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Sonstige · hentschke+sawatzki CHEMISCHE FABRIK GmbH

PYRIFOG

BVL Zul.-Nr. 006408-62

PYRIFOG ist ein spezialisiertes Pflanzenschutzmittel von hentschke+sawatzki, das auf dem bewährten, naturidentischen Wirkstoff Pyrethrine basiert. Als gebrauchsfertige Formulierung, die häufig für Raum- oder Nebelverfahren konzipiert ist, eignet sich das Produkt hervorragend für schnelle, gezielte Interventionen. Durch die feine Verteilung des Wirkstoffs in der Luft oder auf den Zielflächen werden selbst versteckt sitzende Schaderreger in schwer zugänglichen Bereichen zuverlässig erfasst.

Der Fokus dieses Mittels liegt auf der schnellen Regulierung von fliegenden und kriechenden Schadinsekten. Da es sich um ein reines Kontaktmittel mit einem ausgeprägten „Knock-down“-Effekt handelt, wird es vor allem dann eingesetzt, wenn ein akuter Befallsdruck rasch und effektiv gebrochen werden muss. Die Formulierung ermöglicht eine schwebefähige Ausbringung, die eine lückenlose Benetzung der behandelten Bereiche garantiert.

Dank der schnellen biologischen Abbaubarkeit des Wirkstoffs unter Lichteinfluss bietet PYRIFOG eine hohe Flexibilität in der Bewirtschaftung. Es hinterlässt im Vergleich zu synthetischen Pyrethroiden keine langlebigen Rückstände in der Umgebung, was es zu einem wertvollen Baustein für sensible Produktionsbereiche und integrierte Pflanzenschutzsysteme macht.

Wirkstoffe

Pyrethrine
11.45 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in PYRIFOG enthaltene Wirkstoff Pyrethrine wird der IRAC-Gruppe 3A zugeordnet. Er wirkt als starkes Kontakt- und Fraßgift direkt auf das Nervensystem der Schadinsekten. Auf biochemischer Ebene interagieren Pyrethrine intensiv mit den spannungsabhängigen Natriumkanälen in den Nervenmembranen der Schaderreger. Sie verzögern das Schließen dieser Kanäle und halten sie offen, was zu einem anhaltenden, unkontrollierten Einstrom von Natriumionen in die Nervenzelle führt. Diese langanhaltende Depolarisation der Axonmembran löst beim Insekt zunächst eine Phase extremer Übererregung mit unkoordinierten Krämpfen aus. Da die Reizleitung dauerhaft gestört ist, folgt auf diese Überaktivität rasch eine vollständige Lähmung des Bewegungsapparates. Dieser markante Effekt führt bereits kurz nach dem Kontakt mit dem Sprüh- oder Nebelbelag zum Zusammenbruch und schließlich zum Tod des Schädlings.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzentwicklung bei den Zielschädlingen wirksam vorzubeugen, solltest du PYRIFOG stets im Rahmen einer durchdachten Wirkstoffrotation einsetzen. Da Pyrethrine zur IRAC-Gruppe 3A gehören, ist es wichtig, nachfolgende Behandlungen mit Wirkstoffen aus völlig anderen IRAC-Klassen durchzuführen, die einen abweichenden biochemischen Angriffspunkt besitzen. Nutze zudem flankierende Maßnahmen wie den gezielten Einsatz von Nützlingen oder mechanische Barrieren, um den Selektionsdruck auf die Schaderregerpopulation so gering wie möglich zu halten.

