Redigo M
Redigo M von Bayer CropScience ist ein hochwirksames, flüssiges Pflanzenschutzmittel zur Saatgutbehandlung (Beizmittel). Es kombiniert zwei bewährte fungizide Wirkstoffe, um junge Kulturen bereits in der sensiblen Keimungs- und Auflaufphase vor wirtschaftlich bedeutenden Schaderregern zu schützen. Durch die Formulierung als flüssige Beize haftet das Mittel optimal am Korn und sorgt für eine gleichmäßige Verteilung des Wirkstoffschutzes auf jedem einzelnen Samen.
Die Kombination aus Metalaxyl und Prothioconazol deckt ein breites Spektrum an boden- und saatgutbürtigen Pilzen ab. Besonders im Fokus stehen dabei Erreger von Auflaufkrankheiten, Stängelfäule und Wurzelfäule, wie sie häufig durch Fusarium-Arten oder Pythium-Arten verursacht werden. Dies sichert einen homogenen Feldaufgang und stärkt die Vitalität der jungen Kulturen von Anfang an.
Dank der systemischen Eigenschaften der Wirkstoffe wird der Schutz nicht nur oberflächlich am Samen etabliert, sondern dringt in den Keimling ein und wandert mit dem Wachstum in die jungen Pflanzenteile. Dies macht Redigo M zu einem unverzichtbaren Baustein im modernen, integrierten Pflanzenschutz, insbesondere unter kühlen oder feuchten Auflaufbedingungen, die den Keimprozess verzögern.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die Wirkung von Redigo M basiert auf zwei komplementären biochemischen Mechanismen. Der Wirkstoff Prothioconazol gehört zur Klasse der Triazolinthione (FRAC-Gruppe 3) und fungiert als Demethylierungs-Inhibitor (DMI). Er blockiert die Biosynthese von Ergosterol in den Zellmembranen der Pilze, was zu strukturellen und funktionellen Defekten der Membran führt und das Myzelwachstum stoppt. Metalaxyl ergänzt dieses Spektrum hervorragend als systemisches Fungizid aus der Gruppe der Phenylamide (FRAC-Gruppe 4). Es hemmt spezifisch die RNA-Polymerase I der Oomyceten (wie Pythium-Arten) und unterbindet dadurch die ribosomale RNA-Synthese. Diese duale systemische Wirkung schützt die keimende Kultur sowohl von innen als auch von außen vor einem breiten Spektrum pilzlicher Schaderreger.
Resistenzmanagement
Um einer Resistenzbildung wirksam vorzubeugen, nutzt Redigo M die Kombination zweier Wirkstoffe mit völlig unterschiedlichen Wirkungsmechanismen (FRAC-Gruppe 3 und 4). Du solltest im weiteren Vegetationsverlauf darauf achten, nachfolgende Blattapplikationen mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen durchzuführen. Ein konsequenter Wechsel der Wirkmechanismen im Rahmen der Fruchtfolge und des integrierten Pflanzenschutzes sichert die langfristige Wirksamkeit dieser wertvollen Beiztechnologie.
Mischbarkeit & Tankmischung
Da Redigo M als Saatgutbehandlungsmittel direkt in professionellen Beizanlagen appliziert wird, ist eine klassische Tankmischung in der Feldspritze nicht relevant. Bei der Kombination mit anderen Beizmitteln (wie Insektiziden oder Vogelrepellents) sowie spezifischen Haftmitteln (Flowability-Hilfsmitteln) solltest du vorab stets die physikalische Mischbarkeit und die Keimfähigkeit des behandelten Saatguts prüfen. Achte auf eine gleichmäßige Benetzung und eine exakte Dosierung, um Abrieb und Staubentwicklung während der Aussaat zu minimieren.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit gebeiztem Saatgut und während des Beizvorgangs ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung, wie Schutzhandschuhe und Atemschutz bei Staubentwicklung, unerlässlich. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, gilt die allgemeine Vorsichtsmaßnahme: Vermeide Staubverwehungen bei der Aussaat, um Wildbienen und andere Bestäuber nicht zu gefährden. Nutze moderne Sämaschinen mit Abdriftminderungskits und achte darauf, dass kein gebeiztes Saatgut offen auf dem Feld liegen bleibt, um Vögel und Kleinsäuger vor der Aufnahme zu schützen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| — | Allgemein | — | 0 GRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wie lagerst du mit Redigo M behandeltes Saatgut am besten?
Du solltest das behandelte Saatgut kühl, trocken und gut belüftet lagern. Schütze es vor direkter Sonneneinstrahlung und extremen Temperaturschwankungen, um die Keimfähigkeit nicht zu beeinträchtigen. Achte darauf, dass die Säcke für Nagetiere und Vögel unzugänglich aufbewahrt werden.
Worauf musst du bei der Aussaat von mit Redigo M gebeiztem Saatgut achten?
Verwende präzise eingestellte Sämaschinen, um Abrieb und Staubentwicklung zu minimieren. Es wird empfohlen, staubmindernde Geräte (z. B. Deflektoren) zu nutzen. Achte darauf, dass das Saatgut vollständig mit Erde bedeckt ist, damit Vögel und Wildtiere keinen Zugang zu den gebeizten Körnern haben.
Kannst du Redigo M selbst auf dem Hof anwenden?
Nein, Redigo M ist für die professionelle Anwendung in industriellen Beizanlagen konzipiert. Eine gleichmäßige und staubfreie Applikation erfordert spezialisierte Technik, um die optimale Wirkstoffmenge auf jedem Korn zu garantieren und den Anwenderschutz sicherzustellen.
Warum ist die Kombination aus Metalaxyl und Prothioconazol so wertvoll für den Auflaufschutz?
Die beiden Wirkstoffe ergänzen sich perfekt: Während Prothioconazol hervorragend gegen klassische Pilze wie Fusarium wirkt, schließt Metalaxyl die Lücke gegen Oomyceten wie Pythium (Erreger der Umfallkrankheit). Dadurch erhältst du einen lückenlosen Schutz gegen das gesamte Spektrum der Auflaufkrankheiten.
Wie erkennst du, ob deine Kultur von Auflaufkrankheiten bedroht ist?
Ein erhöhtes Risiko besteht besonders bei kühler, nasser Witterung nach der Aussaat, da sich die Keimung verzögert und Pilze im Boden leichtes Spiel haben. Wenn du lückenhafte Bestände oder verbräunte, kollabierte Keimlinge beobachtest, liegt oft ein Befall vor – hier beugt die Beizung mit Redigo M effektiv vor.
Wie findest du heraus, ob Redigo M für deine spezifische Kultur in Deutschland zugelassen ist?
Du kannst die aktuellen Zulassungsdetails und spezifischen Anwendungsbestimmungen jederzeit direkt über die Online-Datenbank des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) abfragen, indem du die Registrierungsnummer 007996-00 eingibst.