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OTHER · UPL Europe Ltd.

QuickPhos Beutel

BVL Zul.-Nr. 00A580-60

QuickPhos Beutel von UPL Europe Ltd. ist ein hochwirksames, spezialisiertes Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung von Vorratsschädlingen in Lagerräumen, Silos und Transportbehältern. Als Begasungsmittel auf Basis von Aluminiumphosphid dient es dem Schutz sensibler Agrargüter wie Getreide oder Tabak vor wertminderndem Befall. Die innovative Formulierung in gebrauchsfertigen Beuteln (Sachets) verhindert das Stauben des Wirkstoffs bei der Ausbringung und sorgt für eine kontrollierte, anwendersichere Freisetzung des aktiven Gases.

Nach der Platzierung im Behandlungsbereich reagiert der Wirkstoff mit der natürlichen Luftfeuchtigkeit und setzt gasförmigen Phosphorwasserstoff frei. Dieses Gas besitzt ein hervorragendes Durchdringungsvermögen und erreicht Schaderreger selbst in tiefen Schüttungen oder unzugänglichen Ritzen der Lagerkonstruktion. Es erfasst ein breites Spektrum an Vorratsschädlingen, darunter Kornkäfer, Reismehlkäfer, Getreidekapuziner sowie verschiedene Mottenarten.

Die Anwendung von QuickPhos Beutel ist für den professionellen Vorratsschutz konzipiert und erfordert eine hermetische Abdichtung der zu behandelnden Einheiten. Durch die zuverlässige Abtötung aller Entwicklungsstadien – vom Ei über die Larve bis zum adulten Insekt – sichert das Produkt die Qualität und Exportfähigkeit der gelagerten Kulturen über lange Zeiträume.

Wirkstoffe

Aluminiumphosphid
563.4 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der biochemische Wirkungsmechanismus von QuickPhos Beutel basiert auf der Freisetzung von gasförmigem Phosphorwasserstoff (Monophosphan, PH3), sobald das Aluminiumphosphid mit der Feuchtigkeit der Umgebungsluft oder des Lagerguts reagiert. Das freigesetzte Gas dringt über die Atemwege (Stigmen) rasch in den Organismus der Schaderreger ein. Auf zellulärer Ebene blockiert Phosphorwasserstoff die Atmungskette in den Mitochondrien, indem es das Enzym Cytochrom-c-Oxidase spezifisch inhibiert. Dies führt zu einem sofortigen Stopp der ATP-Synthese und damit zum Zusammenbruch der zellulären Energieversorgung. Gleichzeitig induziert das Gas die Entstehung hochreaktiver Sauerstoffspezies, die Zellmembranen und lebenswichtige Proteine irreversibel schädigen.

Resistenzmanagement

Obwohl Resistenzen gegen Phosphorwasserstoff im Vorratsschutz weltweit ein zunehmendes Problem darstellen, lässt sich das Risiko durch ein konsequentes Management minimieren. Entscheidend ist die Vermeidung von subletalen Gaskonzentrationen, die durch mangelhafte Abdichtung oder zu kurze Einwirkzeiten entstehen und die Selektion resistenter Individuen begünstigen. Begasungen sollten daher stets Teil eines integrierten Konzepts sein, das auch gründliche mechanische Reinigung, thermische Verfahren und den Wechsel mit anderen Wirkstoffklassen (wie Pyrethroiden bei der Leerraumbehandlung) beinhaltet.

