Proradix
Proradix ist ein innovatives biologisches Pflanzenschutzmittel von SP Sourcon Padena GmbH, das auf dem nützlichen Bodenbakterium Pseudomonas sp. Stamm DSMZ 13134 basiert. Als Formulierung liegt es meist als wasserlösliches Pulver vor, das speziell für die Behandlung von Pflanzgut oder zur gezielten Bodenanwendung entwickelt wurde. Es etabliert sich im modernen, integrierten sowie ökologischen Landbau als feste Größe zur Stärkung des Wurzelsystems und zur präventiven Abwehr von bodenbürtigen Schaderregern.
Durch die gezielte Besiedlung der Rhizosphäre schützt Proradix die jungen Wurzeln und Knollen von Beginn an. Die Bakterien vermehren sich mit dem Wurzelwachstum und bilden einen schützenden Biofilm auf den Pflanzenorganen. Dies erschwert es pathogenen Pilzen und anderen Schaderregern, Eintrittspforten an der Kultur zu finden. Das Produkt eignet sich hervorragend für Betriebe, die ihren chemisch-synthetischen Wirkstoffeinsatz reduzieren und gleichzeitig die Vitalität ihrer Kulturen sichern möchten.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die Wirkungsweise von Pseudomonas sp. Stamm DSMZ 13134 ist vielschichtig und beruht auf biologischer Konkurrenz sowie der Induktion pflanzeneigener Abwehrkräfte (Induced Systemic Resistance, ISR). Nach der Anwendung besiedeln die Bakterien rasch die Oberfläche der Wurzeln oder Knollen. Sie konkurrieren extrem erfolgreich mit pathogenen Schaderregern um Lebensraum und essentielle Nährstoffe wie Eisen, welches sie durch die Produktion von Siderophoren für sich mobilisieren und somit für Schadpilze unzugänglich machen. Darüber hinaus regt der Kontakt mit den nützlichen Pseudomonas-Bakterien die Kultur dazu an, eigene Abwehrmechanismen hochzufahren. Diese systemische Resistenz führt dazu, dass die Kultur schneller und effektiver auf spätere Infektionsversuche reagieren kann. Da es sich um einen lebenden Organismus handelt, ist kein klassischer FRAC-Code zugewiesen; das Risiko einer Resistenzentwicklung ist aufgrund dieses multisite-ähnlichen, biologischen Wirkungsmechanismus als vernachlässigbar gering einzustufen.
Resistenzmanagement
Aufgrund des rein biologischen und komplexen Wirkungsmechanismus von Pseudomonas sp. Stamm DSMZ 13134 besteht kein Risiko für eine Resistenzbildung bei den Zielorganismen. Proradix eignet sich daher ideal als Baustein im Antiresistenzmanagement. Durch den gezielten Wechsel oder die Kombination mit chemisch-synthetischen Fungiziden kann der Selektionsdruck auf sensible Erregerpopulationen signifikant gesenkt werden, wodurch die Lebensdauer etablierter chemischer Wirkstoffklassen aktiv verlängert wird.
Mischbarkeit & Tankmischung
Bei der Herstellung von Spritzbrühen oder Beizbrühen mit Proradix muss beachtet werden, dass es sich um ein biologisches Produkt mit lebenden Bakterien handelt. Mischungen mit stark bakterizid wirkenden Mitteln, wie kupferhaltigen Pflanzenschutzmitteln oder bestimmten Desinfektionsmitteln, sollten unbedingt vermieden werden, da sie die Lebensfähigkeit des Stammes DSMZ 13134 stark beeinträchtigen können. Die Wassertemperatur sollte idealerweise im handwarmen Bereich liegen (nicht über 30 °C), und die fertige Brühe muss zügig, am besten innerhalb weniger Stunden nach dem Ansetzen, ausgebracht werden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Als biologisches Pflanzenschutzmittel zeichnet sich Proradix durch ein hervorragendes Umwelt- und Anwendersicherheitsprofil aus. Für den Anwender ist das Tragen der standardmäßigen persönlichen Schutzausrüstung (PSA) bei der Handhabung des Pulvers ausreichend, um Staubbildung und Einatmen zu vermeiden. Es besteht keine akute Gefahr für Bienen (nicht bienengefährlich), Nützlinge oder aquatische Organismen, weshalb in der Regel keine strengen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern oder Saumstrukturen einzuhalten sind. Dennoch sind die allgemeinen Sorgfaltspflichten beim Umgang mit Pflanzenschutzmitteln stets zu beachten.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| — | Allgemein | — | 0 GRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wie lagert man Proradix am besten, um die Vitalität der Bakterien zu erhalten?
Da Proradix lebende Bakteriensporen enthält, sollte das Produkt kühl und trocken gelagert werden. Eine Lagerung bei Temperaturen unter 10 °C (idealerweise im Kühlschrank bei ca. 4 °C) verlängert die Haltbarkeit und sichert die maximale Keimfähigkeit der Pseudomonas-Sporen bis zur Anwendung. Frost sollte vermieden werden.
Kann Proradix auch über Tröpfchenbewässerungssysteme ausgebracht werden?
Ja, eine Applikation über die Tröpfchenbewässerung ist möglich und oft sehr effizient, da die Bakterien so direkt in die aktive Wurzelzone (Rhizosphäre) transportiert werden. Wichtig ist, das System nach der Anwendung gründlich mit klarem Wasser zu spülen, damit keine Produktreste in den Schläuchen verbleiben und dort sedimentieren.
Welchen Einfluss hat der Boden-pH-Wert auf die Wirkung von Proradix?
Pseudomonas sp. Stamm DSMZ 13134 ist an ein breites Spektrum von Bodenbedingungen angepasst. Optimale Aktivität und Kolonisierung zeigen sich in leicht sauren bis neutralen Böden (pH 5,5 bis 7,5). Bei extrem sauren oder stark alkalischen Böden kann die Etablierungsrate der Bakterien leicht verzögert sein.
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Proradix?
Die Anwendung sollte so früh wie möglich im Entwicklungszyklus der Kultur erfolgen – idealerweise direkt bei der Pflanzung, Aussaat oder dem Auflaufen. Je früher die nützlichen Bakterien die Wurzeln besiedeln, desto effektiver können sie den Raum besetzen, bevor pathogene Schaderreger die Chance zur Infektion haben.
Ist nach der Anwendung von Proradix eine Wartezeit bis zur Ernte einzuhalten?
Aufgrund der rein biologischen Natur des Wirkstoffs und des Fehlens toxischer Rückstände ist für Proradix in der Regel keine Wartezeit (Frist in Tagen) bis zur Ernte vorgeschrieben. Dies bietet Erzeugern maximale Flexibilität in der Ernteplanung.
Kann Proradix zusammen mit flüssigen Starterdüngern ausgebracht werden?
Eine gemeinsame Ausbringung ist grundsätzlich möglich, sofern der pH-Wert des Düngers nicht extrem sauer ist und die Salzkonzentration in der Spritzbrühe die Bakterien nicht schädigt. Es wird dringend empfohlen, vorab eine Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchzuführen und die fertige Mischung unverzüglich auszubringen.