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OTHER · Detia Freyberg GmbH

PHOSTOXIN TABLET

BVL Zul.-Nr. 050783-00

PHOSTOXIN TABLET von Detia Freyberg GmbH ist ein hochwirksames, spezialisiertes Pflanzenschutzmittel auf Basis von Aluminiumphosphid (560 g/kg). Es wird im professionellen Vorratsschutz sowie zur gezielten Bekämpfung von Schaderregern wie Nagetieren (z. B. Wühlmäusen) im Freiland eingesetzt. Die Formulierung als gebrauchsfertige Tablette ermöglicht eine präzise und anwenderfreundliche Dosierung direkt am Einsatzort.

Nach dem Ausbringen reagiert der Wirkstoff Aluminiumphosphid mit der natürlichen Feuchtigkeit der Umgebungsluft oder des Bodens. Bei dieser chemischen Reaktion wird gasförmiger Phosphorwasserstoff (Monophosphan) freigesetzt. Dieses hochtoxische Gas dringt tief in die Hohlräume von Getreidelagern oder in das Gangsystem von Nagetieren ein und erfasst die Schaderreger auch an schwer zugänglichen Stellen zuverlässig.

Durch seine physikalische Wirkungsweise als Begasungsmittel besetzt PHOSTOXIN TABLET eine Schlüsselrolle im integrierten Pflanzenschutz. Es hinterlässt bei sachgerechter Anwendung keine schädlichen Rückstände auf den behandelten Gütern, da sich das Gas nach der Belüftung rückstandsfrei verflüchtigt, was es zu einem unverzichtbaren Werkzeug für den Qualitäts- und Ertragsschutz macht.

Wirkstoffe

Aluminiumphosphid
560 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der biochemische Wirkungsmechanismus von PHOSTOXIN TABLET basiert auf der Freisetzung von gasförmigem Phosphorwasserstoff (Monophosphan), sobald der Wirkstoff Aluminiumphosphid mit Feuchtigkeit in Kontakt kommt. Nach der Aufnahme über die Atemwege blockiert das Gas die Zellatmung der Schaderreger, indem es gezielt das Enzym Cytochrom-c-Oxidase in den Mitochondrien hemmt. Dies führt zu einem schnellen Zusammenbruch der Energieversorgung (ATP-Synthese) auf zellulärer Ebene. Da es sich um ein reines Atemgift handelt, ist die Wirkung stark von der Atemfrequenz der Zielorganismen und der Umgebungstemperatur abhängig. Aufgrund dieses fundamentalen Eingriffs in den Atmungskreislauf wirkt das freigesetzte Gas extrem schnell und erfasst bei Vorratsschädlingen alle Entwicklungsstadien von der Larve bis zum adulten Insekt.

Resistenzmanagement

Obwohl Resistenzen gegen Phosphorwasserstoff bei Vorratsschädlingen weltweit ein bekanntes Thema sind, lässt sich das Risiko im mitteleuropäischen Raum durch ein striktes Resistenzmanagement minimieren. Dazu gehören die Einhaltung der vorgeschriebenen Einwirkzeiten und Gaskonzentrationen, um eine vollständige Abtötung aller Stadien zu garantieren. Ein Wechsel der Bekämpfungsmethode, beispielsweise durch den rotierenden Einsatz von Kontaktinsektiziden oder thermischen Verfahren im Vorratsschutz, verhindert die Selektion resistenter Populationen nachhaltig.