Mischbarkeit & Tankmischung

Aufgrund der einzigartigen physikalischen Form als gasentwickelnder Beutel für die Trockenanwendung ist eine Tankmischung mit flüssigen Pflanzenschutzmitteln, Trägerstoffen oder Additiven technisch unmöglich und strengstens untersagt. QuickPhos Beutel darf unter keinen Umständen mit Wasser oder flüssigen Formulierungen in Kontakt gebracht werden, da dies eine explosionsartige Gasentwicklung auslösen würde. Eventuelle flüssige Begleitbehandlungen, wie die Desinfektion von Leerzellen mit Kontaktinsektiziden, müssen zeitlich komplett getrennt und vor der Ausbringung der Beutel abgeschlossen und abgetrocknet sein.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Die Anwendung von QuickPhos Beutel erfordert aufgrund der extremen Toxizität des freigesetzten Gases für Menschen und alle Warmblüter strengste Sicherheitsvorkehrungen. Das Betreten behandelter Bereiche ist während der Einwirkzeit strengstens verboten und darf danach nur mit geeigneter persönlicher Schutzausrüstung, insbesondere umluftunabhängigem Atemschutz, und nach Freigabemessung erfolgen. Da der Wirkstoff hochgradig ökotoxisch für aquatische Organismen und terrestrische Wirbeltiere ist, muss ein Entweichen des Gases in die Umwelt durch lückenlose Abdichtung verhindert werden. Restmengen und Verpackungen sind als gefährlicher Abfall zu behandeln, um jegliche Kontamination von Gewässern oder Böden auszuschließen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Allgemein0 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie wird sichergestellt, dass die Begasung mit QuickPhos Beutel erfolgreich verläuft?

Der entscheidende Faktor für den Bekämpfungserfolg ist die absolute Gasdichtheit des Silos, Lagers oder der Begasungsplane. Nur wenn die Konzentration des freigesetzten Phosphorwasserstoffs über den gesamten vorgeschriebenen Zeitraum hinweg auf einem lethalen Niveau gehalten wird, können auch tolerantere Entwicklungsstadien wie Eier und Puppen der Schaderreger zuverlässig erfasst werden. Eine regelmäßige Messung der Gaskonzentration während der Einwirkzeit wird dringend empfohlen.

Welchen Einfluss hat die Temperatur auf die Anwendung von QuickPhos Beutel?

Die Umgebungstemperatur beeinflusst sowohl die Reaktionsgeschwindigkeit des Aluminiumphosphids als auch den Stoffwechsel der Schaderreger. Bei niedrigen Temperaturen (unter 10 °C) verläuft die Gasfreisetzung deutlich langsamer und die Schädlinge atmen weniger intensiv, was eine Verlängerung der Mindesteinwirkzeit erforderlich macht. Bei Temperaturen unterhalb von 5 °C sollte das Pflanzenschutzmittel im Regelfall nicht mehr angewendet werden.

Wie müssen die verbleibenden Beutelrückstände nach der Behandlung entsorgt werden?

Nach der vollständigen Ausgasung verbleibt in den Beuteln ein graues Pulver, das überwiegend aus inertem Aluminiumhydroxid besteht. Da jedoch minimale Wirkstoffreste nicht völlig ausgeschlossen werden können, müssen die Beutel gemäß den spezifischen behördlichen Vorgaben in Deutschland und den Herstelleranweisungen als gefährlicher Abfall entsorgt werden. Eine vorherige Nachbelüftung im Freien ist oft Teil des Sicherheitskonzepts.

Kann QuickPhos Beutel bei feuchtem Erntegut angewendet werden?

Nein, eine Anwendung bei extrem hoher Gutfeuchtigkeit oder direktem Kontakt mit flüssigem Wasser ist strikt zu vermeiden. Zu viel Feuchtigkeit führt zu einer schlagartigen, unkontrollierten Gasfreisetzung, was ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellt und im Extremfall zu Selbstentzündung führen kann. Das Erntegut muss lagertrocken sein, damit eine langsame und sichere Ausgasung gewährleistet ist.

Welche rechtlichen Voraussetzungen gelten für den Erwerb und die Anwendung in Deutschland?

Aufgrund der Einstufung als hochgiftiges Begasungsmittel darf QuickPhos Beutel in Deutschland nur von Personen erworben und angewendet werden, die über einen speziellen Begasungsschein (Sachkundenachweis nach Anhang I Nr. 4 GefStoffV) verfügen. Zudem ist jede Begasung rechtzeitig vor Beginn bei den zuständigen Behörden (z. B. Gewerbeaufsichtsamt) schriftlich anzuzeigen.