeit herabsetzen können. Zudem sollte die Brühe regelmäßig filtriert und die Konzentration des Wirkstoffs gemäß den Vorgaben überwacht werden, um eine konstante Schutzwirkung zu garantieren.

Darf PENBOTEC 400SC auch im Freiland zur Bekämpfung von Fruchtfäulen gespritzt werden?

Nein, PENBOTEC 400SC besitzt ausschließlich eine Zulassung für die Nacherntebehandlung (Post-Harvest) in geschlossenen Räumen. Eine Anwendung im Freiland während der Vegetationsperiode ist nicht zulässig und entspricht nicht der registrierten Anwendung des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL).

Wie beeinflusst die Lagertemperatur die Stabilität des Wirkstoffs auf der Frucht?

Der Wirkstoff Pyrimethanil ist bei den typischen niedrigen Lagertemperaturen im Kühllager (1 bis 4 °C) sowie unter CA-Bedingungen chemisch äußerst stabil. Er baut sich nur sehr langsam ab, was den langanhaltenden Schutz über mehrere Monate Lagerzeit hinweg erklärt.

Wie verhält sich PENBOTEC 400SC im Hinblick auf Rückstände auf dem verzehrfertigen Obst?

Da es sich um eine Nacherntebehandlung handelt, verbleiben wirksame Rückstände auf der Schale der Früchte, um den Schutz bis zum Point of Sale aufrechtzuerhalten. Die Einhaltung der gesetzlich festgelegten Rückstandshöchstmengen (MRL) wird durch die exakte Einhaltung der registrierten Aufwandmengen und Anwendungskonzentrationen sichergestellt.