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Rubin Plus

BVL Zul.-Nr. 008748-00

Rubin Plus ist ein hochmodernes, flüssiges Pflanzenschutzmittel zur Saatgutbehandlung (Beizmittel) aus dem Hause BASF. Es wurde speziell entwickelt, um auflaufende Kulturen direkt in der kritischen Startphase vor einem breiten Spektrum wirtschaftlich bedeutender Schaderreger zu schützen. Durch die Kombination von drei leistungsstarken Wirkstoffen bietet das Präparat einen lückenlosen Schutzschild für das Saatgut und den jungen Keimling.

Die fließfähige Formulierung (FS) garantiert eine hervorragende Haftung am Korn und eine gleichmäßige Verteilung des Wirkstofffilms. Dies ist die Grundvoraussetzung für einen homogenen Feldaufgang und vitale Jungpflanzen, selbst unter ungünstigen Witterungs- und Bodenbedingungen im Herbst oder Frühjahr. Rubin Plus etabliert sich damit als Premium-Lösung für die professionelle Saatguthygiene.

Durch die gezielte Ausschaltung von samen- und bodenbürtigen Pilzinfektionen sichert das Pflanzenschutzmittel das genetische Ertragspotenzial der Kultur von Anfang an. Es unterstützt eine kräftige Wurzelentwicklung, was die Nährstoff- und Wasseraufnahme der jungen Kulturen maßgeblich verbessert.

Wirkstoffe

Fludioxonil
33.3 g/L · Wirkstoff
Fluxapyroxad
33.3 g/L · Wirkstoff
Triticonazol
33.3 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die herausragende Wirksamkeit von Rubin Plus basiert auf dem synergetischen Zusammenspiel dreier Wirkstoffe mit völlig unterschiedlichen biochemischen Angriffspunkten. Fluxapyroxad gehört zur Gruppe der SDHI (Succinat-Dehydrogenase-Inhibitoren, FRAC-Gruppe 7). Es blockiert die Atmungskette in den Mitochondrien der Pilzzellen, wodurch die Energieversorgung der Schaderreger zusammenbricht. Triticonazol, ein bewährter Vertreter der Triazole (DMI, FRAC-Gruppe 3), hemmt die Sterol-Biosynthese und stört damit den Aufbau der pilzlichen Zellmembranen. Ergänzt wird dieses Duo durch Fludioxonil (FRAC-Gruppe 12, Phenylpyrrole), das die osmotische Signalübertragung der Pilze stört. Diese dreifache Barriere bekämpft sowohl oberflächliche als auch tief im Korn sitzende Infektionen und verhindert effektiv die Sporenkeimung sowie das Myzelwachstum.

Resistenzmanagement

Das integrierte Resistenzmanagement ist eine der größten Stärken von Rubin Plus. Durch die Kombination von drei Wirkstoffen aus unterschiedlichen FRAC-Klassen (Gruppe 3, 7 und 12) mit differenzierten Wirkungsmechanismen wird das Risiko einer Resistenzselektion bei den Zielpathogenen auf ein Minimum reduziert. Um diesen Schutz langfristig zu erhalten, sollten nachfolgende Blattbehandlungen im Frühjahr mit Wirkstoffen aus anderen chemischen Klassen durchgeführt werden, um einen einseitigen Selektionsdruck in der Kultur zu vermeiden.

