proagro Schäl- und Fraßstopp
proagro Schäl- und Fraßstopp ist ein hochwirksames, physikalisch wirkendes Vergrämungsmittel (Repellent), das speziell für den Schutz von Forstgehölzen und Gehölzkulturen gegen Wildschäden entwickelt wurde. Formuliert als streich- und spritzfähige Paste auf Basis von natürlichem Quarzsand, bildet das Pflanzenschutzmittel nach dem Antrocknen eine langanhaltende, mechanische Schutzschicht auf den behandelten Pflanzenteilen.
In der modernen Forstwirtschaft und im Sonderkulturanbau nimmt das Produkt eine wichtige Rolle ein, da es eine umweltschonende und gleichzeitig äußerst effektive Methode darstellt, um junge Kulturen in der kritischen Etablierungsphase vor dem Totalausfall zu bewahren. Da die Formulierung ohne chemisch-synthetische Wirkstoffe auskommt, eignet sie sich hervorragend für den Einsatz in zertifizierten Forstbetrieben und ökologisch sensiblen Gebieten.
Das Wirkungsspektrum umfasst die gezielte Abwehr von Winter- und Sommerverbiss durch Schalenwild (wie Reh- und Rotwild) an den Terminalknospen sowie den Schutz vor Schälschäden an der Rinde junger Laub- und Nadelholzkulturen. Durch die raue Oberflächenstruktur des getrockneten Belags werden die behandelten Triebe für das Wild unattraktiv.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die Wirkungsweise von proagro Schäl- und Fraßstopp basiert auf einem rein physikalisch-mechanischen Prinzip. Der enthaltene Wirkstoff Quarzsand besitzt keine chemische oder toxische Wirkung auf die Tiere. Nach der Applikation trocknet die Paste auf der Pflanze ein und hinterlässt einen extrem rauen, knirschenden und mechanisch widerstandsfähigen Belag auf Knospen, Trieben oder der Rinde. Sobald das Wild versucht, an den geschützten Teilen der Kultur zu fressen oder die Rinde abzuschälen, verursachen die feinen Quarzpartikel ein äußerst unangenehmes, stumpfes Gefühl auf den Zähnen und im Maul der Tiere. Dieser sensorische Reiz führt zu einem sofortigen Abbruch des Fraßverhaltens und konditioniert die Tiere dazu, die behandelten Kulturen künftig zu meiden und auf alternative, unbehandelte Nahrungsquellen auszuweichen.
Resistenzmanagement
Da es sich bei der Schutzwirkung um eine rein mechanische Barriere handelt, ist die Entstehung von physiologischen Resistenzen oder Gewöhnungseffekten im klassischen Sinne ausgeschlossen. Ein Wirkstoffwechsel im Rahmen des Resistenzmanagements ist daher nicht erforderlich. Um jedoch eine langfristig hohe Abwehrwirkung im Revier zu sichern, empfiehlt es sich, die Anwendung von proagro Schäl- und Fraßstopp in ein ganzheitliches forstliches Konzept zu integrieren, das auch eine angepasste Wilddichte und die Förderung natürlicher Äsungsflächen umfasst.
Mischbarkeit & Tankmischung
Aufgrund der speziellen Formulierung mit einem sehr hohen Feststoffanteil an Quarzsand ist proagro Schäl- und Fraßstopp für die solitäre Ausbringung konzipiert. Eine Tankmischung mit klassischen, flüssigen Pflanzenschutzmitteln wie Herbiziden, Fungiziden oder Insektiziden ist nicht zu empfehlen, da dies die physikalischen Eigenschaften, die Haftfähigkeit und die Düsenkompatibilität massiv beeinträchtigen kann. Falls weitere Behandlungen auf derselben Fläche notwendig sind, sollten diese in separaten Arbeitsgängen durchgeführt werden, wobei der Schutzbelag des Repellents vor nachfolgenden Spritzungen vollständig angetrocknet sein muss.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Dank des natürlichen Wirkstoffs Quarzsand weist das Pflanzenschutzmittel ein hervorragendes Umweltprofil auf und schont Nützlinge sowie Boden- und Gewässerorganismen. Beim Umgang mit dem Produkt solltest du dennoch die standardmäßige persönliche Schutzausrüstung tragen, insbesondere Schutzhandschuhe und eine Schutzbrille, um mechanische Reizungen der Augen und der Haut durch die sandige Textur zu vermeiden. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse vorliegt, ist zum Schutz von Bestäubern darauf zu achten, dass das Mittel nicht direkt auf blühende Begleitvegetation gelangt; eine Anwendung in den Abendstunden oder außerhalb des Bienenflugs ist stets die sicherste Praxis.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| — | Allgemein | — | 0 GRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der beste Zeitpunkt, um proagro Schäl- und Fraßstopp gegen Winterverbiss aufzutragen?
Du solltest die Behandlung im Herbst durchführen, bevor der erste Schneefall einsetzt und das Wild seine Nahrungssuche verstärkt auf die Knospen konzentriert. Wichtig ist, dass die Triebe der Kulturen bei der Anwendung trocken und frostfrei sind, damit der Belag optimal anhaften kann.
Wie wird das Pflanzenschutzmittel am besten auf die Kulturen ausgebracht?
Das Produkt kann entweder im Streichverfahren mit einer speziellen Streichbürste oder einem geeigneten Handschuh direkt auf die Terminalknospen aufgetragen werden, oder im Spritzverfahren mit dafür geeigneten, verschleißfesten Spezialdüsen. Achte bei der Spritzarbeit darauf, den Druck moderat zu halten, um Abdrift zu vermeiden.
Was musst du beachten, wenn es kurz nach der Anwendung regnet?
Der Schutzbelag benötigt eine gewisse Zeit, um vollständig abzutrocknen und seine wasserfeste Haftung zu entwickeln. Du solltest die Anwendung daher nur bei trockener Witterung planen, sodass das Mittel mindestens 2 bis 4 Stunden (je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit) ohne Niederschlag antrocknen kann. Einmal getrocknet, ist es extrem regenstabil.
Muss ich die Behandlung im selben Jahr wiederholen?
Für den Schutz vor Winterverbiss reicht eine einmalige Behandlung im Herbst völlig aus, da der Belag über die kalte Jahreszeit stabil bleibt. Da sich der mechanische Schutzbelag jedoch nicht mit dem Wachstum der Kultur ausdehnt, musst du den neuen Zuwachs im darauffolgenden Jahr bei anhaltendem Wilddruck erneut behandeln.
Gibt es Einschränkungen bei den Baumarten, die behandelt werden dürfen?
Nein, proagro Schäl- und Fraßstopp ist hervorragend pflanzenverträglich und kann an allen gängigen Nadel- und Laubholzarten im Forst sowie an Ziergehölzen eingesetzt werden. Da die Wirkung rein physikalisch ist, besteht keine Gefahr von Verätzungen oder Wachstumsdepressionen an den Knospen.
Wie reinigst du die Ausbringungsgeräte nach der Arbeit mit dem Quarzsand-Produkt?
Da der enthaltene Quarzsand nach dem Trocknen stark haftet und abrasiv wirkt, solltest du alle verwendeten Geräte, Bürsten und Düsen sofort nach dem Ende der Arbeit gründlich mit reichlich klarem Wasser ausspülen. Vermeide es unbedingt, Produktreste im Gerät antrocknen zu lassen, da dies zu Verstopfungen und erhöhtem Verschleiß führt.