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Sonstige · GLOBACHEM NV

POMAX

BVL Zul.-Nr. 008483-00

POMAX ist ein hochwirksames, flüssiges Fungizid, das speziell für den späten Einsatz im Kernobstbau entwickelt wurde, um Ernteverluste durch pilzliche Lagerfäulen zu minimieren. Durch die Kombination zweier bewährter Wirkstoffe bietet das Pflanzenschutzmittel einen hervorragenden Schutz gegen ein breites Spektrum an wirtschaftlich bedeutenden Schaderregern, die während der Lagerung von Äpfeln und Birnen massive Schäden verursachen können. Dazu gehören typische Erreger wie Gloeosporium-Fäule, Botrytis cinerea, Penicillium-Arten sowie Monilinia.

Die späte Anwendung vor der Ernte stellt sicher, dass die Früchte mit einem aktiven Schutzfilm in das Lager gehen. Dies ist besonders wichtig, da Infektionen oft unbemerkt kurz vor oder während der Ernte über Mikrorisse und Pflückwunden erfolgen. Mit seiner modernen Formulierung sichert POMAX die Qualität und Marktfähigkeit deiner Ernte über Monate hinweg und ist somit ein unverzichtbarer Baustein im modernen, qualitätsorientierten Obstbau.

Wirkstoffe

Fludioxonil
133 g/L · Wirkstoff
Pyrimethanil
336 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die herausragende Wirkung von POMAX basiert auf dem synergistischen Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen. Der Wirkstoff Fludioxonil gehört zur FRAC-Gruppe 12 (Phenylpyrrole). Er greift in die Signalübertragung der Pilzzellen ein, indem er die osmotische Signaltransduktion (MAP-Kinase-Weg) stört. Dies führt zu einer schnellen Hemmung des Sporenkeimwachstums und des Keimschlauchwachstums, wodurch der Schaderreger bereits vor dem Eindringen in das Fruchtgewebe gestoppt wird. Der zweite Partner, Pyrimethanil, gehört zur FRAC-Gruppe 9 (Anilinopyrimidine). Dieser Wirkstoff hemmt die Biosynthese von Methionin, einer für den Pilz lebenswichtigen Aminosäure. Dadurch wird die Sekretion von Enzymen blockiert, die der Pilz zum Auflösen der pflanzlichen Zellwand benötigt. Durch diese duale Wirkungsweise – die Kombination aus präventivem Oberflächenschutz und kurativer Tiefenwirkung – blockiert POMAX die Entwicklung der Schaderreger auf verschiedenen physiologischen Ebenen äußerst effektiv.

Resistenzmanagement

Um die langfristige Wirksamkeit von POMAX zu sichern und der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, solltest du ein konsequentes Antiresistenzmanagement betreiben. Da das Produkt bereits zwei Wirkstoffe aus unterschiedlichen FRAC-Gruppen (9 und 12) enthält, ist das inhärente Risiko minimiert. Dennoch ist es wichtig, die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison nicht zu überschreiten und im Spritzprogramm gezielt zwischen Wirkstoffen mit anderen Wirkmechanismen zu wechseln. Vermeide den aufeinanderfolgenden Einsatz von Mitteln aus denselben Wirkstoffklassen und integriere stets kulturtechnische Maßnahmen wie eine gute Hygiene im Obstgarten, um den Infektionsdruck von vornherein zu senken.

