Alle Mittel
OTHER · SUMITOMO CHEMICAL

Promalin

BVL Zul.-Nr. 008403-00

Promalin ist ein hochspezialisiertes Pflanzenschutzmittel zur Wachstumsregulierung im professionellen Kernobstbau. Als flüssiges Konzentrat formuliert, kombiniert das Präparat zwei komplementäre Phytohormonklassen, um die äußere Fruchtqualität und den Ertrag von Äpfeln und Birnen gezielt zu steuern. Es hat sich im modernen Erwerbsobstbau als Standard etabliert, um den steigenden Marktanforderungen an Fruchtform, Schalenfinish und Sortierung gerecht zu werden.

Die primären Einsatzschwerpunkte liegen in der gezielten Minderung der Fruchtberostung sowie der Förderung der Fruchtgröße und des Fruchtansatzes. Besonders in Jahren mit ungünstigen Witterungsverhältnissen während der Blüte und des frühen Fruchtwachstums bietet das Produkt Obstbauern ein verlässliches Werkzeug, um physiologischen Stressfaktoren entgegenzuwirken und den Anteil an erstklassiger Handelsware (Klasse I) signifikant zu erhöhen.

Durch die präzise Abstimmung der Wirkstoffkomponenten unterstützt das Pflanzenschutzmittel die natürliche Entwicklung der Kulturen in den kritischen Phasen der Zellteilung und Zellstreckung, ohne die Vitalität der Bäume negativ zu beeinflussen.

Wirkstoffe

6-Benzyladenin
19 g/L · Wirkstoff
Gibberelline (GA4/GA7)
19 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die Wirkung von Promalin basiert auf dem synergistischen Zusammenspiel zweier pflanzeneigener Wirkstoffgruppen: dem Cytokinin 6-Benzyladenin (6-BA) und den Gibberellinen GA4 und GA7. Während 6-Benzyladenin primär die Zellteilungsrate im jungen Fruchtgewebe anregt, stimulieren die Gibberelline die anschließende Zellstreckung. Diese kombinierte Aktivität führt zu einer optimierten Fruchtentwicklung und einer ausgeprägteren, typischen Fruchtform (Längsstreckung). Ein weiterer entscheidender physiologischer Effekt der Gibberelline (GA4/GA7) liegt in der Stabilisierung der Cuticula während der ersten Wochen der Fruchtentwicklung. Durch die Förderung eines gleichmäßigen, elastischen Wachstums der Epidermiszellen werden Mikrorisse in der Fruchthaut verhindert. Dies unterbindet die Entstehung von Korkgewebe, welches sich dem Betrachter als unerwünschte Fruchtberostung darstellt.

Resistenzmanagement

Da es sich bei den aktiven Komponenten um pflanzliche Wachstumsregulatoren und nicht um klassische Fungizide oder Insektizide handelt, besteht kein Risiko einer Resistenzentwicklung im Sinne von Erregerresistenzen. Ein klassisches Resistenzmanagement nach FRAC- oder IRAC-Richtlinien ist daher nicht erforderlich. Dennoch erfordert der nachhaltige Einsatz eine strikte Einhaltung der anwendungstechnischen Vorgaben bezüglich BBCH-Stadium und Aufwandmenge, um unerwünschte physiologische Gegenreaktionen der Kultur – wie etwa eine übermäßige Ausdünnung oder verringerten Blütenansatz im Folgejahr (Alternanz) – sicher zu vermeiden.

