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Rasput

BVL Zul.-Nr. 00A518-00

Rasput ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung ertragsrelevanter Pilzkrankheiten im Rapsanbau. Als modernes Fungizid, formuliert als wasserdispergierbares Granulat (WG), bietet es Rapsanbauern eine verlässliche Lösung zum Schutz ihrer Kulturen in kritischen Wachstumsphasen. Durch die Konzentration des bewährten Wirkstoffs Boscalid (500 g/kg) adressiert das Produkt ein breites Spektrum an Schadpilzen, die ohne adäquate Kontrolle zu massiven Ertrags- und Qualitätsverlusten führen können.

Das Zulassungsspektrum von Rasput umfasst die bedeutendsten pilzlichen Schaderreger im Raps. Hierzu zählen die Weißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum), die Rapsschwärze (Alternaria brassicae) sowie die Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans). Dank seiner hervorragenden vorbeugenden Wirkung schützt das Pflanzenschutzmittel die Rapspflanzen langanhaltend vor einer Infektion und sichert so die Vitalität der Bestände bis zur Ernte.

Die Flexibilität in der Anwendung erstreckt sich über einen weiten Zeitraum im Frühjahr und Sommer (BBCH 14 bis 75). Durch die gezielte Verteilung auf den Pflanzenteilen wird eine langanhaltende Schutzbarriere aufgebaut, die insbesondere während der empfindlichen Blütephase der Kultur von entscheidender Bedeutung ist, um den gefürchteten Sclerotinia-Befall effektiv zu unterbinden.

Wirkstoffe

Boscalid
500 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Rasput enthaltene Wirkstoff Boscalid gehört zur chemischen Gruppe der Carboxamide (SDHI – Succinat-Dehydrogenase-Inhibitoren) und ist in die FRAC-Gruppe 7 eingestuft. Boscalid greift gezielt in den Atmungskreislauf der Schadpilze ein. Es blockiert den Komplex II (Succinat-Dehydrogenase) in der mitochondrialen Atmungskette, wodurch die Energieversorgung (ATP-Synthese) des Pilzes unterbrochen wird. Dies führt zu einem raschen Wachstumsstopp der Keimschläuche und Hyphen sowie zur Hemmung der Sporenkeimung. Aufgrund seiner systemischen Eigenschaften wird der Wirkstoff nach der Behandlung von den grünen Pflanzenteilen aufgenommen und akropetal, also mit dem Saftstrom nach oben, in der Kultur verteilt. Dies gewährleistet, dass auch neu zuwachsende Pflanzenteile über einen gewissen Zeitraum geschützt bleiben und eine gleichmäßige Wirkstoffverteilung im gesamten Bestand erzielt wird.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzbildung der Schaderreger gegenüber SDHI-Fungiziden (FRAC-Gruppe 7) aktiv vorzubeugen, ist ein konsequentes Antiresistenzmanagement unerlässlich. Rasput sollte im Rahmen einer Spritzfolge stets im Wechsel mit Fungiziden eingesetzt werden, die über einen anderen Wirkungsmechanismus verfügen, wie beispielsweise Triazole (FRAC-Gruppe 3). Zudem sollte die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison nicht überschritten und das Pflanzenschutzmittel stets präventiv bei Infektionsgefahr eingesetzt werden, um den Selektionsdruck auf die Pilzpopulationen zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Rasput zeichnet sich durch eine hervorragende Mischbarkeit mit gängigen Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern aus, die im Rapsanbau üblich sind. Bei der Erstellung von Tankmischungen ist darauf zu achten, dass die Komponenten nacheinander vollständig im Tank gelöst werden, wobei Rasput als Granulat stets zuerst in den mit Wasser teilbefüllten Tank gegeben werden sollte. Die Verwendung von ausreichend Wasser (mindestens 200 bis 400 l/ha) sichert eine homogene Benetzung der Kultur. Vor großflächiger Anwendung komplexer Mischungen wird ein physischer Mischbarkeitstest empfohlen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Rasput sind die gesetzlich vorgeschriebenen Maßnahmen zum Anwenderschutz strikt einzuhalten, einschließlich des Tragens von Standard-Schutzkleidung (Schutzanzug, Handschuhe, Schutzbrille) während der Anmischung und Applikation. Zum Schutz von Gewässerorganismen und der aquatischen Umwelt sind die spezifischen Abstandsauflagen (Abdriftminderungsklassen) zu Oberflächengewässern gemäß den BVL-Zulassungsbestimmungen zu beachten. Das Produkt ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich eingestuft, dennoch sollte ein direkter Kontakt mit blühenden Unkräutern oder aktiv fliegenden Bienen vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
RapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)14–750.5 KILOGRAM_PER_HECTARE
RapsAlternaria brassicae65–750.5 KILOGRAM_PER_HECTARE
RapsSclerotinia sclerotiorum63–650.5 KILOGRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Sclerotinia im Raps?

