Alle Mittel
OTHER · UPL Holdings Coöperatief U.A.

Quickfume Presskörper

BVL Zul.-Nr. 006278-00

Quickfume Presskörper ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung von Schaderregern im Vorratsschutz sowie im Segment der Nagetierbekämpfung. Als feste Presskörper formuliert, basiert das Produkt auf dem bewährten Wirkstoff Aluminiumphosphid. Nach der Ausbringung reagiert das Material mit der Umgebungs- und Materialfeuchtigkeit und setzt den gasförmigen Wirkstoff Phosphorwasserstoff (Phosphin) frei, der selbst schwer zugängliche Bereiche und tief sitzende Schaderreger zuverlässig erreicht.

Dieses Spezialpräparat nimmt eine Schlüsselrolle im professionellen Vorratsschutz ein, da es eine rückstandsarme und hochgradig effektive Entwesung von gelagerten Gütern wie Getreide oder in leeren Räumen ermöglicht. Die physikalische Form als Presskörper erlaubt eine präzise Dosierung und eine kontrollierte Gasentwicklung, was die Anwendungssicherheit für den professionellen Anwender im Vergleich zu anderen Begasungsverfahren optimiert.

Das Wirkungsspektrum umfasst alle Entwicklungsstadien von typischen Vorratsschädlingen (darunter Käfer, Motten und deren Larven sowie Puppen) und bietet bei der gezielten Anwendung im Außenbereich eine hochwirksame Kontrolle von wühlenden Nagetieren. Durch die gasförmige Verteilung werden auch versteckt lebende Populationen erfasst, die mit herkömmlichen Kontaktpräparaten nicht erreicht werden können.

Wirkstoffe

Aluminiumphosphid
570 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der biochemische Wirkungsmechanismus von Quickfume Presskörper beruht auf der Freisetzung von Phosphorwasserstoffgas (Phosphin, PH3), sobald der Wirkstoff Aluminiumphosphid mit Feuchtigkeit (Luft- oder Bodenfeuchtigkeit) in Kontakt kommt. Phosphin ist ein starkes Atemgift, das nach der Aufnahme über die Atmungsorgane der Schaderreger direkt in die Zellatmung eingreift. Es blockiert die Cytochrom-c-Oxidase in der mitochondrialen Atmungskette, was zu einem raschen Zusammenbruch der Energieversorgung (ATP-Synthese) und letztlich zum Tod der Zielorganismen führt. Da das Gas ein hervorragendes Durchdringungsvermögen besitzt, diffundiert es mühelos durch verpackte Güter, Getreideschüttungen und tief verzweigte Gangsysteme von Nagetieren. Dieser physikalische Prozess stellt sicher, dass nicht nur adulte Stadien, sondern auch die empfindlichen Ei-, Larven- und Puppenstadien der Schaderreger im behandelten Raum oder Gut zuverlässig erfasst werden.

Resistenzmanagement

Obwohl Resistenzen gegen Phosphorwasserstoff im mitteleuropäischen Raum bei sachgerechter Anwendung selten sind, erfordert der langfristige Erhalt dieser wichtigen Wirkstoffklasse ein striktes Resistenzmanagement. Dies beinhaltet vor allem die konsequente Einhaltung der empfohlenen Einwirkzeiten und Gaskonzentrationen, um das Überleben subletal geschädigter Individuen zu verhindern. Zudem sollten Begasungen stets in dichten Räumen oder unter gasdichten Planen durchgeführt und durch vorbeugende Hygienemaßnahmen sowie den Wechsel mit physikalischen Methoden (z. B. Kälte- oder Hitzebehandlung) oder Kontaktinsektiziden anderer Wirkstoffklassen ergänzt werden.