Mischbarkeit & Tankmischung

Das Produkt ist im Allgemeinen gut verträglich und kann mit vielen gängigen Fungiziden und Insektiziden gemischt werden, die im Zeitraum der Nachblüte zum Einsatz kommen. Mischungen mit stark alkalischen Produkten oder bestimmten Blattdüngern sollten jedoch vermieden werden, da ein pH-Wert der Spritzbrühe im stark sauren bis neutralen Bereich optimal für die Stabilität und Aufnahme der Wirkstoffe ist. Um eine optimale Benetzung der extrem feinen Fruchthaut zu gewährleisten, ist die Verwendung einer ausreichenden Wassermenge und gegebenenfalls eines verträglichen Netzmittels ratsam, wobei stets die spezifischen Sortenempfindlichkeiten berücksichtigt werden sollten.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Bei der Anwendung sind die Standardvorgaben zum Anwenderschutz einzuhalten, einschließlich des Tragens von vorgeschriebener Schutzkleidung beim Ansetzen der Spritzbrühe und der Ausbringung. Aufgrund der hormonellen Wirkung auf Pflanzen ist eine Abdrift auf benachbarte Kulturen oder Nichtzielpflanzen strikt zu vermeiden. Das Mittel ist bei sachgemäßer Anwendung als schonend für relevante Nützlinge eingestuft; dennoch sind die lokalen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Biotopen gemäß den BVL-Zulassungsbestimmungen präzise einzuhalten, um jegliche Einträge in aquatische Ökosysteme zu verhindern.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
ApfelFörderung der Fruchtgröße, Minderung der Fruchtberostung65–730.25 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT
BirneFörderung des Fruchtansatzes57–670.125 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT

Häufige Fragen

Welchen Einfluss hat die Temperatur zum Zeitpunkt der Applikation auf die Wirkung?

Die Wirkstoffaufnahme erfolgt am effizientesten bei milden Temperaturen zwischen 15 °C und 22 °C sowie hoher Luftfeuchtigkeit. Bei Temperaturen unter 10 °C verlangsamt sich der Stoffwechsel der Kultur, was die Aufnahme und den Transport der Phytohormone stark einschränkt. Extreme Hitze über 25 °C während der Behandlung sollte vermieden werden, da die Spritzbrühe zu schnell eintrocknet und das Risiko von Blattschäden steigt.

Warum ist das BBCH-Stadium für die Minderung der Fruchtberostung so entscheidend?

Die kritische Phase für die Entstehung von Berostung beginnt mit dem Abblühen (BBCH 69) und erstreckt sich über die folgenden drei bis vier Wochen der Zellteilungsphase. In diesem Zeitraum ist die junge Fruchthaut extrem empfindlich gegenüber Feuchtigkeit und Kälte. Eine Behandlung außerhalb dieses Fensters (BBCH 57 bis 73) verfehlt die schützende Wirkung auf die Cuticula, da die elastizitätsfördernde Wirkung der Gibberelline genau während der stärksten Fruchtexpansion benötigt wird.

Kann das Produkt auch zur Ertragssicherung nach Spätfrösten eingesetzt werden?

Ja, bei Frostereignissen während der Blüte kann das Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden, um den Fruchtansatz zu sichern. Die enthaltenen Gibberelline regen die Entwicklung von samenlosen (parthenokarpen) Früchten an, wenn die Samenanlagen durch den Frost beschädigt wurden. Für einen optimalen Erfolg muss die Behandlung sehr zeitnah, idealerweise innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach dem Frostereignis, erfolgen.

Wie wirkt sich die Wassermenge auf den Behandlungserfolg aus?

Da es sich um ein systemisch wirkendes Produkt handelt, ist eine vollständige und gleichmäßige Benetzung aller Blüten und jungen Früchte zwingend erforderlich. Es sollte mit einer dem Kronenvolumen angepassten Wassermenge gearbeitet werden (meist 500 bis 1000 l/ha). Eine zu geringe Wassermenge führt zu ungleichmäßiger Wirkstoffverteilung und kann lokale Überdosierungen oder Wirkungslücken verursachen.

Gibt es bekannte Sortenunterschiede bei der Anwendung im Apfelanbau?

Ja, die Reaktion der Kulturen ist stark sortenabhängig. Sorten wie 'Golden Delicious', 'Elstar' oder 'Kanzi' sprechen hervorragend auf Behandlungen zur Berostungsminderung an. Bei anderen Sorten steht eher die Förderung der typischen Fruchtform im Vordergrund. Es wird empfohlen, die Aufwandmenge und den genauen Termin in Absprache mit der lokalen Fachberatung an die spezifische Sorte und die jeweilige Ertragsanlage anzupassen.