Mischbarkeit & Tankmischung

POMAX zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln und Blattdüngern aus, die im späten BBCH-Bereich des Kernobstes eingesetzt werden. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du stets auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge achten, um eine lückenlose Benetzung der Früchte und des gesamten Kronenbereichs zu gewährleisten. Es wird empfohlen, vor großflächigen Anwendungen eine Probe-Mischung in einem kleinen Gefäß durchzuführen. Vermeide Mischungen mit stark alkalischen Produkten oder speziellen Additiven, sofern deren Verträglichkeit nicht ausdrücklich bestätigt ist, um Spritzflecken auf den reifenden Früchten zu verhindern.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit POMAX steht der Schutz des Anwenders und der Umwelt an erster Stelle. Trage während der Anmischung und Ausbringung stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, robusten Handschuhen und Augenschutz. Da für dieses Pflanzenschutzmittel keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Steckbrief angegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen jegliche Abdrift auf blühende Kulturen oder Unkräuter vermeiden, auf denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind. Eine Anwendung in den späten Abendstunden schont nützliche Insekten optimal. Achte zudem streng darauf, dass keine Produktreste oder Spritzbrühe in Gewässer gelangen, um aquatische Organismen und andere Nichtzielorganismen zu schützen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
BirnePilzliche Lagerfäulen74–890.53 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT3T
ApfelPilzliche Lagerfäulen74–890.53 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT3T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung mit POMAX im Kernobst?

Der optimale Behandlungszeitraum liegt in den späten BBCH-Stadien der Fruchtreife (BBCH 74 bis 89). Um einen maximalen Schutz vor Lagerfäulen zu erzielen, solltest du die Anwendung idealerweise kurz vor der Ernte einplanen, wobei du die gesetzlich vorgeschriebene Wartezeit von 3 Tagen strikt einhalten musst.

Welche Schaderreger werden durch POMAX im Lagerbereich genau erfasst?

POMAX erfasst das gesamte Spektrum der wirtschaftlich relevanten pilzlichen Lagerfäulen. Dazu gehören insbesondere die Gloeosporium-Fäule (Pezicula spp.), die Grauschimmel-Fäule (Botrytis cinerea), die Grünfäule (Penicillium spp.) sowie die Monilia-Fruchtfäule (Monilinia spp.), die während der Lagerung zu erheblichen Ausfällen führen können.

Warum ist die Einhaltung der Wartezeit von 3 Tagen so wichtig?

Die Wartezeit von 3 Tagen stellt sicher, dass eventuelle Wirkstoffrückstände auf den Früchten bis zur Ernte unter den gesetzlich festgelegten Höchstmengen liegen. Da POMAX sehr nah am Erntetermin eingesetzt wird, gibt dir diese kurze Wartezeit maximale Flexibilität bei der Ernteplanung, ohne die Lebensmittelsicherheit zu gefährden.

Kann ich POMAX auch in feuchten Erntejahren flexibel einsetzen?

Ja, gerade in feuchten Jahren ist das Risiko für Infektionen mit Lagerfäulen extrem hoch, da Pilzsporen über Regenwasser und Wind leicht auf die reifenden Früchte übertragen werden. Die exzellente Regenbeständigkeit und die schnelle Haftung der Wirkstoffe auf der Fruchtschale machen POMAX zu einem unverzichtbaren Schutzschild bei schwierigen Witterungsbedingungen vor der Ernte.

Wie finde ich heraus, ob POMAX für meine spezifische Sorte verträglich ist?

POMAX weist generell eine hervorragende Kulturverträglichkeit bei den gängigen Apfel- und Birnensorten auf. Bei sehr empfindlichen oder neuen Clubsorten solltest du jedoch vor einer großflächigen Behandlung Rücksprache mit deiner lokalen Anbauberatung halten oder einen Probeeinsatz an einzelnen Bäumen durchführen, um optische Veränderungen an den Früchten auszuschließen.

Wie trägt die Kombination der beiden Wirkstoffe zur Vermeidung von Resistenzen bei?

Da Fludioxonil (FRAC 12) und Pyrimethanil (FRAC 9) an völlig unterschiedlichen biochemischen Prozessen im Pilz ansetzen, ist es für die Schaderreger extrem schwierig, gleichzeitig gegen beide Wirkstoffe eine Resistenz zu entwickeln. Diese eingebaute Absicherung schützt nicht nur deine aktuelle Ernte, sondern erhält auch die langfristige Wirksamkeit dieses Pflanzenschutzmittels für die kommenden Jahre.