Rhizopon AA 0,5% Pulver
Rhizopon AA 0,5% Pulver ist ein hochspezialisiertes Pflanzenschutzmittel zur gezielten Förderung der Bewurzelung von Stecklingen. Als gebrauchsfertiges Pulver hat es sich im professionellen Zierpflanzenbau und in Baumschulen fest etabliert. Es unterstützt die vegetative Vermehrung einer Vielzahl von Kulturen, indem es eine schnelle, gleichmäßige und kräftige Wurzelbildung initiiert.
Durch die feine Pulverformulierung haftet der Wirkstoff optimal an den Schnittstellen der Stecklinge. Dies gewährleistet eine gleichmäßige Wirkstoffaufnahme direkt an der Basis, wo die Wurzelneubildung stattfinden soll. Das Produkt eignet sich hervorragend für die rationelle Vermehrung im Erwerbsgartenbau, um Ausfälle zu minimieren und homogene Jungpflanzenbestände zu sichern.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff 4-(Indol-3-yl)buttersäure (IBA) ist ein synthetisches Auxin (Phytohormon). Nach der Aufnahme über die Schnittfläche des Stecklings imitiert er die Wirkung der natürlichen, pflanzeneigenen Auxine und stimuliert die Zellteilung sowie die Differenzierung von undifferenziertem Gewebe zu funktionellen Wurzelprimordien. Durch diesen hormonellen Reiz wird der Transport von Nährstoffen und Assimilaten zur Stecklingsbasis verstärkt. Dies führt zu einer beschleunigten Initiierung von Adventivwurzeln und sorgt für ein kräftiges, weit verzweigtes Wurzelsystem, das die spätere Nährstoff- und Wasseraufnahme der jungen Kultur sichert.
Resistenzmanagement
Da es sich bei 4-(Indol-3-yl)buttersäure um einen Wachstumsregulator zur Stecklingsbewurzelung und nicht um ein Fungizid, Herbizid oder Insektizid handelt, ist das Risiko einer klassischen Resistenzbildung bei Schaderregern nicht gegeben. Ein Resistenzmanagement im Sinne von Wirkstoffwechseln zur Vermeidung von Selektion ist daher für diese Anwendung nicht erforderlich. Zur Gesunderhaltung der Stecklinge sollte jedoch stets auf eine strenge Hygiene im Vermehrungsbereich geachtet werden.
Mischbarkeit & Tankmischung
Rhizopon AA 0,5% Pulver wird als gebrauchsfertiges Puder direkt auf die Schnittstelle der Stecklinge aufgetragen und ist nicht für die Herstellung von Spritzbrühen oder Tankmischungen vorgesehen. Eine physikalische Mischung mit anderen Pflanzenschutzmitteln oder Düngemitteln im Pulverzustand wird nicht empfohlen, da dies die Haftfähigkeit und die exakte Dosierung des Wirkstoffs beeinträchtigen kann. Eventuelle Pflanzenschutzmaßnahmen gegen bodenbürtige Schaderreger sollten separat im Substrat oder als anschließende Gießbehandlung durchgeführt werden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Bei der Anwendung von Rhizopon AA 0,5% Pulver ist das Tragen von geeigneter persönlicher Schutzausrüstung, insbesondere von Schutzhandschuhen und einer Staubmaske, ratsam, um das Einatmen des Pulvers und direkten Hautkontakt zu vermeiden. Da die Anwendung lokal und in geschlossenen Vermehrungssystemen oder kontrollierten Gartenbaubetrieben erfolgt, ist das Risiko eines Eintrags in die Umwelt, in Oberflächengewässer oder auf Nichtzielorganismen wie Bienen als äußerst gering einzustufen. Dennoch sind die lokalen Abstands- und Entsorgungsvorschriften strikt einzuhalten.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| — | Allgemein | — | 0 GRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wie wird Rhizopon AA 0,5% Pulver praktisch auf die Stecklinge aufgetragen?
Die Stecklingsbasis wird etwa 1 bis 2 cm tief in das Pulver gedippt. Überschüssiges Pulver wird leicht abgeklopft, sodass nur ein dünner Film an der Schnittstelle haftet. Anschließend werden die Stecklinge direkt in das Vermehrungssubstrat gesteckt, wobei darauf zu achten ist, dass das Pulver beim Stecken nicht abgestreift wird.
Welchen Einfluss hat der Verholzungsgrad der Stecklinge auf den Erfolg der Behandlung?
Rhizopon AA 0,5% Pulver ist optimal auf krautige bis mittelschwer verholzende Stecklinge abgestimmt. Für extrem weiche, krautige Stecklinge sind oft niedrigere Konzentrationen ratsam, während stark verholzte Stecklinge von Gehölzen manchmal höhere Wirkstoffkonzentrationen erfordern, um den hormonellen Reiz zur Wurzelbildung auszulösen.
Kann das Pulver auch in Wasser gelöst als Gießbehandlung verwendet werden?
Nein, dieses Produkt ist als gebrauchsfertiges Pulver formuliert und nicht für die Herstellung einer wässrigen Lösung geeignet. Für Gieß- oder Tauchanwendungen müssen die dafür speziell registrierten, wasserlöslichen Tabletten oder flüssigen Formulierungen des Herstellers verwendet werden.
Was muss beim Vermehrungssubstrat nach der Behandlung beachtet werden?
Das Substrat sollte gut durchlässig, strukturstabil und mäßig feucht sein. Ein zu nasses Substrat kann Sauerstoffmangel an der Schnittstelle verursachen, was trotz der hormonellen Stimulation zu Fäulnis führt und den Bewurzelungserfolg stark gefährdet.
Wie lange können die behandelten Stecklinge vor dem Stecken gelagert werden?
Behandelte Stecklinge sollten unverzüglich gesteckt werden. Eine Lagerung nach dem Einpudern ist zu vermeiden, da der Wirkstoff durch austretenden Pflanzensaft angelöst wird und bei anschließender Austrocknung die empfindlichen Zellen an der Schnittstelle schädigen kann.
Spielt das BBCH-Stadium der Mutterpflanze eine Rolle für den Erfolg der Anwendung?
Ja, Stecklinge sollten idealerweise von gesunden, vegetativ aktiven Mutterpflanzen geschnitten werden, bevorzugt in BBCH-Stadien des aktiven Triebwachstums vor der Blütenknospenentwicklung. Generative Pflanzenteile weisen ein verändertes Hormongleichgewicht auf, was die Bewurzelungsfähigkeit deutlich herabsetzt.