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OTHER · ADAMA Deutschland GmbH

PORAFAM

BVL Zul.-Nr. 00B136-00

PORAFAM ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel von ADAMA Deutschland GmbH, das speziell für den Einsatz im Winterraps (BRSNW) zur gezielten Unkrautbekämpfung im Herbst entwickelt wurde. Als flüssiges Herbizidkonzentrat lässt sich das Produkt hervorragend dosieren und applizieren. Es schließt eine wichtige Lücke im Segment der frühen Nachauflaufbehandlungen und sorgt dafür, dass sich die Kultur in der kritischen Jugendentwicklung ungestört von starker Unkrautkonkurrenz etablieren kann.

Das Wirkspektrum von PORAFAM konzentriert sich auf besonders wettbewerbsintensive, zweikeimblättrige Schaderreger im Rapsanbau. Dazu gehören schwer bekämpfbare Arten wie Kamille-Arten, Klatsch-Mohn und die Kornblume. Durch die gezielte Ausschaltung dieser Leitunkräuter wird der Grundstein für einen homogenen Rapsbestand und ein optimales Ertragspotenzial gelegt.

Die Anwendung erfolgt flexibel in den frühen BBCH-Stadien der Kultur (BBCH 0 bis 18). Dies ermöglicht es Betriebsleitern, die Behandlung präzise auf die Auflaufwellen der Schaderreger abzustimmen und die Flächen sauber in den Winter zu führen.

Wirkstoffe

Aminopyralid
240 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in PORAFAM enthaltene Wirkstoff Aminopyralid gehört zur chemischen Klasse der Pyridincarbonsäuren und ist im HRAC-System in die Gruppe 4 (synthetische Auxine / Wuchsstoffe) eingeordnet. Aminopyralid imitiert das natürliche Pflanzenhormon Indol-3-essigsäure (Auxin), was bei sensitiven zweikeimblättrigen Schaderregern zu einer Überstimulation des Wachstums führt. Dies äußert sich in typischen Symptomen wie epinastischen Verkrümmungen der Stängel und Blätter, gefolgt von Wachstumsstillstand und vollständiger Nekrose. Die Aufnahme des Wirkstoffs erfolgt primär über das grüne Blattgewebe der Unkräuter, gefolgt von einer schnellen systemischen Verteilung sowohl akropetal als auch basipetal über das Phloem und Xylem. Dadurch werden auch die Wurzelvegetationspunkte der Schaderreger nachhaltig erfasst, was einen Wiederaustrieb effektiv verhindert.

Resistenzmanagement

Um einer Selektion resistenter Biotypen vorzubeugen, ist PORAFAM im Rahmen eines integrierten Resistenzmanagements (HRAC-Gruppe 4) einzusetzen. Die Anwendung sollte stets in eine durchdachte Fruchtfolge und ein wechselndes Herbizidregime integriert werden, bei dem Wirkstoffe mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen – wie beispielsweise Bodenherbizide im Vorauflauf oder ALS-Inhibitoren – kombiniert oder im jährlichen Wechsel genutzt werden. Eine wiederholte, alleinige Anwendung von synthetischen Auxinen auf derselben Fläche ist zu vermeiden.

Mischbarkeit & Tankmischung

PORAFAM zeigt sich in der Praxis als hervorragend mischbar mit gängigen Graminiziden zur Ausfallgetreidebekämpfung sowie mit im Herbst eingesetzten Fungiziden und Wachstumsreglern. Bei der Erstellung von Tankmischungen ist stets auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge (mindestens 200 bis 400 l/ha) zu achten, um eine gleichmäßige Benetzung der Schaderreger zu garantieren. Extrem niedrige Temperaturen oder langanhaltende Trockenheit zum Anwendungszeitpunkt können die Mischbarkeit und Kulturverträglichkeit negativ beeinflussen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit PORAFAM sind die vorgeschriebenen persönlichen Schutzmaßnahmen (PSA) wie Schutzanzug und feste Handschuhe strikt einzuhalten. Aufgrund der hohen biologischen Aktivität des Wirkstoffs Aminopyralid gegenüber terrestrischen Nichtzielpflanzen und aquatischen Organismen müssen die vom BVL festgesetzten Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen exakt beachtet werden. Zudem sind die spezifischen Vorgaben zur Vermeidung von Wirkstoffabdrift auf benachbarte, empfindliche Kulturen zwingend zu befolgen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterrapsKamille-Arten, Klatsch-Mohn, Kornblume0–90.033 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsKamille-Arten, Klatsch-Mohn, Kornblume10–180.033 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von PORAFAM im Winterraps?

Der optimale Behandlungszeitpunkt liegt im frühen Nachauflauf im Herbst, sobald die Schaderreger aufgelaufen sind und sich im aktiven Wachstum befinden (BBCH-Stadium 10 bis 18 des Rapses). Zu diesem Zeitpunkt ist die Wirkstoffaufnahme über das Blattgewebe der Unkräuter am effizientesten.

Welche Nachbauauflagen müssen nach dem Einsatz von PORAFAM beachtet werden?

Da der Wirkstoff Aminopyralid im Boden eine gewisse Persistenz aufweist, müssen die spezifischen Nachbaufristen strikt eingehalten werden. Nach dem regulären Umbruch von mit PORAFAM behandeltem Raps dürfen im folgenden Frühjahr in der Regel nur bestimmte Kulturen wie Getreide, Mais oder Raps nachgebaut werden. Empfindliche Kulturen wie Leguminosen erfordern eine tiefe Bodenbearbeitung und längere Wartezeiten.

Kann PORAFAM bei niedrigen Temperaturen oder Frost appliziert werden?

Nein, für eine optimale Wirkung von PORAFAM sind milde, wüchsige Temperaturen (idealerweise über 8–10 °C) erforderlich, da der Wirkstoff auf den aktiven Stoffwechsel der Schaderreger angewiesen ist. Bei Frostgefahr oder extremen nächtlichen Minusgraden sollte von einer Behandlung abgesehen werden, um Kulturunverträglichkeiten zu vermeiden.

Wie verhält sich PORAFAM bezüglich der Abdrift auf benachbarte Flächen?

Aufgrund der extrem hohen Aktivität von Aminopyralid gegenüber zweikeimblättrigen Pflanzen ist größte Vorsicht geboten, um Abdrift auf angrenzende Flächen (insbesondere Gemüse, Wein oder Obst) zu vermeiden. Die Verwendung von abdriftmindernden Düsen (z. B. 90 % Klasse) und das Einhalten der Windgeschwindigkeitsgrenzen sind dringend empfohlen.

Warum ist die Bekämpfung von Kamille und Kornblume im Herbstraps so kritisch?

Kamille-Arten und Kornblumen sind extrem konkurrenzstark und können den jungen Raps im Herbst schnell überwachsen, was zu Lichtmangel und einer unzureichenden Ausbildung der Rosette führt. Eine frühzeitige Ausschaltung dieser Schaderreger sichert die Winterhärte und das Ertragspotenzial der Kultur.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen diese Schaderreger?

Nutzen Sie die Such- und Filterfunktion auf agronomy.farmable.tech, indem Sie gezielt nach den Schaderregern „Kamille-Arten“, „Klatsch-Mohn“ oder „Kornblume“ filtern und die Kultur „Winterraps“ auswählen, um alle aktuell in Deutschland zugelassenen Alternativen und Kombinationspartner anzuzeigen.