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OTHER · Detia Freyberg GmbH

PHOSTOXIN BAG BLANKET

BVL Zul.-Nr. 043240-00

Phostoxin Bag Blanket ist ein hochspezialisiertes Pflanzenschutzmittel zur Vorratsschutz-Begasung, hergestellt von der Detia Freyberg GmbH. Es basiert auf dem bewährten Wirkstoff Aluminiumphosphid und ist als gebrauchsfertiges Begasungspräparat in Form von gasdurchlässigen Stoffbeuteln (Blankets) formuliert. Diese innovative Darreichungsform ermöglicht eine kontrollierte Freisetzung des aktiven Gases bei Kontakt mit der natürlichen Luft- und Gutfeuchtigkeit, wodurch das Risiko für den Anwender im Vergleich zu herkömmlichen Tabletten minimiert wird.

Das Haupteinsatzgebiet liegt im Schutz von gelagerten landwirtschaftlichen Gütern wie Getreide, Ölsaaten oder Tabak gegen ein breites Spektrum von Vorratsschädlingen. Die Anwendung erfasst zuverlässig alle Entwicklungsstadien der Schaderreger – vom Ei über Larve und Puppe bis hin zum adulten Insekt. Durch die flexible Handhabung eignet sich das Produkt hervorragend für die Begasung von Schüttgütern, Sackwaren oder ganzen Silozellen unter gasdichten Abdeckungen.

Wirkstoffe

Aluminiumphosphid
570 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkungsmechanismus von Phostoxin Bag Blanket beruht auf der chemischen Reaktion von Aluminiumphosphid mit der Umgebungsfeuchtigkeit, wodurch das hochwirksame Gas Phosphorwasserstoff (Monophosphan) freigesetzt wird. Dieses Gas besitzt ein hervorragendes Durchdringungsvermögen und verbreitet sich gleichmäßig im gesamten Lagergut sowie in schwer zugänglichen Ritzen und Verpackungen. Auf biochemischer Ebene blockiert das freigesetzte Gas die Atmungskette der Schaderreger. Es hemmt irreversibel das Enzym Cytochrom-c-Oxidase in den Mitochondrien, was zu einem sofortigen Zusammenbruch des zellulären Energiestoffwechsels führt. Da dieser Prozess alle atmenden Stadien der Zielorganismen betrifft, führt die Behandlung bei ausreichender Konzentration und Einwirkzeit zum sicheren Absterben der Schädlinge.

Resistenzmanagement

Obwohl Resistenzen gegen Phosphorwasserstoff im Vorratsschutz weltweit ein bekanntes Thema sind, lässt sich das Risiko durch ein konsequentes Applikationsmanagement minimieren. Entscheidend für die Verhinderung von Selektion ist die strikte Einhaltung der Gasdichtheit des Begasungsobjekts sowie eine ausreichend lange Expositionszeit. Nur wenn die letale Gaskonzentration über den gesamten vorgeschriebenen Zeitraum lückenlos gehalten wird, werden auch tolerantere Entwicklungsstadien wie Eier oder Puppen sicher erfasst. Ein vorzeitiges Belüften oder undichte Abdeckungen begünstigen das Überleben einzelner Individuen und damit die Entstehung resistenter Populationen.

Mischbarkeit & Tankmischung

Aufgrund der physikalischen Beschaffenheit und der Anwendungsmethode als Begasungsmittel ist eine physikalische Tankmischung mit flüssigen Pflanzenschutzmitteln ausgeschlossen und technisch nicht vorgesehen. Das Produkt darf unter keinen Umständen direkt mit Wasser oder flüssigen Formulierungen in Kontakt gebracht werden, da dies zu einer schlagartigen, explosionsartigen Gasfreisetzung führt. Eventuelle Begleitmaßnahmen, wie eine vorherige Oberflächenbehandlung leerer Lagerräume mit flüssigen Insektiziden, müssen zeitlich und räumlich strikt getrennt durchgeführt werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Da es sich bei Phosphorwasserstoff um ein hochentzündliches und für Menschen sowie alle Warmblüter extrem giftiges Gas handelt, unterliegt die Anwendung strengsten gesetzlichen Sicherheitsauflagen und erfordert spezielle Sachkundenachweise. Anwender müssen zwingend die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung, inklusive Vollmaske mit entsprechendem Gasfilter oder umluftunabhängigem Atemschutz, tragen. Nach der Begasung und ausreichenden Belüftung müssen die verbleibenden inerten Pulverrückstände (Aluminiumhydroxid) fachgerecht entsorgt werden. Ein direkter Eintrag in die Umwelt oder Gewässer ist strikt zu vermeiden, um aquatische Organismen und Nichtzielbepflanzungen zu schützen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Allgemein0 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie beeinflusst die Temperatur den Erfolg der Begasung mit Phostoxin Bag Blanket?

Die Temperatur hat einen direkten Einfluss auf die Reaktionsgeschwindigkeit des Aluminiumphosphids und die Aktivität der Schaderreger. Bei niedrigen Temperaturen verläuft die Gasentwicklung deutlich langsamer, und der Stoffwechsel der Schädlinge ist herabgesetzt, was die Wirksamkeit mindert. Daher sind bei kühleren Bedingungen längere Expositionszeiten erforderlich, während bei warmen Temperaturen die Mindestbegasungszeit verkürzt werden kann.

Warum ist die Gasdichtheit des Lagers bei dieser Anwendung so kritisch?

Eine unzureichende Abdichtung führt dazu, dass das freigesetzte Gas entweicht, bevor die letale Konzentration in allen Bereichen des Lagerguts erreicht wird. Dies gefährdet nicht nur den Bekämpfungserfolg, sondern fördert auch die Resistenzbildung bei überlebenden Schaderregern und stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko für die Umgebung dar.

Wie müssen die Rückstände der Blankets nach der Begasung entsorgt werden?

Nach Abschluss der Belüftungsphase müssen die verbleibenden Stoffbeutel (Blankets) vollständig eingesammelt werden. Sie enthalten ungiftiges Aluminiumhydroxid sowie geringe Mengen nicht reagierten Aluminiumphosphids. Diese Rückstände müssen gemäß den gesetzlichen Vorgaben und den Herstelleranweisungen einer sicheren Entsorgung (z. B. durch Nassdeaktivierung oder über autorisierte Entsorgungsfachbetriebe) zugeführt werden.

Kann Phostoxin Bag Blanket auch bei sehr trockenem Getreide angewendet werden?

Eine gewisse Mindestfeuchtigkeit im Gut oder der Luft ist notwendig, um die chemische Reaktion zur Gasfreisetzung zu initiieren. Bei extrem trockenem Getreide verzögert sich die Ausgasung erheblich. In solchen Fällen muss die Einwirkzeit entsprechend verlängert werden, um eine vollständige Ausgasung und Wirksamkeit zu garantieren.

Welche rechtlichen Voraussetzungen gelten für den Erwerb und die Anwendung in Deutschland?

Aufgrund der Einstufung als hochgiftiges Begasungsmittel darf Phostoxin Bag Blanket in Deutschland nur von Personen erworben und angewendet werden, die über einen speziellen Sachkundenachweis (Begasungsschein nach TRGS 512) verfügen und eine behördliche Erlaubnis besitzen. Jede Anwendung muss im Vorfeld den zuständigen Behörden gemeldet werden.