Mischbarkeit & Tankmischung

Da es sich bei Rubin Plus um ein Beizmittel handelt, bezieht sich die Mischbarkeit primär auf die gemeinsame Anwendung mit anderen Saatgutbehandlungsmitteln, speziellen Haftmitteln (Polymeren) oder flüssigen Mikronährstoffen direkt in der Beizanlage. Das Produkt zeigt eine hervorragende physikalische Kompatibilität in gängigen Beizschlämmen. Dennoch wird empfohlen, vor der großflächigen Aufbereitung eine Mischprobe im kleinen Maßstab (Slurry-Test) durchzuführen und die gleichmäßige Benetzung sowie das Trocknungsverhalten des Saatguts zu überprüfen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Rubin Plus und dem behandelten Saatgut steht der Anwenderschutz an erster Stelle; das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA) bei der Beizung und Absackung ist obligatorisch. Zum Schutz von Vögeln und Kleinsäugern muss das behandelte Saatgut bei der Aussaat vollständig in den Boden eingearbeitet werden, und verschüttetes Korn ist sofort zu beseitigen. Um aquatische Organismen und die Umwelt zu schonen, dürfen Beizgeräte nicht in unmittelbarer Nähe von Oberflächengewässern gereinigt werden, und Reste der Beizbrühe müssen fachgerecht entsorgt werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Allgemein0 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie wirkt sich die Beizung mit Rubin Plus auf die Keimfähigkeit des Saatguts aus?

Rubin Plus zeichnet sich durch eine hervorragende Kulturverträglichkeit aus. Bei sachgerechter Anwendung und Einhaltung der empfohlenen Aufwandmenge wird die Keimfähigkeit des Saatguts nicht beeinträchtigt. Im Gegenteil: Der Schutz vor bodenbürtigen Schaderregern fördert einen gleichmäßigen Feldaufgang und eine vitale Jugendentwicklung, selbst unter kühlen oder feuchten Bedingungen.

Welche Vorteile bietet die Kombination aus drei Wirkstoffen beim Resistenzmanagement?

Durch die Kombination von Fluxapyroxad (SDHI), Triticonazol (DMI) und Fludioxonil (Phenylpyrrole) greift das Pflanzenschutzmittel den Schaderreger an drei unterschiedlichen biochemischen Orten an. Dies minimiert das Risiko einer Resistenzselektion im Vergleich zu Solo-Wirkstoffen drastisch, da der Pilz theoretisch an allen drei Stellen gleichzeitig unempfindlich werden müsste.

Was muss bei der Aussaat von mit Rubin Plus behandeltem Saatgut beachtet werden?

Um Vögel und freilebende Säugetiere zu schützen, muss das behandelte Saatgut vollständig in den Boden eingearbeitet werden. Verschüttetes Saatgut ist sofort zu beseitigen. Zudem sollte die Aussaat mit modernen, abdriftmindernden Sämaschinen erfolgen, um den Abrieb von Beizstaub in die Umwelt zu minimieren.

Kann Rubin Plus mit anderen Beizmitteln oder Mikronährstoffen gemischt werden?

Grundsätzlich ist Rubin Plus mit vielen gängigen Beizmitteln und speziellen Saatgut-Nährstoffen mischbar. Da physikalische Eigenschaften variieren können, wird dringend empfohlen, vor dem Ansetzen größerer Mengen eine Mischprobe (Slurry-Test) durchzuführen und die Richtlinien der jeweiligen Mischpartner genau zu beachten.

Wie sollte behandeltes Saatgut gelagert werden?

Behandeltes Saatgut muss kühl, trocken und gut belüftet in den Original-Saatgutsäcken gelagert werden. Es muss vor direkter Sonneneinstrahlung, Feuchtigkeit und Frost geschützt sowie für Kinder, Nutz- und Wildtiere absolut unzugänglich aufbewahrt werden. Eine Überlagerung bis zur nächsten Saison sollte vermieden werden, um die Vitalität des Keimlings nicht zu gefährden.

Warum ist eine professionelle Beizqualität bei diesem Pflanzenschutzmittel so wichtig?

Eine gleichmäßige Verteilung des Wirkstoffs auf jedem einzelnen Korn ist entscheidend für den lückenlosen Schutz der jungen Kultur. Professionelle Beizanlagen sichern eine exakte Dosierung und minimieren den Staubabrieb, was sowohl die biologische Wirksamkeit maximiert als auch den Anwenderschutz bei der Aussaat verbessert.