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OTHER · UPL Holdings Coöperatief U.A.

QuickPhos Pellets

BVL Zul.-Nr. 006278-60

QuickPhos Pellets von UPL ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel zur Begasung, das auf dem bewährten Wirkstoff Aluminiumphosphid basiert. Es wird im Vorratsschutz sowie zur gezielten Bekämpfung von Schaderregern in gelagerten landwirtschaftlichen Gütern oder im Erdbereich eingesetzt. Die Formulierung als Pellets ermöglicht eine kontrollierte Freisetzung des gasförmigen Wirkstoffs bei Kontakt mit der natürlichen Umgebungs- oder Bodenfeuchtigkeit.

Nach der Ausbringung reagiert das Aluminiumphosphid chemisch und setzt Phosphorwasserstoff frei. Dieses hochtoxische Gas dringt tief in das behandelte Gut oder in Gangsysteme ein und erfasst selbst versteckt lebende Entwicklungsstadien von Schadinsekten oder Nagetieren. Aufgrund dieser spezifischen physikalischen Wirkungsweise ist das Mittel ein unverzichtbarer Baustein für den Schutz von Erntegütern vor Qualitätsverlusten und Kontaminationen.

Die Anwendung erfordert aufgrund der Einstufung als Begasungsmittel strenge Sicherheitsvorkehrungen und darf in der Regel nur von sachkundigen Anwendern mit spezieller Erlaubnis durchgeführt werden. Es bietet eine rückstandsfreie und hochgradig effektive Lösung, wo herkömmliche Kontaktinsektizide die Schaderreger im Inneren von Stapeln oder Silos nicht erreichen können.

Wirkstoffe

Aluminiumphosphid
570 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der biochemische Wirkungsmechanismus beruht auf der Freisetzung von Phosphorwasserstoffgas (Monophosphan, PH3) bei Kontakt mit der Umgebungsfeuchtigkeit. Nach der Aufnahme über die Atmungsorgane der Schaderreger blockiert das Gas die Zellatmung, indem es die Cytochrom-c-Oxidase in den Mitochondrien irreversibel hemmt. Dies führt zu einem raschen Zusammenbruch der zellulären Energieversorgung und letztlich zum Absterben der Zielorganismen. Da es sich um ein Atemgift mit rein physikalisch-chemischer Verteilung im Raum handelt, wirkt es unabhängig von der Fraßaktivität der Schädlinge. Es erfasst alle aktiven Stadien (Larven, Puppen, adulte Tiere) und bei ausreichender Konzentration und Einwirkzeit auch die Eistadien. In der IRAC-Klassifizierung wird Phosphorwasserstoff der Gruppe 24A (Inhibitoren des mitochondrialen Elektronentransports) zugeordnet.

Resistenzmanagement

Da der Wirkungsmechanismus auf einer fundamentalen Blockade der Zellatmung basiert und das Mittel gasförmig appliziert wird, ist das Risiko einer Resistenzentwicklung im Vergleich zu klassischen organischen Insektiziden geringer. Um der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, muss die Begasung stets unter absolut gasdichten Bedingungen durchgeführt werden, um die erforderliche Letalkonzentration über den gesamten Behandlungszeitraum lückenlos aufrechtzuerhalten. Unterdosierungen oder ein vorzeitiges Entweichen des Gases durch mangelhafte Abdichtung sind unbedingt zu vermeiden, da überlebende Individuen die Selektion resistenter Stämme begünstigen.

