Ratron Schermaus-Sticks
Ratron Schermaus-Sticks von der frunol delicia GmbH sind ein hochwirksames, gebrauchsfertiges Rodentizid zur gezielten Bekämpfung von Schermäusen (Wühlmäusen) in verschiedenen landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Kulturen. Die spezielle Formulierung als extrudierte Sticks macht den Köder extrem attraktiv für die Schaderreger und sorgt gleichzeitig für eine hervorragende Feuchtigkeitsbeständigkeit im Boden. Dies garantiert eine langanhaltende Attraktivität und Wirkung direkt im Gangsystem der Nagetiere.
Der bewährte Wirkstoff Zinkphosphid (8,0 g/kg) sorgt nach der Aufnahme für eine schnelle und sichere Wirkung. Da dieses Pflanzenschutzmittel ausschließlich unterirdisch in den aktiven Bauen der Schermäuse ausgebracht wird, wird das Risiko für Nichtzielorganismen an der Oberfläche auf ein Minimum reduziert. Dies macht die Sticks zu einem präzisen Werkzeug im modernen Kulturmanagement.
Der Einsatz dieses Mittels ist besonders in Obstanlagen, im Gemüsebau und auf Grünland von großer Bedeutung, da unterirdischer Wurzelfraß durch Schermäuse zu massiven Ertragsausfällen, Welkeerscheinungen und dem Absterben ganzer Kulturen führen kann. Eine rechtzeitige Behandlung sichert die Vitalität deines Bestandes und schützt deine Investitionen nachhaltig.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Zinkphosphid besitzt einen rein chemisch-physiologischen Wirkungsmechanismus. Nach der Aufnahme des Köders gelangt dieser in den Magen des Schaderregers. Dort reagiert das Zinkphosphid mit der körpereigenen Magensäure (Salzsäure), wodurch hochgiftiger Phosphorwasserstoff (Phosphin, PH3) im Magen-Darm-Trakt freigesetzt wird. Das freigesetzte Phosphingas diffundiert rasch in den Blutkreislauf und blockiert dort die Cytochrom-c-Oxidase in den Mitochondrien. Dadurch wird die Zellatmung und die lebensnotwendige ATP-Synthese der Nagetiere blockiert. Dies führt innerhalb kurzer Zeit zu einem irreversiblen Zusammenbruch des Stoffwechsels und zum schnellen, schmerzlosen Tod des Tieres, ohne dass eine langanhaltende Belastung der Umwelt entsteht, da sich der Wirkstoff im Körper des Nagers vollständig zersetzt.
Resistenzmanagement
Da es sich bei Zinkphosphid um einen akut toxischen Wirkstoff mit einem physikalisch-chemischen Wirkungsmechanismus handelt, ist eine physiologische Resistenzbildung bei Schermäusen äußerst unwahrscheinlich. Um jedoch einer verhaltensbedingten Köderscheu (Köderresistenz) vorzubeugen, musst du die Anwendung stets sorgfältig durchführen. Achte darauf, dass keine Köder an der Oberfläche zurückbleiben und die Sticks tief genug in den aktiven Gängen platziert werden. Bei anhaltendem Befallsdruck empfiehlt es sich, die chemische Bekämpfung mit mechanischen Maßnahmen wie Fallenstellerei abzuwechseln.
Mischbarkeit & Tankmischung
Da Ratron Schermaus-Sticks als feste, gebrauchsfertige Köderformulierung für die direkte, manuelle oder mechanische Unterbodenanwendung konzipiert sind, ist eine Tankmischung mit flüssigen Pflanzenschutzmitteln oder Blattdüngern technisch ausgeschlossen. Das Produkt darf niemals mit Wasser vermischt oder in Spritzgeräten angewendet werden. Führe die Ausbringung als separate, solitäre Behandlung direkt im Gangsystem der Schaderreger durch.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Ratron Schermaus-Sticks musst du die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung, insbesondere feste Schutzhandschuhe, tragen. Dies dient nicht nur deinem eigenen Schutz vor dem Wirkstoff, sondern verhindert auch, dass menschlicher Eigengeruch auf den Köder übertragen wird, was die Annahme durch die Schermäuse beeinträchtigen würde. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, gilt die allgemeine Vorsichtsmaßnahme, den Köder ausschließlich tief verdeckt in den Gängen auszubringen und die Applikationsstellen sorgfältig zu verschließen. Dadurch wird verhindert, dass Vögel, Haustiere oder andere oberirdisch lebende Wildtiere Zugang zum Wirkstoff erhalten.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| — | Allgemein | — | 0 GRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wie erkennst du, ob ein Schermausgang aktiv bewohnt ist, bevor du die Sticks ausbringst?
Nutze hierfür die sogenannte „Verwühlprobe“. Öffne das Gangsystem an einigen Stellen auf einer Länge von etwa 30 cm. Wenn die Schermäuse den Gang innerhalb von wenigen Stunden (meist innerhalb von 2 bis 6 Stunden) wieder mit Erde verschließen, ist das Gangsystem aktiv bewohnt und eine Behandlung mit den Sticks ist an dieser Stelle sinnvoll.
Warum ist es wichtig, die Köderstellen nach dem Auslegen der Sticks wieder sorgfältig zu verschließen?
Schermäuse meiden Licht und Zugluft im Gangsystem. Wenn du die Öffnung nicht licht- und winddicht verschließt (z. B. mit einer Grasnarbe oder einer Gehwegplatte), verwühlen die Tiere den Gang sofort mit Erde, wodurch die Köder verschüttet und unbrauchbar werden. Zudem schützt das Verschließen andere Tiere vor einer versehentlichen Aufnahme.
Kannst du die Schermaus-Sticks auch vorbeugend auf der Bodenoberfläche verstreuen?
Nein, eine oberflächliche Anwendung ist strengstens untersagt und zudem wirkungslos. Die Sticks müssen zwingend tief in den unterirdischen Gängen platziert werden. Eine offene Ausbringung gefährdet Vögel, Haustiere und anderes Wild und führt dazu, dass die Schermäuse den Köder nicht annehmen.
Welchen Einfluss hat die Witterung auf den Erfolg der Bekämpfung mit Ratron Schermaus-Sticks?
Obwohl die Sticks durch ihre spezielle Formulierung feuchtigkeitsbeständig sind, solltest du die Behandlung bevorzugt in Trockenperioden durchführen. Bei stark durchnässtem Boden oder Frost ist die Aktivität der Schermäuse oft reduziert, was die Köderaufnahme verschlechtert. Zudem lässt sich der Boden bei trockenem Wetter sauberer bearbeiten und verschließen.
Wie verhinderst du, dass Schermäuse eine Köderscheu gegen den Wirkstoff entwickeln?
Zinkphosphid wirkt sehr schnell. Wenn ein Tier jedoch eine zu geringe Dosis aufnimmt und überlebt, kann es eine Köderscheu entwickeln. Achte daher darauf, stets die empfohlene Ködermenge pro Applikationsstelle auszubringen, damit die Schermäuse direkt beim ersten Kontakt eine tödliche Dosis aufnehmen.
Warum solltest du beim Auslegen der Sticks unbedingt Handschuhe tragen?
Das Tragen von Handschuhen hat zwei wesentliche Gründe: Zum einen dient es deinem persönlichen Arbeitsschutz vor dem giftigen Wirkstoff. Zum anderen sind Schermäuse extrem geruchsempfindlich. Wenn du die Sticks mit bloßen Händen berührst, überträgst du deinen menschlichen Eigengeruch auf den Köder, was dazu führen kann, dass die Nagetiere den Stick meiden.