Mischbarkeit & Tankmischung

Aufgrund der speziellen Anwendungsform als Begasungsmittel und der chemischen Reaktion mit Feuchtigkeit ist eine physikalische Tankmischung mit flüssigen Pflanzenschutzmitteln oder Additiven absolut ausgeschlossen und strengstens verboten. PHOSTOXIN TABLET muss stets als Solobehandlung ausgebracht werden. Jeglicher Kontakt mit Wasser oder flüssigen Formulierungen vor der Applikation muss vermieden werden, um eine unkontrollierte, explosionsartige Gasentwicklung zu verhindern.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Als hochgradig toxisches Begasungsmittel unterliegt PHOSTOXIN TABLET strengsten Sicherheits- und Anwendungsauflagen (Sachkundenachweis für Begasungen erforderlich). Beim Umgang ist eine lückenlose persönliche Schutzausrüstung (PSA) inklusive Atemschutzmaske mit entsprechendem Gasfilter zwingend vorgeschrieben. Zum Schutz von Nichtzielorganismen, insbesondere von Haustieren, Wildtieren und Vögeln, müssen behandelte Gänge im Boden sofort gasdicht verschlossen werden. Ein Sicherheitsabstand zu bewohnten Gebäuden ist strikt einzuhalten, um Gefahren für den Anwender und unbeteiligte Dritte auszuschließen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Allgemein0 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie beeinflusst die Bodentemperatur die Wirksamkeit von PHOSTOXIN TABLET bei der Anwendung im Freiland?

Die Freisetzung des aktiven Wirkgases ist stark temperaturabhängig. Bei Bodentemperaturen unter 5 °C läuft die chemische Reaktion extrem verlangsamt ab, was die biologische Wirksamkeit mindert. Optimal für die Behandlung sind Temperaturen über 10 °C bei gleichzeitig ausreichender Bodenfeuchtigkeit, da die Schaderreger in diesem Bereich aktiver sind und das Gas schneller freigesetzt wird.

Welche speziellen rechtlichen Vorgaben gelten für den Erwerb und die Anwendung in Deutschland?

Aufgrund der Einstufung als hochgiftiges Begasungsmittel ist die Anwendung in Deutschland streng reglementiert. Neben dem regulären Sachkundenachweis Pflanzenschutz ist für die Ausbringung von Aluminiumphosphid-Präparaten in der Regel eine spezielle Begasungserlaubnis oder ein behördlicher Befähigungsschein erforderlich. Zudem müssen Behandlungen im Freiland oft vorab bei den zuständigen Behörden angezeigt werden.

Wie wird ein unkontrolliertes Entweichen des Gases aus dem Boden verhindert?

Nach dem Einbringen der Tabletten in das Gangsystem der Nagetiere müssen die Applikationsöffnungen sofort gasdicht verschlossen werden. Hierzu eignen sich beispielsweise umgedrehte Graswasen oder feste Erde. Es ist darauf zu achten, dass die Tabletten nicht mit feuchter Erde bedeckt oder zerdrückt werden, damit sich das Gas ungehindert im gesamten Gangsystem ausbreiten kann.

Kann PHOSTOXIN TABLET auch bei langanhaltender Trockenheit eingesetzt werden?

Bei extremer Trockenheit fehlt die für die Hydrolyse notwendige Feuchtigkeit im Boden oder in der Luft. Unter solchen Bedingungen verzögert sich die Gasentwicklung erheblich oder bleibt ganz aus. Eine Anwendung ist in diesen Phasen nicht empfehlenswert, da die erforderliche Wirkstoffkonzentration zur sicheren Erfassung der Schaderreger nicht erreicht wird.

Welche Rückstände verbleiben nach der vollständigen Reaktion der Tabletten?

Nach dem vollständigen Ausgasen des Phosphorwasserstoffs bleibt lediglich ein graues, inertes Pulver zurück, das im Wesentlichen aus ungiftigem Aluminiumhydroxid besteht. Es verbleiben keine persistenten oder gefährlichen chemischen Rückstände im Boden oder im behandelten Gut, da sich das Wirkgas nach der Belüftung rückstandsfrei verflüchtigt.

Gibt es Einschränkungen bezüglich der Wiederbetretbarkeit behandelter Flächen?

Ja, behandelte Areale im Freiland dürfen während der aktiven Gasphase nicht von unbefugten Personen oder Haustieren betreten werden. Die genauen Sperrzeiten hängen von den Boden- und Witterungsverhältnissen ab, betragen jedoch in der Regel mehrere Tage. Entsprechende Warnhinweise und Absperrungen sind vor Ort gut sichtbar anzubringen.