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OTHER · Bayer CropScience Deutschland GmbH

Redigo Pro

BVL Zul.-Nr. 00B452-00

Redigo Pro ist ein hochwirksames, systemisches Pflanzenschutzmittel zur Saatgutbehandlung (Beizmittel) in verschiedenen Getreidekulturen. Entwickelt von der Bayer CropScience Deutschland GmbH, kombiniert dieses Präparat zwei bewährte Wirkstoffe aus der Klasse der Triazole, um einen lückenlosen Schutz des Keimlings direkt ab der Aussaat zu gewährleisten. Die flüssige Formulierung (Suspensionskonzentrat zur Saatgutbehandlung, FS) ermöglicht eine gleichmäßige und staubfreie Verteilung auf dem Korn, was die Applikationssicherheit und die biologische Wirksamkeit optimiert.

Das Wirkungsspektrum von Redigo Pro konzentriert sich auf wirtschaftlich bedeutende, samen- und bodenbürtige Schaderreger. Es bietet einen exzellenten Schutz gegen Erreger wie Schneeschimmel, Steinbrand, Flugbrand und Streifenkrankheit. Durch den frühen Schutz der jungen Kulturen wird ein vitaler Feldaufgang gesichert, der die Basis für ertragsstarke Bestände bildet.

Wirkstoffe

Prothioconazol
150 g/L · Wirkstoff
Tebuconazol
20 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die biologische Aktivität von Redigo Pro basiert auf der synergistischen Kombination von Prothioconazol und Tebuconazol. Beide Wirkstoffe gehören zur chemischen Gruppe der Triazole (DMI-Fungizide) und sind im FRAC-Code unter der Gruppe 3 (Sterol-Biosynthese-Inhibitoren, SBI) klassifiziert. Sie hemmen die C14-Demethylase im Stoffwechselweg der Pilze, was die Biosynthese von Ergosterol – einem essenziellen Bestandteil der pilzlichen Zellmembran – blockiert. Ohne Ergosterol verliert die Zellmembran ihre strukturelle Integrität und Funktion, was zum Absterben des Schaderregers führt. Durch die systemischen Eigenschaften werden die Wirkstoffe nach der Keimung von der Wurzel aufgenommen und in der jungen Kultur verteilt. Dies schützt nicht nur das Saatgut selbst, sondern auch die empfindlichen Keimscheiden und ersten Laubblätter vor einer frühen Infektion durch bodenbürtige Pilze.

Resistenzmanagement

Da beide aktiven Komponenten von Redigo Pro der FRAC-Gruppe 3 angehören, ist ein konsequentes Resistenzmanagement unerlässlich, um die langfristige Wirksamkeit der DMI-Fungizide zu sichern. Um dem Risiko einer Resistenzbildung vorzubeugen, sollte die Beizung mit Redigo Pro in eine ganzheitliche Pflanzenschutzstrategie integriert werden. Dies beinhaltet den konsequenten Wechsel von Wirkstoffklassen bei nachfolgenden Blattapplikationen im Frühjahr (z. B. durch den Einsatz von Carboxamiden oder Strobilurinen) sowie pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine weite Fruchtfolge und den Anbau toleranter Sorten.

Mischbarkeit & Tankmischung

Als spezialisiertes Beizmittel wird Redigo Pro in der Regel direkt in professionellen Saatgutaufbereitungsanlagen appliziert. Bei einer eventuellen Mischung mit speziellen Beizhilfsmitteln, Mikronährstoffen oder anderen zugelassenen Beizkomponenten ist vorab stets die physikalische und biologische Verträglichkeit zu prüfen. Eine gleichmäßige Benetzung des Saatguts erfordert eine präzise Kalibrierung der Beizgeräte sowie die Einhaltung der empfohlenen Wassermengen, um ein optimales Fließverhalten des behandelten Korns zu gewährleisten.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel und dem behandelten Saatgut ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Atemschutz bei Staubentwicklung, zwingend erforderlich. Um Nichtzielorganismen und die Umwelt zu schützen, darf gebeiztes Saatgut nicht offen auf dem Feld verbleiben; es muss vollständig in den Boden eingearbeitet werden, um Vögel und Kleinsäuger vor einer Aufnahme zu bewahren. Zudem sind die spezifischen Anwendungsbestimmungen zum Schutz von Gewässern und aquatischen Organismen strikt einzuhalten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Allgemein0 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Redigo Pro?

Die Anwendung erfolgt ausschließlich vor der Aussaat als Saatgutbehandlung. Das professionell gebeizte Saatgut kann anschließend im regulären Aussaatfenster der jeweiligen Kultur ausgebracht werden. Eine Anwendung im stehenden Bestand (als Blattspritzung) ist nicht zulässig.

Wie beeinflusst die Beizung mit Redigo Pro die Keimfähigkeit des Saatguts?

Bei sachgerechter Anwendung und Einhaltung der empfohlenen Aufwandmengen hat Redigo Pro keinen negativen Einfluss auf die Keimfähigkeit oder Triebkraft des Saatguts. Es schützt den Keimling vielmehr vor pathogenen Pilzen, was die Vitalität des Auflaufs unter kühlen oder feuchten Bedingungen deutlich verbessert.

Kann mit Redigo Pro behandeltes Saatgut für die nächste Saison gelagert werden?

Ja, ordnungsgemäß gebeiztes und trockenes Saatgut kann unter kühlen, trockenen und gut belüfteten Bedingungen gelagert werden. Vor der tatsächlichen Aussaat im Folgejahr wird jedoch dringend empfohlen, eine Keimfähigkeitsprüfung durchzuführen, um eventuelle Lagereinflüsse auszuschließen.

Welche Rolle spielt das BBCH-Stadium bei einer Saatgutbehandlung wie Redigo Pro?

Da das Pflanzenschutzmittel direkt auf das Korn appliziert wird, entfaltet es seine Schutzwirkung bereits vor dem BBCH-Stadium 00 (Trockenes Samenkorn) und sichert die sensiblen Phasen der Keimung (BBCH 01 bis 09) sowie des frühen Auflaufens gegen boden- und samenbürtige Schaderreger ab.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für meine Kulturen?

Nutzen Sie die Filterfunktion in unserer Produktdatenbank. Wählen Sie Ihre spezifische Kultur und den Ziel-Schaderreger aus, um eine vollständige Übersicht aller in Deutschland registrierten Beizmittel, Fungizide und alternativen Pflanzenschutzlösungen inklusive der BVL-Zulassungsdaten zu erhalten.

Müssen beim Drillen von mit Redigo Pro behandeltem Saatgut besondere Techniken eingesetzt werden?

Ja, um die Staubentwicklung während des Sävorgangs zu minimieren und die Umwelt zu schonen, sind beim Einsatz von pneumatischen Sämaschinen zertifizierte, abwindminimierende Systeme zu verwenden. Zudem muss das Saatgut vollständig in den Boden eingearbeitet werden.