Mischbarkeit & Tankmischung

Da PYRIFOG speziell für die Raumvernebelung oder als gebrauchsfertiges Spezialpräparat formuliert ist, sind Tankmischungen mit klassischen Fungiziden oder Herbiziden in der Praxis meist weder vorgesehen noch ratsam. Solltest du dennoch eine Mischung in Erwägung ziehen, ist vorab unbedingt eine Verträglichkeitsprobe in einem Kleingefäß durchzuführen. Achte bei eventuellen Verdünnungen streng auf den pH-Wert des Wassers: Pyrethrine hydrolysieren in alkalischem Milieu (pH-Wert über 7) extrem schnell, weshalb ein leicht saurer Träger im Bereich von pH 5,5 bis 6,5 für die Stabilität des Wirkstoffs optimal ist.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit PYRIFOG ist das konsequente Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung – insbesondere eines geeigneten Atemschutzes bei Nebelanwendungen sowie von Schutzhandschuhen – unerlässlich. Da für dieses Produkt keine spezifische Bienengefährdungsklasse in den Registrierungsdaten angegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen jede Anwendung während des aktiven Bienenflugs oder an blühenden Kulturen vermeiden und Behandlungen in die späten Abendstunden verlegen. Achte zudem strikt darauf, dass kein Eintrag des Mittels in Oberflächengewässer oder die Kanalisation erfolgt, da der Wirkstoff für aquatische Organismen hochtoxisch ist.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Allgemein0 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der beste Zeitpunkt am Tag für eine Behandlung mit PYRIFOG?

Du solltest die Behandlung idealerweise in den kühlen Abendstunden oder nachts durchführen. Pyrethrine sind extrem licht- und temperaturempfindlich und bauen sich unter UV-Strahlung sehr schnell ab. Eine Anwendung bei Dunkelheit maximiert die Wirkungsdauer in der Luft und auf den Oberflächen, während gleichzeitig das Risiko für nützliche Bestäuber minimiert wird.

Wie kannst du die Wirksamkeit von PYRIFOG bei einer Raumanwendung optimieren?

Achte darauf, dass der zu behandelnde Raum vor der Anwendung komplett geschlossen wird. Schließe alle Lüftungsklappen, Fenster und Türen, um ein vorzeitiges Entweichen des feinen Nebels zu verhindern. Lass den Raum nach der Ausbringung für mehrere Stunden verschlossen und lüfte ihn erst vor dem Wiederbetreten gründlich aus.

Warum ist der pH-Wert des Wassers bei einer eventuellen Verdünnung so wichtig?

Pyrethrine sind sehr empfindlich gegenüber alkalischer Hydrolyse. Wenn dein Spritzwasser einen pH-Wert von über 7 aufweist, zerfällt der Wirkstoff innerhalb kürzester Zeit und verliert seine Wirkung. Verwende bei Bedarf einen pH-Puffer, um das Wasser in einen leicht sauren Bereich (pH 5,5 bis 6,5) einzustellen, bevor du das Produkt einmischst.

Kannst du PYRIFOG zusammen mit Nützlingen im integrierten Pflanzenschutz nutzen?

Ja, aber das Timing ist entscheidend. Da Pyrethrine ein breites Wirkungsspektrum haben, schädigen sie auch nützliche Insekten bei direktem Kontakt. Aufgrund der extrem kurzen Halbwertszeit und des schnellen Abbaus des Wirkstoffs kannst du Nützlinge jedoch meist schon wenige Tage nach der Behandlung wieder sicher im Bestand freilassen.

Was musst du hinsichtlich der Temperatur bei der Anwendung beachten?

Vermeide Anwendungen bei Temperaturen über 25 °C. Bei hohen Temperaturen verdampft der feine Sprühnebel zu schnell, und die biologische Aktivität von Pyrethrinen kann abnehmen. Kühle Bedingungen in den Abendstunden sorgen für eine stabilere Tröpfchenverteilung und eine bessere Aufnahme durch die Schaderreger.

Wie erkennst du, ob Schaderreger bereits Resistenzen gegen den Wirkstoff zeigen?

Wenn du trotz vorschriftsmäßiger Anwendung und optimaler Bedingungen (z. B. geschlossener Raum, richtige Temperatur) kurz nach der Behandlung eine unzureichende Knock-down-Wirkung feststellst, kann dies ein Hinweis auf eine beginnende Resistenz sein. In diesem Fall solltest du sofort auf ein Mittel mit einem anderen Wirkungsmechanismus (z. B. aus einer anderen IRAC-Klasse) wechseln.