Rasput
Rasput ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel von GLOBACHEM NV, das speziell für den Schutz von Raps (Kultur: BRSNN) gegen ertragsrelevante Pilzkrankheiten entwickelt wurde. Formuliert als wasserdispergierbares Granulat (WG) mit dem bewährten Wirkstoff Boscalid (500 g/kg), bietet dieses Fungizid einen verlässlichen Schutzschild in kritischen Wachstumsphasen. Es zeichnet sich durch eine hervorragende vorbeugende Wirkung aus und sichert die Vitalität deiner Bestände.
Das Wirkungsspektrum von Rasput deckt die wirtschaftlich bedeutendsten Schaderreger im Rapsanbau ab. Hierzu zählen die gefürchtete Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans), die Weißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum) sowie die Rapsschwärze (Alternaria brassicae). Durch den gezielten Einsatz kannst du die Stängelstabilität sichern und vorzeitiges Aufplatzen der Schoten verhindern, was direkt zu einer Ertragssicherung beiträgt.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in Rasput enthaltene Wirkstoff Boscalid gehört zur chemischen Gruppe der Carboxamide (SDHI) und ist im FRAC-Code unter der Gruppe 7 klassifiziert. Boscalid greift gezielt in die Zellatmung der Schadpilze ein. Es hemmt das Enzym Succinat-Dehydrogenase (Komplex II) in der mitochondrialen Atmungskette. Dadurch wird den Pilzzellen die Energiequelle entzogen, was zu einem Wachstumsstopp der Keimschläuche und Hyphen führt und letztlich das Absterben des Schaderregers zur Folge hat. Aufgrund seiner systemischen und translaminaren Eigenschaften verteilt sich der Wirkstoff nach der Anwendung gleichmäßig in den behandelten Pflanzenteilen. Dies gewährleistet einen langanhaltenden Schutz, da auch neu zuwachsende Gewebeteile sowie die Blattunterseiten effektiv vor einer Infektion geschützt werden.
Resistenzmanagement
Da Boscalid (FRAC-Gruppe 7) ein hohes inhärentes Resistenzrisiko aufweist, ist ein konsequentes Resistenzmanagement unerlässlich. Du solltest Rasput daher im Rahmen einer Spritzfolge im Wechsel mit Fungiziden einsetzen, die einen anderen Wirkungsmechanismus besitzen, wie beispielsweise Azole (FRAC-Gruppe 3). Vermeide aufeinanderfolgende Solo-Anwendungen dieses Wirkstoffs und halte dich strikt an die empfohlenen Aufwandmengen, um die Selektion resistenter Pilzstämme in deiner Kultur aktiv zu verhindern.
Mischbarkeit & Tankmischung
Rasput zeigt sich in der Praxis als hervorragend mischbar mit gängigen Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern, die im Rapsanbau üblich sind. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und vermeide extrem hartes oder sehr kaltes Wasser, um eine optimale Verteilung und Benetzung der Kultur zu gewährleisten. Die Zugabe von Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich, kann aber unter extrem trockenen Bedingungen die Wirkstoffaufnahme unterstützen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Rasput steht der Schutz des Anwenders und der Umwelt im Vordergrund. Trage während der Anmischung und Ausbringung stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Zulassungsdokument angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung generell außerhalb des aktiven Bienenflugs in den Abendstunden durchführen, insbesondere wenn die Kultur oder Unkräuter im Unterstand blühen. Achte zudem darauf, Abdrift auf angrenzende Gewässer und Saumstrukturen strikt zu vermeiden, um aquatische Organismen und die lokale Fauna zu schonen.
Zugelassene Anwendungen
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Sclerotinia mit Rasput?
Der beste Behandlungszeitraum gegen die Weißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum) liegt in der Vollblüte des Rapses (BBCH 63 bis 65). Zu diesem Zeitpunkt fallen die ersten Blütenblätter ab und bleiben in den Blattachseln hängen – dies ist die Haupteintrittspforte für den Pilz. Eine vorbeugende Spritzung in dieser Phase schützt deine Kultur am effektivsten.
Kann ich Rasput bereits im Herbst im Raps einsetzen?
Ja, die Zulassung erlaubt Anwendungen bereits ab dem BBCH-Stadium 14 (4-Laubblatt-Stadium). Ein herbstlicher Einsatz ist besonders dann sinnvoll, wenn ein starker Infektionsdruck durch die Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans) vorliegt, um die jungen Pflanzen vor einer frühen Infektion und dem späteren Umfallen zu schützen.
Wie verhält sich Rasput bei kühlen Temperaturen im zeitigen Frühjahr?
Der Wirkstoff Boscalid ist weitgehend temperaturunabhängig und entfaltet seine Wirkung auch bei kühleren Temperaturen im zeitigen Frühjahr zuverlässig. Wichtig ist jedoch, dass die Kultur aktiv wächst, damit der systemische Transport des Wirkstoffs in der Pflanze optimal funktioniert. Vermeide Anwendungen bei unmittelbarer Frostgefahr.
Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Produkte für meine Kultur?
Du kannst ganz einfach über die Such- und Filterfunktion auf unserer Plattform nach deiner spezifischen Kultur (z. B. Winterraps) filtern. Dort werden dir alle in Deutschland registrierten Pflanzenschutzmittel übersichtlich angezeigt, sodass du gezielt Wirkstoffe für deine Fruchtfolge und dein Resistenzmanagement auswählen kannst.
Warum ist die vorbeugende Anwendung bei Rasput so wichtig?
Boscalid wirkt primär protektiv (vorbeugend). Es verhindert das Auskeimen der Pilzsporen und das Eindringen des Myzels in das Pflanzengewebe. Sobald ein Schaderreger wie Sclerotinia oder Alternaria bereits tief im Stängel oder Blatt etabliert ist, kann die Wirkung deutlich abfallen. Behandle daher stets vor den ersten sichtbaren Symptomen bzw. bei prognostizierter Infektionsgefahr.