Mischbarkeit & Tankmischung

Aufgrund der speziellen Anwendungsform als festes Pellet, das direkt mit der Luft- oder Bodenfeuchtigkeit reagiert, sind Tankmischungen mit flüssigen Pflanzenschutzmitteln oder Trägerstoffen technisch ausgeschlossen und absolut unzulässig. QuickPhos Pellets dürfen niemals mit Wasser oder feuchten Substanzen in einer Spritze gemischt werden, da dies zu einer sofortigen, explosionsartigen Freisetzung des hochentzündlichen und hochgiftigen Phosphorwasserstoffgases führen würde. Die Anwendung erfolgt ausschließlich trocken und separat gemäß den spezifischen Gebrauchsanleitungen für Begasungsverfahren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Als hochgradig toxisches Begasungsmittel unterliegt QuickPhos Pellets strengsten Sicherheits- und Arbeitsschutzauflagen. Beim Umgang ist zwingend die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich eines umluftunabhängigen Atemschutzgeräts oder eines geeigneten Gasfilters, zu tragen. Nach der Anwendung müssen Sicherheitsabstände zu bewohnten Gebäuden und Arbeitsbereichen strikt eingehalten werden. Da das freigesetzte Gas auch für Nichtzielorganismen, Säugetiere und Wasserorganismen extrem giftig ist, ist eine unkontrollierte Freisetzung in die Umwelt zu verhindern; im Freiland dürfen die Pellets nur tief in den Gängen verdeckt eingebracht werden, um Vögel und Haustiere vor Vergiftungen zu schützen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Allgemein0 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wer darf QuickPhos Pellets in Deutschland erwerben und anwenden?

Aufgrund der Einstufung als hochgiftiges Begasungsmittel ist die Anwendung streng reglementiert. Der Erwerb und Einsatz erfordern neben dem allgemeinen Sachkundenachweis Pflanzenschutz eine spezielle Erlaubnis bzw. einen Begasungsschein nach der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV). Zudem muss jede Anwendung vorab der zuständigen Behörde angezeigt werden.

Wie beeinflusst die Temperatur den Erfolg der Behandlung mit QuickPhos Pellets?

Die Reaktionsgeschwindigkeit von Aluminiumphosphid mit der Feuchtigkeit hängt stark von der Umgebungstemperatur ab. Bei niedrigen Temperaturen (unter 5 °C) verläuft die Gasfreisetzung extrem verlangsamt, weshalb längere Einwirkzeiten eingeplant werden müssen. Optimale Ergebnisse werden bei Temperaturen über 15 °C erzielt, da sich das freigesetzte Gas dann rasch und gleichmäßig im Behandlungsraum ausbreitet.

Wie wird die Gasdichtigkeit bei einer Begasung von Vorratsgütern sichergestellt?

Eine erfolgreiche Bekämpfung erfordert eine lückenlose Abdichtung des Behandlungsbereichs. In der Praxis wird dies durch den Einsatz spezieller, gasdichter Begasungsfolien (mit einer Mindeststärke von 150 µm) realisiert, deren Ränder sorgfältig mit Sandsäcken oder speziellen Klebebändern versiegelt werden, um ein vorzeitiges Entweichen des Wirkgases zu verhindern.

Was ist bei der Nachbelüftung nach einer erfolgreichen Begasung zu beachten?

Nach Ablauf der vorgeschriebenen Einwirkzeit muss das behandelte Gut oder der Raum gründlich belüftet werden. Erst wenn die Gaskonzentration durch Messungen mit geeigneten Gasspürgeräten unter den gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwert gesunken ist, darf der Bereich wieder für Personen freigegeben und das Erntegut weiterverwendet werden.

Welche Rückstände verbleiben nach der Anwendung auf den behandelten Gütern?

Nach der vollständigen Ausgasung zerfallen die Pellets zu einem grauen, inerten Pulver, das hauptsächlich aus ungiftigem Aluminiumhydroxid besteht. Das eigentliche Wirkgas Phosphorwasserstoff verflüchtigt sich bei der anschließenden Belüftung vollständig und hinterlässt keine chemischen Rückstände im Erntegut, was das Verfahren im Vorratsschutz besonders schonend macht.

Wie müssen nicht vollständig ausgasierte Reste der Pellets entsorgt werden?

Produktreste dürfen niemals im Hausmüll entsorgt oder mit Wasser in Kontakt gebracht werden. Nicht vollständig reagierte Pellets müssen unter kontrollierten Bedingungen im Freien an einem sicheren, belüfteten Ort vollständig ausgasen gelassen (deaktiviert) oder als gefährlicher Abfall über autorisierte Entsorgungsunternehmen entsorgt werden.