Der beste Schutz gegen die Sklerotinia-Stängelfäule wird durch eine vorbeugende Anwendung während der Vollblüte des Rapses (BBCH-Stadien 63 bis 65) erzielt. Zu diesem Zeitpunkt fallen die ersten Blütenblätter ab und bleiben in den Blattachseln hängen, was dem Pilz als Nährboden dient. Eine Applikation in dieser Phase schützt die Eintrittspforten effektiv.

Wie verhält sich Rasput bei kühlen Temperaturen im zeitigen Frühjahr?

Der Wirkstoff Boscalid ist weitgehend temperaturunabhängig und entfaltet seine Wirkung bereits bei niedrigen Temperaturen ab ca. 5 bis 8 °C. Dies macht Rasput zu einem verlässlichen Partner für frühe Behandlungen gegen die Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans) im Frühjahr, sobald das Wachstum der Kultur wieder einsetzt.

Kann Rasput mit Blütenbehandlungen gegen den Rapsglanzkäfer kombiniert werden?

Ja, eine Tankmischung mit zugelassenen Insektiziden zur Bekämpfung von Rapsglanzkäfern oder Kohlschotenrüsslern ist in der Regel problemlos möglich. Dies spart Überfahrten und schützt die Kultur zeitgleich vor mechanischen Schäden und Pilzinfektionen, die über die Fraßstellen der Schädlinge eindringen können.

Welche Rolle spielt die Wasserhärte bei der Ausbringung von Rasput?

Die Formulierung von Rasput als wasserdispergierbares Granulat ist sehr stabil und wird durch die üblichen Schwankungen der Wasserhärte in landwirtschaftlichen Betrieben nicht negativ beeinflusst. Wichtiger ist eine ausreichende Wassermenge und eine gute Rührwerkstätigkeit, um eine gleichmäßige Suspension im Spritztank zu gewährleisten.

Warum ist der präventive Einsatz bei diesem Pflanzenschutzmittel so wichtig?

Boscalid wirkt primär protektiv (vorbeugend), indem es die Sporenkeimung und das frühe Myzelwachstum der Schadpilze blockiert. Sobald ein starker, sichtbarer Befall im Stängelgewebe etabliert ist, kann das Fungizid den Schaden nicht mehr rückgängig machen. Die Behandlung muss daher vor oder unmittelbar zu Beginn des Infektionsgeschehens erfolgen.

Wie lässt sich Rasput sinnvoll in eine Fruchtfolge mit hohem Rapsanteil integrieren?

In engen Rapsfruchtfolgen ist der Druck durch bodenbürtige Dauerformen (Sklerotien) besonders hoch. Hier sollte Rasput gezielt in Jahren mit feucht-warmer Witterung zur Blüte eingesetzt werden. Um Resistenzen vorzubeugen, sollte in den Zwischenjahren oder bei Vor- und Nachbehandlungen auf Wirkstoffe aus anderen Klassen (z. B. Azole) ausgewichen werden.