proagro Schäl- und Fraßstopp
proagro Schäl- und Fraßstopp von der FLÜGEL GmbH ist ein hochspezialisiertes Pflanzenschutzmittel zur gezielten Abwehr von Wildschäden in forstlichen Kulturen sowie im Gehölzbereich. Als physikalisch wirkendes Repellent schützt es junge Triebe, Knospen und die Rinde wertvoller Kulturen zuverlässig vor dem gefürchteten Winter- und Sommerverbiss sowie vor Schälschäden durch Schalenwild. Die Formulierung als streich- und spritzfähige Paste ermöglicht eine präzise und langanhaltende Applikation direkt an den gefährdeten Pflanzenteilen.
Der Fokus dieses Mittels liegt auf dem nachhaltigen Schutz von Forstpflanzen in Phasen erhöhten Wilddrucks. Durch den Einsatz des natürlichen Wirkstoffs Quarzsand wird eine umweltschonende Barriere geschaffen, die ohne chemisch-synthetische Wirkstoffe auskommt. Dies macht das Produkt zu einer bevorzugten Wahl für zertifizierte Forstbetriebe, Baumschulen und ökologisch sensible Landschaftsbereiche, in denen der Schutz der Biodiversität und die Vermeidung von Wildschäden Hand in Hand gehen müssen.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die Wirkungsweise von proagro Schäl- und Fraßstopp beruht auf einem rein mechanisch-physikalischen Prinzip. Der enthaltene Quarzsand bildet nach dem Antrocknen einen rauen, schmirgelnden Schutzfilm auf den behandelten Pflanzenteilen. Sobald das Wild versucht, an den Knospen zu fressen oder die Rinde abzuschälen, verursacht der Quarzsand ein äußerst unangenehmes, stumpfes Gefühl an den Zähnen und im Maul der Tiere, was diese sofort vom weiteren Fraß abhält. Da es sich um eine rein sensorisch-mechanische Abwehr handelt, greift das Mittel nicht in den Stoffwechsel der Tiere ein und besitzt keinerlei toxische Wirkung. Aus diesem Grund ist der Wirkstoff Quarzsand auch keiner klassischen HRAC-, IRAC- oder FRAC-Gruppe zugeordnet. Die langanhaltende Haftung sorgt dafür, dass der physikalische Schutz auch unter extremen Witterungseinflüssen wie Frost und Dauerregen über viele Monate hinweg voll wirksam bleibt.
Resistenzmanagement
Aufgrund des rein physikalischen Wirkungsmechanismus von Quarzsand ist die Entstehung von Resistenzen oder Gewöhnungseffekten bei den Schaderregern bzw. dem Schalenwild ausgeschlossen. Ein Wirkstoffwechsel oder eine Rotation im Rahmen des klassischen Resistenzmanagements ist daher nicht erforderlich. Um den Schutz aufrechtzuerhalten, steht vielmehr die lückenlose Benetzung der gefährdeten Pflanzenteile im Vordergrund, da neu zuwachsende Triebe mechanisch noch nicht geschützt sind und bei anhaltendem Wilddruck nachbehandelt werden müssen.
Mischbarkeit & Tankmischung
proagro Schäl- und Fraßstopp wird als gebrauchsfertige Paste oder spezialisierte Suspension formuliert und sollte grundsätzlich solo angewendet werden. Eine Mischung mit klassischen Pflanzenschutzmitteln (wie Fungiziden oder Insektiziden) wird nicht empfohlen, da dies die spezifischen Haftungseigenschaften des Quarzsandes beeinträchtigen und die Düsen von Standard-Feldspritzen verstopfen kann. Für die Ausbringung sind spezielle Streichgeräte, Bürsten oder für Pasten geeignete Rückenspritzen mit ausreichend großen Düsenöffnungen zu verwenden, um eine reibungslose Applikation zu gewährleisten.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Als natürlicher mineralischer Stoff weist Quarzsand ein hervorragendes Umweltprofil auf. Das Produkt ist für Bienen (B4-Einstufung) sowie für andere nützliche Insekten, Vögel und Bodenorganismen völlig unschädlich. Es bestehen keine kritischen Auflagen bezüglich Gewässerabständen oder Abschwemmung, da keine toxischen Substanzen in das Ökosystem eingetragen werden. Beim Anmischen und Ausbringen sollten dennoch die Standard-Schutzmaßnahmen wie Schutzhandschuhe und ein Augenschutz eingehalten werden, um rein mechanische Reizungen durch die feinen Sandpartikel zu vermeiden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| — | Allgemein | — | 0 GRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von proagro Schäl- und Fraßstopp?
Die Behandlung sollte idealerweise im Herbst vor dem Einsetzen des ersten Frosts und vor Beginn der winterlichen Hungerperiode des Wildes durchgeführt werden. Die Pflanzen müssen bei der Ausbringung trocken sein, damit der Schutzfilm optimal anhaften und vollständig abtrocknen kann.
Kann das Produkt auch im Frühjahr bei beginnendem Austrieb angewendet werden?
Ja, ein Schutz des Terminaltriebs im Frühjahr ist möglich. Es muss jedoch beachtet werden, dass der rasche Neuzuwachs nach der Behandlung nicht mehr durch den Quarzsand geschützt ist. Bei extrem hohem Wilddruck kann daher eine gezielte Nachbehandlung des frischen Austriebs erforderlich sein.
Welche Ausbringungstechnik eignet sich am besten für dieses physikalische Repellent?
Für kleinere Flächen oder gezielten Einzelschutz empfiehlt sich das manuelle Verstreichen mit einer Bürste, einem Handschuh oder speziellen Streichzangen. Bei größeren Flächen kann das Produkt mit geeigneten Rückenspritzen ausgebracht werden, sofern diese mit weiten Düsen (z. B. Flachstrahldüsen mit großer Bohrung) ausgestattet sind, um Verstopfungen durch die Quarzpartikel zu verhindern.
Wie lange hält die Schutzwirkung nach dem Antrocknen an?
Nach vollständiger Trocknung bildet das Mittel einen extrem witterungsbeständigen Film, der in der Regel über die gesamte Wintersaison (ca. 6 Monate) hält. Regen, Schnee oder Frost waschen den getrockneten Quarzsandfilm nicht ab.
Ist proagro Schäl- und Fraßstopp im zertifizierten ökologischen Land- und Forstbau zugelassen?
Da der Wirkstoff Quarzsand ein natürliches Mineral ist und rein physikalisch wirkt, ist das Produkt für den Einsatz im ökologischen Landbau sowie in zertifizierten Forstbetrieben (z. B. nach FSC- oder PEFC-Richtlinien) hervorragend geeignet. Bitte prüfen Sie dennoch stets die aktuellen Betriebsmittellisten der jeweiligen Verbände.
Müssen bei der Anwendung von proagro Schäl- und Fraßstopp Wartezeiten eingehalten werden?
Da das Produkt auf forstlichen Kulturen und Gehölzen ohne essbare Ernteprodukte angewendet wird und der Wirkstoff Quarzsand ungiftig ist, sind für dieses Pflanzenschutzmittel keine Wartezeiten bis zur Ernte festgesetzt.