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Sonstige · Corteva Agriscience Germany GmbH

PROCLOVA

BVL Zul.-Nr. 00A781-00

PROCLOVA ist ein hochwirksames Herbizid von Corteva Agriscience, das speziell für den Einsatz gegen zweikeimblättrige Unkräuter in ausgewählten Kulturen entwickelt wurde. Dank der Kombination zweier komplementärer Wirkstoffe bietet das Produkt eine zuverlässige und breite Wirkung gegen ein breites Spektrum an breitblättrigen Unkrautarten. Die Formulierung als wasserdispergierbares Granulat sorgt für eine einfache Handhabung, hervorragende Löslichkeit und eine präzise Dosierung im Feld.

Dieses Pflanzenschutzmittel zeichnet sich durch seine schnelle Wirkstoffaufnahme über das Blattwerk aus, wodurch das Unkrautwachstum kurz nach der Anwendung gestoppt wird. Es eignet sich hervorragend für den Einsatz im Frühjahr, um die Konkurrenz durch unerwünschte Beikräuter frühzeitig auszuschalten und die Ertragsfähigkeit deiner Kulturen zu sichern.

Wirkstoffe

Amidosulfuron
360 g/kg · Wirkstoff
Florpyrauxifen-benzyl
75.49 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die hervorragende Wirkung von PROCLOVA basiert auf dem Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen. Der Wirkstoff Amidosulfuron gehört zur Gruppe der Sulfonylharnstoffe (HRAC-Gruppe 2). Er blockiert das Enzym Acetolactat-Synthase (ALS), welches für die Biosynthese essenzieller Aminosäuren in der Pflanze unerlässlich ist. Dies führt zu einem sofortigen Wachstumsstopp der empfindlichen Schaderreger. Ergänzt wird dies durch Florpyrauxifen-benzyl, einen Wirkstoff aus der Klasse der Arylpicolinate (HRAC-Gruppe 4). Dieser fungiert als synthetisches Auxin und imitiert das pflanzliche Wachstumshormon Indol-3-essigsäure. Es bindet an spezifische Auxin-Rezeptoren, was zu einer unkontrollierten Zellstreckung, dem typischen Verkrümmen der Triebe (Epinastie) und letztlich zum Absterben des Unkrauts führt. Diese duale Wirkungsweise sorgt für eine schnelle und nachhaltige Bekämpfung.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen wirksam vorzubeugen, solltest du PROCLOVA stets in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept einbinden. Da das Produkt Wirkstoffe aus den HRAC-Gruppen 2 und 4 kombiniert, ist bereits ein eingebautes Resistenzmanagement gegeben. Dennoch empfiehlt es sich, in der Fruchtfolge Herbizide mit anderen Wirkmechanismen abzuwechseln und mechanische Regulierungsmaßnahmen zu integrieren. Vermeide wiederholte Anwendungen von ALS-Hemmern auf derselben Fläche ohne Wirkstoffwechsel, um die Selektion resistenter Biotypen zu verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

PROCLOVA zeigt sich in der Praxis als gut mischbar mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln und flüssigen Düngemitteln. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und vermeide extrem kaltes Spritzwasser, um eine optimale physikalische Stabilität der Spritzbrühe zu gewährleisten. Die Zugabe von geeigneten Netzmitteln kann die Benetzung und Wirkstoffaufnahme insbesondere bei ungünstigen Witterungsbedingungen oder stark behaarten Unkrautblättern optimieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit PROCLOVA steht der Schutz des Anwenders und der Umwelt an erster Stelle. Trage während der Handhabung und Ausbringung stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz. Da keine spezifische Bieneneinstufung in den Zulassungsdaten vorliegt, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, vermeiden und die Behandlung vorzugsweise in den späten Abendstunden durchführen. Achte zudem darauf, Abdrift auf angrenzende Gewässer und Nichtzielflächen strikt zu vermeiden, um aquatische Organismen und die umliegende Flora zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Wiesen, WeidenZweikeimblättrige Unkräuter21–390.085 KILOGRAM_PER_HECTARE7T
Wiesen, WeidenZweikeimblättrige Unkräuter125 GRAM_PER_HECTARE7T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für deine Behandlung mit PROCLOVA?

Der beste Behandlungszeitpunkt liegt im Frühjahr, wenn sich die zweikeimblättrigen Unkräuter im aktiven Wachstum befinden und die Temperaturen stabil sind. Achte darauf, dass die Zielunkräuter ausreichend Blattfläche für die Wirkstoffaufnahme gebildet haben, idealerweise im frühen Rosetten- bis Laubblattstadium.

Wie wirkt sich die Witterung auf die Effizienz von PROCLOVA aus?

Warme und wüchsige Witterungsbedingungen beschleunigen die Aufnahme und den Transport der Wirkstoffe in der Pflanze, was zu einem schnelleren Absterben der Unkräuter führt. Bei extremer Trockenheit, Frost oder sehr niedrigen Temperaturen solltest du die Behandlung verschieben, da die Schaderreger dann ihren Stoffwechsel verlangsamen und die Wirkung unzureichend sein kann.

Kannst du PROCLOVA auch bei spätem Unkrautdurchwuchs anwenden?

Ja, das Pflanzenschutzmittel ist flexibel bis zum BBCH-Stadium 39 zugelassen. Allerdings erzielst du die beste Wirkung, wenn du die Unkräuter in einem frühen Entwicklungsstadium behandelst. Ältere, bereits verholzte Unkräuter reagieren oft deutlich träger auf die hormonelle Wirkung von Florpyrauxifen-benzyl.

Was musst du bezüglich der Wartezeit vor der Ernte oder Nutzung beachten?

Die gesetzlich vorgeschriebene Wartezeit für PROCLOVA beträgt 7 Tage. Diese Frist musst du zwingend einhalten, bevor die behandelte Kultur geerntet, beweidet oder als Futtermittel genutzt werden darf, um Rückstände im Erntegut sicher auszuschließen.

Wie verhältst du dich, wenn kurz nach der Anwendung Regen droht?

PROCLOVA benötigt eine gewisse Zeit, um vollständig in das Blattgewebe einzudringen. Als Faustregel gilt, dass die Spritzbrühe auf den Blättern komplett angetrocknet sein sollte. Ein Regenschauer innerhalb der ersten zwei Stunden nach der Applikation kann die Wirkung beeinträchtigen, weshalb du die Wettervorhersage vor der Anwendung genau prüfen solltest.

Warum enthält PROCLOVA zwei verschiedene Wirkstoffe?

Die Kombination aus Amidosulfuron (ALS-Hemmer) und Florpyrauxifen-benzyl (synthetisches Auxin) erweitert nicht nur das Wirkungsspektrum gegen verschiedene Unkrautarten, sondern minimiert auch aktiv das Risiko von Resistenzbildungen, da die Unkräuter auf zwei völlig unterschiedlichen physiologischen Wegen attackiert werden.