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OTHER · BASF SE

Relenya

BVL Zul.-Nr. 00A610-00

Relenya von BASF ist ein hochmodernes Pflanzenschutzmittel, das als innovatives Beizmittel (Fließkonzentrat zur Saatgutbehandlung, FS) konzipiert ist. Mit dem zukunftsweisenden Wirkstoff Mefentrifluconazole setzt dieses Produkt neue Maßstäbe im frühen Schutz von Kulturen gegen ein breites Spektrum wirtschaftlich bedeutender pilzlicher Schaderreger. Es bietet landwirtschaftlichen Betrieben eine zuverlässige Basis für einen gesunden Feldaufgang und eine vitale Jugendentwicklung.

Der enthaltene Wirkstoff gehört zur Klasse der Triazole, zeichnet sich jedoch durch eine einzigartige molekulare Flexibilität aus. Dies ermöglicht eine herausragende Kurativ- und Dauerwirkung direkt ab der Keimung. Da der Schutzfilm den Samen umgibt und systemisch in den Keimling transportiert wird, sind die jungen Kulturen bereits in den kritischen ersten Wachstumsphasen optimal gegen boden- und samenbürtige Infektionen geschützt.

Durch seine spezielle Formulierung haftet Relenya hervorragend am Saatgut, was den Abrieb minimiert und die Staubentwicklung während der Aussaat drastisch reduziert. Dies sorgt nicht nur für eine gleichmäßige Wirkstoffverteilung auf jedem einzelnen Korn, sondern verbessert auch die Anwendersicherheit und schützt die Umwelt während des gesamten Aussaatprozesses.

Wirkstoffe

Mefentrifluconazole
50 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Mefentrifluconazole gehört zur FRAC-Gruppe 3 (Demethylierungs-Inhibitoren, kurz DMI). Er blockiert die C14-Demethylase im Biosyntheseweg des Ergosterols, welches ein essenzieller Baustein für die Zellmembranen von Pilzen ist. Ohne Ergosterol verliert die Zellmembran der Schaderreger ihre strukturelle Integrität und Funktionalität, was letztlich zum Absterben des Pilzes führt. Das Besondere an Mefentrifluconazole ist seine chemische Struktur mit einer flexiblen Isopropanol-Brücke. Diese Struktur ermöglicht es dem Wirkstoff, sich flexibel an das Zielenzym des Pilzes anzupassen, selbst wenn dieses bereits Mutationen aufweist. Dadurch entfaltet Relenya auch gegen Stämme, die gegenüber herkömmlichen Triazolen eine verminderte Sensitivität zeigen, eine außergewöhnlich hohe und konstante biologische Wirksamkeit.

Resistenzmanagement

Um die langfristige Wirksamkeit dieses modernen Wirkstoffs zu sichern, ist ein konsequentes Antiresistenzmanagement unerlässlich. Da Mefentrifluconazole der FRAC-Gruppe 3 angehört, sollte die Anwendung im Rahmen einer integrierten Pflanzenschutzstrategie erfolgen. Dies beinhaltet den bewussten Wechsel mit Wirkstoffen aus anderen FRAC-Klassen in den nachfolgenden Blattspritzungen. Zudem trägt die präzise Einhaltung der empfohlenen Aufwandmengen und die Vermeidung von wiederholten Solo-Anwendungen desselben Wirkstofftyps in der Fruchtfolge entscheidend dazu bei, das Risiko einer Selektion resistenter Schaderreger-Biotypen zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Da Relenya primär als Saatgutbehandlungsmittel formuliert ist, bezieht sich die Mischbarkeit hauptsächlich auf die Kombination mit anderen Beizmitteln, wie etwa spezifischen Insektiziden zur Drahtwurm- oder Vektorenbekämpfung, sowie flüssigen Mikronährstoffen zur Startdüngung. Vor der Herstellung größerer Mischungen im Beizgerät wird dringend empfohlen, eine physikalische Verträglichkeitsprobe im kleinen Maßstab durchzuführen. Zudem ist auf eine gleichmäßige Benetzung und die Einhaltung der vom Hersteller vorgegebenen Wassermengen zu achten, um Verklebungen des Saatguts oder eine unzureichende Trocknung zu verhindern.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Relenya und dem behandelten Saatgut steht der Schutz von Anwender und Umwelt im Vordergrund. Das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA) – einschließlich Schutzhandschuhen, Schutzanzug und Atemschutz bei staubenden Arbeiten – ist obligatorisch. Um Nichtzielorganismen und die aquatische Umwelt zu schützen, müssen behandelte Samen vollständig in den Boden eingebracht werden; ein Verschütten ist strikt zu vermeiden. Das Produkt ist so eingestuft, dass bei sachgemäßer, bodennaher Aussaat und der Verwendung moderner, abriebmindernder Sätechnik das Risiko für Bienen, Vögel und andere freilebende Tiere minimiert wird.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Allgemein0 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Was unterscheidet den Wirkstoff in Relenya von klassischen Triazolen?

Relenya enthält Mefentrifluconazole, das erste Isopropanol-Triazol. Seine molekulare Flexibilität erlaubt es dem Wirkstoff, sich extrem fest an das Zielenzym des Pilzes zu binden, selbst wenn dieses Mutationen aufweist. Dadurch wirkt es auch dort zuverlässig, wo ältere Triazole bereits Wirksamkeitsschwächen zeigen.

Wie wirkt sich die Beizung mit Relenya auf die Fließeigenschaften des Saatguts aus?

Die moderne Formulierung von Relenya wurde speziell für eine hervorragende Haftung am Korn entwickelt. Sie sorgt für eine glatte Oberfläche des Saatguts, optimiert die Fließeigenschaften in der Sämaschine und minimiert den gefährlichen Staubabrieb während des Transports und der Aussaat.

Kann mit Relenya behandeltes Saatgut bis zur nächsten Saison gelagert werden?

Ja, ordnungsgemäß behandeltes Saatgut kann unter kühlen, trockenen und gut belüfteten Bedingungen gelagert werden. Es wird jedoch empfohlen, vor der Aussaat im Folgejahr eine Keimfähigkeitsprüfung durchzuführen, um sicherzustellen, dass die Vitalität des Saatguts durch die Lagerung nicht beeinträchtigt wurde.

Welche Rolle spielt Relenya im integrierten Pflanzenschutz (IPS)?

Als Saatgutbehandlung wirkt Relenya hochselektiv direkt am Korn und schont dadurch oberirdische Nützlinge. Es verhindert die frühe Etablierung von Schaderregern im Bestand, wodurch der spätere Bedarf an flächigen Blattspritzungen reduziert und die Flexibilität im Spritzfenster erhöht wird.

Müssen bei der Aussaat von mit Relenya behandeltem Saatgut bestimmte Umweltauflagen beachtet werden?

Ja, um Vögel und Kleinsäuger zu schützen, muss das behandelte Saatgut vollständig in den Boden eingearbeitet werden, insbesondere am Ende der Säreihen. Zudem ist bei der Verwendung von pneumatischen Sämaschinen darauf zu achten, dass die Abluft so abgeleitet wird, dass keine Staubverdriftungen auf benachbarte Flächen entstehen.