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OTHER · frunol delicia GmbH

Ratron Giftweizen

BVL Zul.-Nr. 034041-00

Ratron Giftweizen von frunol delicia GmbH ist ein hochwirksames, schnell wirkendes Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von Feldmäusen und anderen Schadnagern im Agrarbereich. Als gebrauchsfertiger Köder auf Basis von hochwertigem, imprägniertem Weizen zeichnet sich das Präparat durch eine hervorragende Attraktivität und eine extrem hohe Aufnahmebereitschaft aus. Es wird vor allem dann eingesetzt, wenn akuter Handlungsbedarf bei starkem Befall droht, um massive Ertrags- und Qualitätseinbußen in den betroffenen Kulturen abzuwenden.

Die spezielle Formulierung sorgt dafür, dass der Wirkstoff staubfrei und haftfest an das Weizenkorn gebunden bleibt. Dies erhöht die Anwendungssicherheit für den Anwender erheblich und schützt den Wirkstoff vor vorzeitiger Zersetzung durch normale Luftfeuchtigkeit. Durch die gezielte, verdeckte Ausbringung direkt in die Nagelöcher wird eine schnelle und effektive Dezimierung der Schaderreger-Population erreicht, ohne die umliegenden Kulturen zu beeinträchtigen.

Wirkstoffe

Zinkphosphid
25 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Zinkphosphid entfaltet seine Wirkung nach der Aufnahme durch den Schaderreger im Magen. Durch den Kontakt mit der Magensäure wird hochgiftiger Phosphorwasserstoff (Monophosphan) freigesetzt. Dieses Gas dringt rasch in den Blutkreislauf ein und blockiert die Zellatmung, insbesondere in den lebenswichtigen Organen, was zu einem schnellen und schmerzlosen Kreislaufkollaps führt. Da dieser biochemische Prozess auf einer akuten chemischen Reaktion im Magen-Darm-Trakt beruht und nicht auf einer zeitverzögerten Gerinnungshemmung (wie bei Antikoagulanzien), tritt die Wirkung extrem schnell ein. Dies verhindert zuverlässig die Entstehung einer Köderscheu innerhalb der Nagetierpopulation, da betroffene Tiere den Köder nicht mit einer verzögerten Schwächung assoziieren können.

Resistenzmanagement

Da es sich bei Zinkphosphid um einen akut wirkenden Giftstoff mit einem rein physikalisch-chemischen Zerstörungsmechanismus der Zellatmung handelt, sind Resistenzen bei Nagetieren im Vergleich zu Antikoagulanzien der ersten oder zweiten Generation praktisch ausgeschlossen. Ein aktives Resistenzmanagement im klassischen Sinne ist daher nicht erforderlich. Dennoch sollte die Anwendung stets im Rahmen eines integrierten Nagetier-Managements erfolgen, das auch mechanische Maßnahmen wie die Förderung von natürlichen Fressfeinden durch das Aufstellen von Sitzstangen für Greifvögel oder eine tiefe Bodenbearbeitung einschließt.

Mischbarkeit & Tankmischung

Als fester, gebrauchsfertiger Köder ist Ratron Giftweizen grundsätzlich nicht für die physikalische Mischung mit flüssigen Pflanzenschutzmitteln oder Düngemitteln in der Spritze geeignet. Eine Tankmischung ist technisch ausgeschlossen. Bei der Ausbringung ist streng darauf zu achten, dass die Köder absolut trocken ausgebracht werden. Feuchtigkeit im Applikationsgerät oder starker Regen unmittelbar nach der Anwendung können die Attraktivität des Köders mindern und zu einem vorzeitigen Abbau des Wirkstoffs führen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Ratron Giftweizen ist das Tragen von geeigneter persönlicher Schutzausrüstung, insbesondere Schutzhandschuhen, zwingend erforderlich, um Hautkontakt und das versehentliche Einatmen von Abriebstaub zu vermeiden. Zum Schutz von Nichtzielorganismen wie Vögeln, Wild und Haustieren darf das Pflanzenschutzmittel niemals offen auf der Bodenoberfläche verbleiben. Die Ausbringung muss verdeckt, idealerweise tief in die bewohnten Mäuselöcher mittels einer geeigneten Köderlanze oder eines Legestifts erfolgen, sodass ein direkter Zugang für andere Tiere ausgeschlossen ist.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Allgemein0 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie wird Ratron Giftweizen am effektivsten ausgebracht?

Die Ausbringung sollte verdeckt und direkt in die geöffneten Schlupflöcher der Schaderreger erfolgen. Hierzu eignet sich hervorragend ein spezieller Legestift (Köderlanze), mit dem die Körner tief in den Bau eingebracht werden können, ohne dass Rückstände an der Oberfläche verbleiben.

Welchen Einfluss hat das Wetter auf die Wirksamkeit der Behandlung?

Für einen optimalen Bekämpfungserfolg sollte die Anwendung an trockenen Tagen erfolgen. Bei starkem Regen oder anhaltender hoher Feuchtigkeit kann der Wirkstoff vorzeitig degradieren und die Attraktivität des Weizenköders für die Nager sinkt deutlich.

Warum ist die verdeckte Anwendung bei diesem Pflanzenschutzmittel gesetzlich vorgeschrieben?

Die verdeckte Anwendung dient dem Schutz von Nichtzielorganismen, insbesondere von Vögeln und Haustieren, die die roten Weizenkörner sonst fressen könnten. Durch das tiefe Einbringen in die Mäuselöcher wird sichergestellt, dass nur die Zielschädlinge Zugang zum Köder haben.

Gibt es eine Wartezeit bis zur Ernte oder Nutzung der behandelten Flächen?

Da der Köder verdeckt im Boden ausgebracht wird und nicht mit den oberirdischen Pflanzenteilen der Kulturen in Berührung kommt, ist die Wartezeit in der Regel durch die Anwendungsbestimmungen abgedeckt (oft als 'F' eingestuft, d.h. die Wartezeit ist durch die zugelassenen Anwendungsbedingungen und/oder die Vegetationszeit abgedeckt).

Wie erkenne ich, ob eine Behandlung mit Ratron Giftweizen erfolgreich war?

Ein erfolgreicher Einsatz zeigt sich durch ein rasches Nachlassen der Wühltätigkeit und das Ausbleiben frisch geöffneter Erdhaufen oder Schlupflöcher. Da der Tod der Schaderreger meist tief im Bau eintritt, findet man an der Oberfläche in der Regel keine toten Tiere, was auch das Risiko von Sekundärvergiftungen für Beutegreifer minimiert.

Kann Ratron Giftweizen auch vorbeugend ausgebracht werden?

Nein, eine vorbeugende Anwendung ist nicht zulässig. Die Behandlung darf erst nach dem Überschreiten von wirtschaftlichen Schadschwellen und bei akutem Befall durchgeführt werden. Eine regelmäßige Befallsüberwachung (z.B. durch die Lochtretmethode) ist im Vorfeld zwingend erforderlich.