PHOSTOXIN PELLET
PHOSTOXIN PELLET ist ein hochwirksames, feuchtigkeitsaktiviertes Pflanzenschutzmittel zur Begasung, das auf dem Wirkstoff Aluminiumphosphid basiert. Es wird im professionellen Vorratsschutz sowie zur gezielten Bekämpfung von Nagetieren eingesetzt. Die gebrauchsfertige Pellet-Formulierung ermöglicht eine präzise Dosierung und Handhabung in landwirtschaftlichen Lagern, Silos oder bei der gezielten Unterbodenanwendung.
Nach dem Ausbringen reagieren die Pellets mit der Umgebungsfeuchtigkeit der Luft oder des Bodens und setzen dabei gasförmigen Phosphorwasserstoff (Monophosphan) frei. Dieses Gas besitzt ein hervorragendes Durchdringungsvermögen, wodurch auch tief sitzende Schaderreger in Schüttgütern oder weit verzweigten Gangsystemen von Nagetieren zuverlässig erreicht werden.
Das Anwendungsspektrum umfasst vor allem die Bekämpfung von vorratsschädlichen Insekten (wie Kornkäfern, Motten und deren Larvenstadien) in gelagerten landwirtschaftlichen Gütern sowie die Dezimierung von Schermäusen und Feldmäusen im Freiland unter strengen gesetzlichen Auflagen.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Aluminiumphosphid setzt bei Kontakt mit Wasser oder Feuchtigkeit das hochtoxische Gas Phosphorwasserstoff (PH3) frei. Dieses Gas dringt über die Atmungsorgane (Tracheen bei Insekten, Atemwege bei Säugetieren) in den Organismus der Schaderreger ein. Auf biochemischer Ebene wirkt Phosphorwasserstoff als starkes Atemgift. Es blockiert die Cytochrom-c-Oxidase in der mitochondrialen Atmungskette, wodurch die zelluläre Energiegewinnung (ATP-Synthese) unterbrochen wird. Dies führt zu einer schnellen Schädigung des Nervensystems und zum Absterben der Zielorganismen. Gemäß IRAC-Klassifizierung wird der Wirkstoff der Gruppe 24A (Inhibitoren des mitochondrialen Elektronentransports) zugeordnet.
Resistenzmanagement
Um einer Resistenzentwicklung bei Vorratsschädlingen vorzubeugen, ist die Einhaltung einer ausreichenden Einwirkzeit und einer absolut gasdichten Abdichtung des Behandlungsraums zwingend erforderlich. Subletale Gaskonzentrationen, die durch vorzeitiges Entweichen des Gases entstehen, müssen unbedingt vermieden werden. Im Vorratsschutz sollte die Begasung im Wechsel mit physikalischen Verfahren (z. B. thermische Verfahren oder der Einsatz von Kohlendioxid) oder Kontaktinsektiziden aus anderen Wirkstoffklassen durchgeführt werden.
Mischbarkeit & Tankmischung
Da PHOSTOXIN PELLET als fester Begasungskörper formuliert ist und ausschließlich über die Gasphase wirkt, ist eine Tankmischung mit flüssigen Pflanzenschutzmitteln oder Wasser absolut ausgeschlossen. Das Produkt darf unter keinen Umständen mit Wasser in Kontakt gebracht werden, da dies zu einer schlagartigen, hochentzündlichen Gasfreisetzung führt. Die Anwendung erfolgt stets separat und trocken.
Sicherheit & Ökotoxikologie
PHOSTOXIN PELLET ist als hochgiftig eingestuft. Die Anwendung darf nur durch sachkundige Personen mit speziellem Begasungsschein erfolgen. Beim Umgang ist eine vollständige persönliche Schutzausrüstung inklusive Atemschutz (Vollmaske mit entsprechendem Gasfilter) erforderlich. Im Freiland ist penibel darauf zu achten, dass keine Nichtzielorganismen (wie Vögel, Haustiere oder geschützte Wildtiere) mit den Pellets in Kontakt kommen. Ein Sicherheitsabstand zu bewohnten Gebäuden ist zwingend einzuhalten, um den Übertritt von Gas in Wohnräume zu verhindern.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| — | Allgemein | — | 0 GRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Welchen Einfluss hat die Bodentemperatur auf die Anwendung von PHOSTOXIN PELLET im Freiland?
Die Freisetzung des Wirkgases ist stark temperaturabhängig. Bei niedrigen Bodentemperaturen (unter 5 °C) verläuft die chemische Reaktion extrem verlangsamt, was die Wirksamkeit beeinträchtigen kann. Für eine optimale Gasentwicklung sollte der Boden ausreichend warm und eine gewisse Grundfeuchtigkeit vorhanden sein, ohne jedoch nass oder verschlämmt zu sein.
Wie muss der Begasungsbereich bei der Vorratsbehandlung vorbereitet werden?
Der Behandlungsraum (z. B. Silo, Lagerhalle oder Stapel unter Planen) muss vor der Anwendung absolut gasdicht versiegelt werden. Jede Undichtigkeit führt zum Entweichen des Gases, wodurch die letale Konzentration für Schaderreger nicht erreicht wird und das Risiko von Resistenzen sowie Gefahren für die Umgebung steigen.
Darf PHOSTOXIN PELLET von landwirtschaftlichen Betrieben ohne Sondergenehmigung erworben werden?
Nein. Aufgrund der Einstufung als hochgiftiges Begasungsmittel ist der Erwerb und die Anwendung in Deutschland streng reglementiert. Anwender müssen über einen speziellen Sachkundenachweis (Begasungsschein nach GefStoffV) verfügen und die geplante Begasung rechtzeitig bei den zuständigen Behörden anzeigen.
Wie wird das behandelte Erntegut nach der Begasung wieder freigegeben?
Nach Ablauf der vorgeschriebenen Einwirkzeit muss das Lagergut intensiv belüftet werden. Eine Freigabe des Ernteguts oder das Betreten des Lagers darf erst erfolgen, wenn durch offizielle Messungen mit geeigneten Gasspürgeräten nachgewiesen wurde, dass die Konzentration von Phosphorwasserstoff unter den gesetzlichen Grenzwerten liegt.
Was ist zu tun, wenn die Pellets im Freiland versehentlich nass werden?
Bei direktem Kontakt mit flüssigem Wasser reagiert das Produkt extrem schnell und heftig unter Hitzeentwicklung und Freisetzung großer Mengen hochentzündlichen Gases (Selbstentzündungsgefahr). Nass gewordene Pellets dürfen niemals luftdicht verschlossen werden, sondern müssen unter extremen Sicherheitsvorkehrungen im Freien kontrolliert ausgasen.