Rosenpilzfrei SAPROL N Konzentrat
Rosenpilzfrei SAPROL N Konzentrat von Evergreen Garden Care ist ein bewährtes, flüssiges Pflanzenschutzmittel auf Basis des klassischen Wirkstoffs Schwefel. Es wurde speziell für den Schutz von Zierpflanzen, insbesondere Rosen, gegen wirtschaftlich bedeutende Pilzkrankheiten entwickelt. Als flüssiges Konzentrat lässt es sich leicht dosieren und zeichnet sich durch eine hervorragende Verteilung auf der Blattoberfläche aus.
Der Schwerpunkt des Wirkungsspektrums liegt auf Echten Mehltaupilzen (Erysiphaceae). Durch seine spezielle Formulierung bietet das Produkt sowohl eine vorbeugende (protektive) Schutzwirkung als auch eine kurative Wirkung in frühen Infektionsstadien. Es bildet einen gleichmäßigen Spritzbelag, der die Keimung von Pilzsporen effektiv unterbindet.
Dank der natürlichen Herkunft des Wirkstoffs Schwefel ist dieses Pflanzenschutzmittel ein unverzichtbarer Baustein im integrierten Pflanzenschutz sowie im Haus- und Kleingartenbereich. Es kombiniert eine zuverlässige Breitenwirkung gegen Schaderreger mit einer guten Pflanzenverträglichkeit bei sachgerechter Anwendung.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Schwefel ist in die FRAC-Gruppe M02 (Multi-Site-Kontaktaktivität) eingestuft. Im Gegensatz zu systemischen Fungiziden greift Schwefel an mehreren Stellen im Stoffwechsel des Schaderregers gleichzeitig an. Nach der Applikation dringt elementarer Schwefel in die Sporen und das Myzel des Pilzes ein, wo er als Wasserstoffakzeptor fungiert und die Zellatmung in den Mitochondrien empfindlich stört. Darüber hinaus führt die Entstehung von Schwefelwasserstoff in den Pilzzellen zur Denaturierung von Proteinen und zur Zerstörung von Zellmembranen. Diese unspezifische, physikalisch-chemische Wirkungsweise macht es dem Pilz nahezu ummöglich, Resistenzen gegen den Wirkstoff zu entwickeln. Neben der fungiziden Wirkung besitzt Schwefel auch eine bekannte, dämpfende Nebenwirkung auf Spinnmilben (akarizider Nebeneffekt).
Resistenzmanagement
Aufgrund seiner Einstufung als Multi-Site-Inhibitor (FRAC-Gruppe M02) weist Schwefel ein extrem geringes Risiko für die Entstehung von Resistenzen auf. Rosenpilzfrei SAPROL N Konzentrat eignet sich daher hervorragend als Baustein in einer vorausschauenden Antiresistenzstrategie. Es kann ideal im Wechsel mit systemischen Fungiziden eingesetzt werden, um deren Wirkungsdauer zu verlängern und die Selektion resistenter Pilzstämme in der Kultur effektiv zu verhindern.
Mischbarkeit & Tankmischung
Bei der Herstellung von Tankmischungen ist darauf zu achten, dass Schwefelpräparate im sauren bis neutralen pH-Bereich des Spritzwassers stabil sind. Eine Kombination mit stark alkalischen Produkten oder kupferhaltigen Pflanzenschutzmitteln sollte vermieden werden, um Phytotoxizität zu verhindern. Zudem dürfen Schwefelanwendungen nicht unmittelbar vor oder nach Behandlungen mit mineralischen oder pflanzlichen Ölen erfolgen (Sicherheitsabstand von mindestens 14 Tagen einhalten), da dies zu schweren Blattschäden führen kann.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Bei der Anwendung von Rosenpilzfrei SAPROL N Konzentrat ist die persönliche Schutzausrüstung (PSA) gemäß den Vorgaben der Gebrauchsanleitung zu tragen. Der Wirkstoff Schwefel ist als bienenungefährlich (B4) eingestuft, weshalb das Pflanzenschutzmittel auch auf blühenden Kulturen eingesetzt werden darf. Dennoch sind Abdriftminderungsklassen und Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern strikt einzuhalten, um aquatische Organismen zu schonen. Schwefel kann bei extremen Temperaturen (> 28 °C) und starker Sonneneinstrahlung phytotoxisch wirken, weshalb Behandlungen in den kühlen Morgen- oder Eveningstunden durchgeführt werden sollten.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| — | Allgemein | — | 0 GRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wie beeinflusst die Temperatur die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Rosenpilzfrei SAPROL N Konzentrat?
Schwefel benötigt für eine optimale fungizide Wirkung Temperaturen von über 15 °C, da erst dann genügend Wirkstoffdampf entsteht. Bei Temperaturen über 28 °C steigt jedoch das Risiko von Verbrennungen (Phytotoxizität) an den Blättern und Blüten drastisch an. Applizieren Sie das Produkt daher an heißen Sommertagen ausschließlich in den kühlen Morgen- oder Abendstunden.
Kann das Produkt im biologischen Anbau oder im Haus- und Kleingartenbereich genutzt werden?
Ja, der Wirkstoff Schwefel ist ein Naturstoff und für den ökologischen Landbau sowie für die Anwendung im Haus- und Kleingartenbereich (HuK) zugelassen. Es bietet eine umweltschonende Möglichkeit, Zierpflanzen ohne synthetisch-chemische Wirkstoffe gesund zu erhalten.
Welcher zeitliche Abstand muss zu Behandlungen mit ölhaltigen Produkten eingehalten werden?
Zwischen einer Anwendung von Rosenpilzfrei SAPROL N Konzentrat und Spritzungen mit mineralischen oder pflanzlichen Ölen (z. B. zur Schädlingsbekämpfung) muss ein Sicherheitsabstand von mindestens 14 Tagen liegen. Eine direkte Mischung oder zu dichte Abfolge führt zu schweren Blattschäden durch die Zerstörung der Wachsschicht.
Wirkt das Mittel auch systemisch oder muss die Kultur komplett benetzt werden?
Schwefel ist ein reines Kontaktfungizid mit zusätzlicher Gasphase, besitzt aber keine systemischen Eigenschaften. Für einen optimalen Bekämpfungserfolg ist eine lückenlose und tropfnasse Benetzung aller grünen Pflanzenteile (Blattober- und -unterseiten) der Kultur zwingend erforderlich.
Wie oft darf Rosenpilzfrei SAPROL N Konzentrat pro Saison angewendet werden?
Die genaue Anzahl der maximalen Anwendungen richtet sich nach den aktuellen Zulassungsbestimmungen des BVL für die jeweilige Kultur. Generell sollte bei wiederholten Behandlungen auf einen ausreichenden Spritzabstand (meist 7 bis 14 Tage) geachtet werden, um die Kultur nicht physiologisch zu stressen.
Hilft das Produkt auch gegen andere Pilzkrankheiten wie Sternrußtau oder Rosenrost?
Der primäre Fokus von Schwefel liegt auf dem Echten Mehltau. Gegen Sternrußtau und Rosenrost zeigt Schwefel lediglich eine gewisse Nebenwirkung, reicht bei starkem Befallsdruck jedoch meist nicht als alleinige Maßnahme aus. In solchen Fällen empfiehlt sich der gezielte Wechsel mit spezialisierten Rost- und Fleckenpilz-Fungiziden.