Mischbarkeit & Tankmischung

Aufgrund der speziellen Anwendungsform als Begasungsmittel, das gasförmig wirkt, sind Tankmischungen mit flüssigen Pflanzenschutzmitteln oder Additiven ausgeschlossen und technisch nicht möglich. Quickfume Presskörper darf unter keinen Umständen mit Wasser oder flüssigen Formulierungen in direkten Kontakt gebracht werden, da dies zu einer schlagartigen, gefährlichen Freisetzung von hochentzündlichem und hochgiftigem Phosphingas führt. Die Anwendung erfolgt stets als Solobehandlung in trockener Umgebung unter strikter Beachtung der Feuchtigkeitsverhältnisse des Behandlungsgutes.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Als hochtoxisches Begasungsmittel unterliegt Quickfume Presskörper strengsten Sicherheits- und Anwendungsauflagen. Die Anwendung ist ausschließlich sachkundigen Anwendern mit spezieller Begasungserlaubnis gestattet. Beim Umgang ist eine lückenlose persönliche Schutzausrüstung (PSA) inklusive gasdichtem Atemschutz (Vollmaske mit entsprechendem Filter) zwingend erforderlich. Zum Schutz der Umwelt und von Nichtzielorganismen müssen Sicherheitsabstände zu bewohnten Gebäuden strikt eingehalten werden, und behandelte Bereiche dürfen erst nach vollständiger Belüftung und messtechnischer Freigabe wieder betreten werden. Das Produkt ist extrem giftig für Wasserorganismen und darf nicht in Gewässer gelangen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Allgemein0 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie beeinflusst die Temperatur die Wirksamkeit von Quickfume Presskörper?

Die Freisetzung des Wirkstoffs Phosphorwasserstoff ist stark temperatur- und feuchtigkeitsabhängig. Bei niedrigen Temperaturen (unter 5 °C) verläuft die Gasentwicklung extrem langsam, weshalb Begasungen bei kalter Witterung deutlich längere Einwirkzeiten erfordern oder ganz vermieden werden sollten, um eine ausreichende Gaskonzentration zu gewährleisten.

Welche baulichen Voraussetzungen müssen für eine erfolgreiche Begasung erfüllt sein?

Eine erfolgreiche Anwendung setzt eine absolute Gasdichtheit des zu behandelnden Raumes, Silos oder Stapels (unter speziellen Begasungsfolien) voraus. Entweichen Gase vorzeitig durch Undichtigkeiten, sinkt die Konzentration unter die letale Dosis für die Schaderreger, was zu Bekämpfungslücken und der Förderung von Resistenzen führt.

Wie wird festgestellt, ob ein begaster Bereich nach der Behandlung wieder sicher betreten werden kann?

Nach Ablauf der vorgeschriebenen Einwirkzeit muss der Bereich gründlich belüftet werden. Das Betreten und die Freigabe des Raumes oder des Getreides dürfen erst erfolgen, wenn durch professionelle Gasmessungen nachgewiesen wurde, dass die Konzentration von Phosphorwasserstoff unter den gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerten liegt.

Kann Quickfume Presskörper direkt im Freiland zur Nagetierbekämpfung eingesetzt werden?

Ja, die Anwendung ist in speziellen Fällen zur Bekämpfung von wühlenden Nagetieren (wie Schermäusen) in deren Gangsystemen zulässig. Hierbei werden die Presskörper tief in die Gänge eingebracht und die Öffnungen sofort gasdicht verschlossen, sodass sich das entstehende Gas durch die Bodenfeuchtigkeit im Gangsystem verteilt.

Was ist bei der Lagerung von Quickfume Presskörper besonders zu beachten?

Das Produkt muss absolut trocken, kühl, unter Verschluss und in der Originalverpackung gelagert werden. Da bereits geringste Spuren von Luftfeuchtigkeit die Gasfreisetzung aktivieren, dürfen angebrochene Packungen nicht gelagert, sondern müssen stets vollständig aufgebraucht werden.

Gibt es Einschränkungen bezüglich der behandelten Kulturen oder Güter?

Obwohl das Gas keine negativen Auswirkungen auf die Backqualität oder Keimfähigkeit von Getreidesaatgut hat, dürfen nur die offiziell zugelassenen Güter und Bereiche begast werden. Zudem müssen eventuelle Wartezeiten und spezifische Rückstandshöchstmengen für die jeweiligen Vorratsgüter vor der Weiterverarbeitung exakt eingehalten werden.